Die Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) hat eine neue Leitung – nun auch offiziell. Der bisherige Generaldirektor Volker Heller hat am Dienstagabend bei einer symbolischen Staffelstabübergabe die Aufgaben an seinen Nachfolger, Jonas Fansa, übertragen. Fansa war zuvor Betriebsdirektor der ZLB und Hellers Stellvertreter. Der Germanist, Kunsthistoriker und Bibliothekar hatte bereits zum 1. Juni die Leitung der ZLB übernommen und wurde nun offiziell im Amt begrüßt.

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Die neue Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson (CDU) lobte die Verdienste Hellers, der über 12 Jahre die ZLB geleitet hatte. Heller sei „das Musterbild einer Führungskraft“, dessen große Stärke die transparente Kommunikation sei, erklärte Wedl-Wilson in der Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg. Außerdem habe Heller die Digitalisierung der ZLB kontinuierlich vorangetrieben und die Bibliothek Schritt für Schritt zu einem wichtigen Teil der Stadtgesellschaft entwickelt.

Der neue Generaldirektor Fansa sei „genau die richtige Person, um den Staffelstab zu übernehmen“, da Fansa mit allen Themen des Hauses bestens vertraut sei. „Wir wissen, dass die Aufgabe nicht einfach wird, aber dass wir den Problemen gewachsen sind“, sagte die Kultursenatorin auch in Hinblick auf die Diskussion um einen neuen zentralen Standort der ZLB.

Möglicher ZLB-Umzug ins Kaufhaus: Lösung für Standortproblem?

Fansa hatte zuvor einen möglichen Umzug der ZLB in das Galeria-Kaufhaus am Alexanderplatz begrüßt. „Jede Lösung, die die Teilung der ZLB auf zwei Standorte beendet, ist gut“, hatte der neue Leiter gesagt. Der Alexanderplatz habe Probleme – aber auch großes Potenzial. Eine Bibliothek könne dort nicht nur Bildung und Kultur verankern, sondern auch sozial stabilisierend wirken.

Seit Jahren wird über einen neuen zentralen Strandort für die ZLB diskutiert. Bislang ist sie auf zwei Standorte verteilt. Deren Zustand gilt als dramatisch schlecht. Die Amerika-Gedenkbibliothek in Kreuzberg wurde in den 1950er Jahren für rund 500 Besucher täglich konzipiert – heute kommen bis zu 3.500. Der andere Standort in Berlin-Mitte sei ein „Flickwerk aus verschiedenen Gebäuden – darunter ehemalige Kutschengaragen und Offizierswohnungen“.

Der bisherige Generaldirektor Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB) Volker Heller
Der bisherige Generaldirektor der Zentral- und Landesbibliothek Berlin (ZLB), Volker Heller (l.), bei der symbolischen Staffelstabübergabe an Jonas Fansa.© BM | Leonard Laurig

Für einen Umzug fehlt bisher allerdings die Finanzierung. Heller und sein Nachfolger Fansa hielten sich am Dienstag bei der offiziellen Übergabe mit Kritik an der Senatorin zurück, hatten aber auch eine klare Botschaft an die Politik. Dafür überreichte Heller seinem Nachfolger neben dem symbolischen Staffelstab auch ein Paar personalisierte Gummistiefel. „Weil wir uns nie sicher sein können, dass unsere Bücher beim nächsten Regen nicht absaufen“, sagte Heller augenzwinkernd. Im letzten Jahr war es nach Starkregen zu einem Wassereinbruch im Keller der ZLB gekommen, bei dem mehrere Bestände beschädigt wurden. Die Verantwortlichen der ZLB führten das auch auf die baulichen und technischen Defizite des Gebäudes zurück.

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„Außerdem hoffe ich auch, dass die Gummistiefel deine Baustellenstiefel für den Neubau seien werden“, gab Heller seinem Nachfolger mit auf den Weg. Heller erklärte, in über 12 Jahren viele glückliche Momente in der ZLB erlebt zu haben, auch wenn ihm der glücklichste Moment mit dem gescheiterten Neubauvorhaben verwehrt geblieben sei.

Fansa zeigte sich optimistisch, den Umzug in einen neuen zentralen Standort in Zukunft doch noch realisieren zu können. „Ich werde alles Erforderliche dafür tun, alle Standorte, die infrage kommen, zu prüfen“, erklärte er der Berliner Morgenpost am Rande der Veranstaltung. Wenn er nicht an den Erfolg dieses Vorhabens glaube, wäre er die Stelle gar nicht erst angetreten. „Da bin ich Berufsoptimist“, sagte Fansa.