Nur wenige Schritte vom S-Bahn-Knotenpunkt entfernt liegt eines der faszinierendsten Viertel Berlins: Am Hackeschen Markt treffen Großstadt-Trubel, Szene-Flair und historische Architektur aufeinander. Direkt daneben öffnen sich die Hackeschen Höfe – ein einzigartiges Ensemble aus kunstvoll gestalteten Innenhöfen, das Kultur, Handwerk, Gastronomie und Shopping miteinander verbindet. Ob Wochenmarkt, Abendessen, Galeriebesuch oder Flaniermoment – dieses Viertel gehört zu den facettenreichsten Ausflugszielen der Stadt.

Hackesche Höfe: Die wichtigsten Infos im Überblick

OrtHackesche Höfe und Hackescher Markt
AdresseRosenthaler Str. 40, 10178 Berlin
AnreiseS-Bahn Hackescher Markt (S3, S5, S7, S9), U-Bahn Weinmeisterstraße (U8)
Öffnungszeiten9 bis 22 Uhr (Shops können abweichen)
Eintrittkostenlos
Errichtet1906

Hackesche Höfe: Ihre Geschichte im Steckbrief

  • 1906: Die Hackeschen Höfe werden nach Plänen von Kurt Berndt erbaut – als modernes Wohn- und Gewerbeensemble im Jugendstil. Sie verbinden acht ineinander verschachtelte Innenhöfe mit einer Mischung aus Wohnen, Handwerk, Kultur und Gastronomie
  • 1910er–1930er-Jahre: Die Höfe entwickeln sich zu einem pulsierenden Zentrum für Handwerksbetriebe, kleine Manufakturen, Lichtspielhäuser und Varietés. Auch die jüdische Gemeinde und Kunstszene ist stark vertreten – etwa durch das Kabarett „Schall und Rauch“
  • 1933–1945: Während der NS-Zeit wird die jüdische Präsenz unterdrückt. Viele Betriebe schließen oder werden „arisiert“. Die Höfe überstehen den Zweiten Weltkrieg vergleichsweise unbeschadet, verlieren aber an Bedeutung
  • DDR-Zeit: Die Hackeschen Höfe verfallen zunehmend, werden staatlich genutzt, unter anderem als Lager und Verwaltungssitz. Die historische Bedeutung gerät in Vergessenheit, die Bausubstanz leidet
  • 1993–1996: Nach der Wende folgt die aufwendige Sanierung. Die Höfe werden denkmalgerecht restauriert und eröffnen 1996 neu – als Mix aus Designläden, Galerien, Kinos und Gastronomie

Lesen Sie auch

Warum heißt der Hackesche Markt so?

Der Hackesche Markt verdankt seinen Namen Hans Christoph Friedrich Graf von Hacke, einem preußischen General und Stadtkommandanten von Berlin im 18. Jahrhundert. Im Jahr 1750 ließ er das bis dahin unbebaute Gebiet nördlich der Spree planmäßig erschließen – als Teil der barocken Stadterweiterung im Bereich vor dem damaligen Spandauer Tor. Die zentrale Platzanlage wurde ihm zu Ehren benannt.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Der Name Hackescher Markt setzte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts ein, obwohl der Platz im offiziellen Stadtplan zunächst anders bezeichnet war. Mit der Errichtung des gleichnamigen Bahnhofs 1882 wurde der Begriff dann fest etabliert. Heute erinnert nicht nur der Platz, sondern auch das angrenzende Hofensemble indirekt an den Stadtplaner Hacke – obwohl der berühmte Jugendstilcharme der Hackeschen Höfe erst viel später entstand.

Cafés und Restaurants am Hackeschen Markt.
Cafés und Restaurants am Hackeschen Markt.© Reto Klar

Wann ist Wochenmarkt am Hackeschen Markt – und was macht ihn so besonders?

Der Wochenmarkt am Hackeschen Markt ist ein beliebter Anziehungspunkt in Berlin-Mitte und findet regelmäßig donnerstags von 9 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 18 Uhr statt. Direkt an der gleichnamigen S-Bahn-Station gelegen, bietet der Markt eine charmante Mischung aus frischen Lebensmitteln, Street Food und Kunsthandwerk.

Das Angebot reicht von regionalem Obst und Gemüse über Käse, Brot, Fisch und Fleisch bis hin zu mediterraner Feinkost, Honig, Gewürzen und Blumen. Auch für den kleinen Hunger ist gesorgt: Crêpes, Ofenkartoffeln, Fischbrötchen oder türkische Spezialitäten gibt es direkt auf die Hand. Ergänzt wird das Sortiment durch handgemachte Seifen, Kleidung, Schmuck und Accessoires – perfekt für alle, die auf der Suche nach etwas Besonderem sind.

Coronavirus - Berlin
Das Kino in den Hackeschen Höfen.© picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene

Fun Facts zu den Hackeschen Höfen

  1. Der erste Berliner Kino-Hof: Bereits 1909 eröffnete in den Hackeschen Höfen einer der ersten festen Kinobetriebe Berlins – ein Vorläufer heutiger Programmkino-Kultur. Auch heute gibt es hier mit dem „Kino Hackesche Höfe“ ein traditionsreiches Filmhaus mitten im Hofensemble
  2. Geheimer Übergang zur Rosenthaler Straße: Wer sich gut auskennt, findet Passagen, die die Höfe mit den benachbarten Rosenhöfen und weiteren Hinterhöfen verbinden – ein ganzes System verwinkelter Wege, das oft übersehen wird und an das alte Berlin erinnert
  3. Kulisse für Film und Fotografie: Die Hackeschen Höfe tauchen immer wieder in Spielfilmen, Serien und Werbekampagnen auf – besonders wegen ihrer eindrucksvollen Mischung aus Altberliner Charme und Jugendstilarchitektur
Deutschland, Berlin, 19.12.2024, Hackesche Höfe, Hackescher Markt...
Die Hackeschen Höfe sind in Berlin eine beliebte Sehenswürdigkeit und selbst für Berlinerinnen und Berliner ein interessantes Ausflugsziel.© picture alliance / imageBROKER | Rolf Zöllner

Die Hackeschen Höfe und der Hackesche Markt als Ausflugsziel

Zwischen den Jugendstil-Fassaden öffnen sich die acht Höfe mit Galerien, Boutiquen, Manufakturen und kleinen Bühnen. Wer Ruhe sucht, findet sie im zweiten oder dritten Hof – wer Inspiration sucht, stößt auf Designlabels, Berliner Mode und handgemachte Produkte. Auch gastronomisch bietet das Viertel viel: vom vietnamesischen Restaurant über Eisdielen bis zur Weinbar im Hinterhof.

Für einen halbtägigen Ausflug eignet sich das Areal ideal – besonders in Kombination mit einem Abstecher zur Museumsinsel. Die zentrale Lage, die gute Erreichbarkeit mit S- und Straßenbahn und das atmosphärisch dichte Nebeneinander von Alt und Neu machen den Hackeschen Markt und die Hackeschen Höfe zu einem der charmantesten Ausflugsziele Berlins.

bee