Die Messe Berlin hat sich beim Umsatz endgültig erholt von den schwierigen Coronajahren. Die landeseigene Gesellschaft verbucht für das Jahr 2024 ein Rekordergebnis. Rund 55 Millionen Euro Überschuss erwirtschaftete das Unternehmen, so viel wie noch nie in der 200-jährigen Geschichte der Messe.

Allerdings stammt ein großer Anteil dieses Überschusses nicht aus dem Kerngeschäft. Rund 25 Millionen Euro erwirtschaftete das Unternehmen am Ankunftszentrum Tegel. Die Messegesellschaft ist dort seit 2022 für die Bauten sowie Sicherheit und andere Dienstleistungen zuständig. Knapp ein Drittel des Umsatzes von insgesamt 481 Millionen Euro erwirtschaftete der landeseigene Betrieb dort.

Für die kommenden Jahre erwartet Messechef Mario Tobias deutlich niedrigere Umsätze aus dem Geschäft am Ankunftszentrum. Der Senat will die Nutzung des Zentrums verändern, in den kommenden Jahren sollen dort deutlich weniger Flüchtlinge untergebracht werden. Geplant ist eine Kapazität von insgesamt 2600 Plätzen. Zwischenzeitlich waren die Zahlen dort um ein Mehrfaches höher.

Messe Berlin: Besucherzahlen niedriger als vor Corona

Laut Tobias ist die Messe beim Umsatz aber auch ohne das Engagement im Ankunftszentrum wieder auf Vor-Corona-Niveau. Der Messe-Chef verweist dabei auf erfolgreich gelaufene Leitmessen wie die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) und die Internationale Tourismus-Börse (ITB). Die InnoTrans 2024 sei die „größte jemals stattgefundene Messe in Berlin“ gewesen, betonte er. Jeder Quadratmeter des Messegeländes sei belegt gewesen. Rund 500 große Lkw seien allein für den Messeaufbau nötig gewesen, berichtet Tobias.

Bei den Besucherzahlen liegt die Messe anders als bei den Umsätzen nicht auf Vor-Corona-Niveau. Im vergangenen Jahr waren es 1,9 Millionen gewesen. Im Vor-Corona-Jahr 2018 hatte die Messe noch 2,5 Millionen Besucherinnen und Besucher verzeichnet. Zur Grüne Woche kamen zuletzt noch immer ein Fünftel weniger Menschen als vor Corona. Auch die ITB hat deutlich niedrigere Besucherzahlen als vor 2020. Die Tourismus-Messe konzentrierte sich nach Corona auf das Fachpublikum.

Die erwirtschafteten Gewinnen will die Messegesellschaft nun für Investitionen nutzen. Dirk Hoffmann, operativer Geschäftsführer des Unternehmens, verweist auf zu modernisierende Messehallen. So soll etwa die Heiz- und Lüftungstechnik erneuert werden. Auch die digitale Ausstattung soll sich verbessern.

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Darüber hinaus will die Messegesellschaft mit neuen Veranstaltungen im Ausland wachsen. Im kommenden Jahr soll es auch im mexikanischen Guadalajara eine ITB geben. In Singapur will die Gesellschaft die Medizintechnikmesse Smart Health Asia veranstalten. Der Umsatzanteil der Messeveranstaltungen im Ausland ist mit 5 Prozent vergleichsweise gering. Größere Gesellschaften wie die Messe Frankfurt kommen auf mehr als 40 Prozent.