Um kurz vor 23 Uhr ist es am Freitagabend an der „Ständigen Vertretung“ am Schiffbauerdamm in Berlin-Mitte zu einem größeren Einsatz der Polizei gekommen. Laut Polizeisprecher Florian Nath hätten sich zu dem Zeitpunkt mehr als 2000 Fußballfans vor der Kultkneipe versammelt. Dabei habe vor dem Lokal eine Live-Band gespielt.

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Da die Veranstaltung am Abend zu laut geworden und die Straße nicht mehr befahrbar gewesen sein soll, sei die Polizei gerufen worden. Mehrere hundert Polizeikräfte seien zu dem Ort gebracht worden, so Nath – inklusive eines taktischen Lautsprecherwagens. Mit zahlreichen Durchsagen hätten die Beamten, die Fans aufgefordert, den Bereich zu verlassen, so Nath. Als die Personen der Aufforderung nicht nachgekommen seien, hätten die Einsatzkräfte die Personen „sanft“ weggedrängt. Dabei, so Nath, habe eine Person Widerstand geleistet. Bei der Auseinandersetzung seien drei Beamte an der Hand verletzt worden. Eine Beamtin sei für diesen Samstag nicht dienstfähig, so Nath.

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Eigentlich waren im Vorfeld Meeting Points mit den Fans aus Bielefeld und Stuttgart mit der Polizei abgesprochen – am Alexanderplatz und am Breitscheidplatz. Nachdem dort Schluss war, sollen Fans in Richtung „Ständige Vertretung“ weitergezogen sein – auch weil im Vorfeld Werbung dafür gemacht worden war. Heikel jedoch ist, dass es nach Informationen der Berliner Morgenpost keine Genehmigung für die Live-Band gegeben habe, die vor dem Lokal gespielt hat. 

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Fanfeier in Mitte – das sagt der Chef der „Ständigen Vertretung“

Jörn Brinkmann ist Geschäftsführer der „Ständigen Vertretung“ (StäV). Der Berliner Morgenpost sagte er, dass der Hintergrund eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit der Bielefelder Kultkneipe „Heimat + Hafen“ gewesen sei. Brinkmann selbst ist in Bielefeld aufgewachsen, kennt die Betreiber der Bar, die für diese Tage die StäV übernehmen durften.

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Schon im Vorfeld hatte die StäV etwa auf Instagram Werbung für das Projekt gemacht und auch, dass es etwa eine Art Signature Drink gibt – einen Mexikaner, der besonders beliebt bei den Bielefelder Fans sein soll. Womöglich auch der Drink zog am Abend viele Fans an, sie standen bis weit auf die Straße.

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Die Stimmung, so Brinkmann, sei aber friedlich gewesen. Es habe etwa keine Pyrotechnik gegeben. „Es gab keine Eskalationsstufe, die das martialische Aufmarschieren der Polizei rechtfertigt“, sagt Brinkmann. Ähnliche Menschenaufläufe vor der Bar am Schiffbauerdamm in Mitte habe es schon im vergangenen Jahr bei der EURO 2024 gegeben. Damals seien es Fans aus England und den Niederlanden gewesen, sagt Brinkmann.

Anstatt die Straße zu räumen, hätte die Polizei damals besonnener agiert und einfach die Straße für den Verkehr gesperrt. „Auch gestern hätte die Polizei ein Gutes getan, die Straße zu sperren. So liefern sie eben ein schlechtes Image nach Bielefeld“, sagt Brinkmann. Auch am Samstagabend rechnet er wieder mit vielen Bielefelder Fans. Für jene, die keine Tickets haben, wird das Spiel in der Bar übertragen. „Ich appelliere an die Polizei heute besonnener zu agieren.“