Vor der geplanten Fertigstellung des 16. Bauabschnitts der A100 im September will ein breites Bündnis am kommenden Sonnabend mit einem großen Protestrave gegen die Verlängerung der Berliner Stadtautobahn demonstrieren. Unter dem Motto „A100 wegbassen“ kommen unterschiedlichste Initiativen und Organisationen zusammen, um wie in den zwei Jahren zuvor die vielbefahrene Straße in ein Musikfest zu verwandeln. Das üppige Unterhaltungsprogramm ist jedoch mit ernsten Botschaften und eindringlichen Appellen verknüpft.

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Die Organisatorinnen und Organisatoren der musikalischen Kundgebung beklagten bei einer Pressekonferenz am Mittwochmorgen, bei der das Programm für Samstag vorgestellt wurde, die immens hohen Kosten, die mit dem Ausbau der A100 am Treptower Park einhergehen. „Hier werden 1,8 Milliarden Euro für einen 7,3 Kilometer langen Autobahnabschnitt verbrannt“, sagte Nils Kleinwächter vom Bündnis Fridays for Future Berlin, das sich ebenfalls an der Protestaktion beteiligt. Diese finanziellen Mittel sollten vielmehr in den Klimaschutz investiert werden.

A100: Kritiker verweisen auf Kosten und Folgen für Klima und Anwohnende

Die A100 sei ein „Symbol einer fossilen Vergangenheit“, sie sei „politisches Versagen in Beton gegossen“. Für die klimabezogenen Auswirkungen der Ausbaupläne fand Kleinwächter noch drastischere Worte: „Die Autobahn kommt einem Suizid gleich.“ Daher sollte sie gleich abgerissen werden. Zumindest soll der Ausbau gestoppt werden, meint Brit Beneke von der „Bürger*innenInitiative A100“.

Neben den klimaschädlichen Aspekten betonten die Organisatoren auch die Folgen für die Clubs, die für den 17. Bauabschnitt der A100 platt gemacht werden müssten. „Clubs haben Friedrichshain mitgeprägt“, betonte Emiko Gejic, Sprecherin der Clubcommission. Angesichts der Kürzungen im Kulturbereich seien die hohen Investitionen in die Autobahnverlängerung „unverantwortlich“. Adelheid Rehmann von der „KungerKiezInitiative“ wiederum wies auf den Lärm und die Feinstaubbelastung in angrenzenden Nachbarschaften hin, was gegenwärtig schon ein Problem sei.

„A100 wegbassen“: So viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden erwartet

Die Demonstration beginnt am Sonnabend um 14 Uhr. Auf insgesamt zehn Bühnen soll in Lesungen über die Auswirkungen von Autobahnen aufgeklärt und die Teilnehmenden mit Musik unterhalten werden. Erstmals gebe es auch ein Programm für Kinder, wie Rehmann von der Anwohner-Initiative erklärte – inklusive Kinderzirkus und -disco. Um 17 Uhr soll der Rave beginnen, der um 22 Uhr enden soll.

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Wie viele Teilnehmende am Ende erscheinen, könne nicht seriös vorausgesagt werden, so Beneke von der „Bürger*innenInitiative A100“. Angemeldet seien 5000, aber es ist „nach oben offen“. Entscheidend sei etwa das Wetter, das dafür verantwortlich gewesen sei, dass im letzten Jahr deutlich weniger Personen teilgenommen haben als 2023.