Ein Bündnis von mehr als 50 Organisationen hat für Sonntag bundesweit zu Demonstrationen für ein Verbot der AfD aufgerufen. In Berlin versammelten sich am Nachmittag nach Angaben der Polizei vor Ort rund 4000 Menschen zu einer Kundgebung am Brandenburger Tor, die Veranstalter sprachen von 7500 Teilnehmern. Insgesamt gingen in mehr als 60 Städten Menschen auf die Straße.

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Verlangt wird, zunächst die Prüfung eines Verbotsverfahrens einzuleiten. „Die AfD ist keine normale Partei und darf auch nicht als solche behandelt werden. Jetzt ist es an der Zeit, das Parteiverbot ernsthaft zu prüfen“, heißt es in dem Aufruf. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte die Partei Anfang Mai als gesichert rechtsextrem eingestuft und dabei auf eine „die Menschenwürde missachtende, extremistische Prägung der Gesamtpartei“ verwiesen. Dagegen wehrt sich die AfD in einem Eilverfahren vor dem Verwaltungsgericht Köln.
Am Donnerstag hatte der Verfassungsschutz zugesichert, die Partei bis zu einer Gerichtsentscheidung in diesem Verfahren nicht mehr als gesichert rechtsextrem zu beobachten. Die Partei gelte aber weiter als Verdachtsfall.
Demonstration für AfD-Verbotsverfahren: So viele Menschen kamen zum Brandenburger Tor
In Berlin hatten die Demonstranten zur Kundgebung am Brandenburger Tor Luftballons mit der Aufschrift „AfD Verbot jetzt“ dabei, Regenbogenfahnen und Plakate, auf denen „FCK AFD“ stand. „Wir stehen heute hier, weil jetzt die Beweise da sind. Es ist Zeit, den Mut zu fassen, ein AfD-Verbot zu beantragen“, sagte .Jon Klockow vom Netzwerk und Mitorganisator „Zusammen gegen Rechts“. „Nicht nur die Politik muss handeln, auch die Zivilgesellschaft muss es mittragen.“
Neben Reden und Musik gab es auf der Kundgebung auch jeweils eine Schweigeminute für die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer, die am Freitag im Alter von 103 Jahren verstorben ist, und für den 21-jährigen Lorenz A., der am Ostersonntag in Oldenburg von einem Polizisten erschossen worden ist.





