Eine stadtweite IT-Störung beeinträchtigt aktuell die Berliner Bürgerämter. Das berichtet der RBB. Demnach könnten bestimmte Dienstleistungen wegen Software-Problemen derzeit am Computer nicht erfasst werden.

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Das Büro von Digitalisierungs-Staatssekretärin Martina Klement erklärte laut RBB, es gebe aktuell eine „Datenbankstörung, die dazu führt, dass ein sogenanntes Fachverfahren nicht genutzt werden kann“. Es komme zu Einschränkungen. Senatssprecherin Christine Richter bestätigte gegenüber der dpa die Datenbankstörung.

Die Bürgerämter in Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick erklärten gegenüber dem RBB, dass der Zugriff auf das sogenannte Fachverfahren zurzeit nicht möglich sei. Dieses wird beispielsweise bei der Beantragung von Pässen oder Führerscheinen benötigt.

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Im Hinblick auf Marzahn-Hellersdorf teilte das Bürgeramt dem rbb mit: „Nichtsdestotrotz haben alle Bürgerämter geöffnet und können Angelegenheiten, die nicht vom Fachverfahren abhängig sind, bearbeiten.“ Manche Dienstleistungen werden demnach zunächst einmal in Papierform entgegengenommen, um sie anschließend EDV-technisch zu bearbeiten.

Berliner Bürgerämter bestätigen IT-Probleme

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg teilte auf dpa-Anfrage mit, das Fachverfahren VOIS sei seit dem Morgen ausgefallen. Das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten arbeite mit Hochdruck daran, es wieder arbeitsfähig zu bekommen. „Die Kundinnen und Kunden werden in schriftlichen Verfahren bedient oder mit kurzfristigen Terminen versorgt.“

Das Büro der Staatssekretärin hat dem RBB keine offizielle Stellungnahme übermittelt. Auf der Status-Seite des Portals berlin.de steht aktuell: „Es liegen keine bekannten Störungen vor.“ Auch das Bezirksamt Treptow-Köpenick und das in Mitte bestätigten auf dpa-Anfrage eine Datenbankstörung und entsprechende Einschränkungen in den Bürgerämtern.

Bereits Ende April war das offizielle Hauptstadt-Portal berlin.de nicht aufrufbar – wegen eines massiven Hacker-Angriffs. Wer dahinter steckt, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass die Bedrohung durch externe Akteure, wie Russland oder China, hoch ist, wie Sicherheitsexperten immer wieder betonen.

Unter anderem waren viele Informationen, digitale Dienstleistungen von Bürgerämtern sowie Webseiten anderer Behörden nicht oder nur eingeschränkt abrufbar. Das Landeskriminalamt ermittelt deshalb wegen Computersabotage.

Bei dem sogenannten Überlastungsangriff Ende April sollten durch massenhafte Abrufe die Server zum Ausfall gebracht werden. Experten sprechen von einem Distributed Denial of Service (DDoS). Nach dpa-Informationen ist bei den aktuellen IT-Problemen der Bürgerämter nicht von einer solchen Cyberattacke auszugehen. Details zu den Hintergründen nannte die Senatskanzlei allerdings bisher nicht.

BMO/dpa/dw