Wegen eines Rohrbruchs ist es in der Nacht in weiten Teilen der Hauptstadt zu erheblichen Störungen in der Wasserversorgung gekommen. „Der gesamte Nordosten von Berlin hatte kein Wasser“, sagte die Sprecherin der Berliner Wasserbetriebe, Astrid Hackenesch-Rump, am Morgen der Deutschen Presse-Agentur. „Aber: Viele Leute haben es nicht gemerkt, weil sie geschlafen haben.“

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Mittlerweile habe sich der Druck normalisiert, aber Reparaturarbeiten nach dem Wasserrohrbruch könnten länger dauern. Wie die Polizei auf X schreibt, dürfte die Mollstraße stadteinwärts zwischen Platz der Vereinten Nationen und der Büschingstraße für mehrere Monate voll gesperrt sein. Auch der Gehweg ist demnach von der Sperrung betroffen.

Empfohlener externer Inhalt

An dieser Stelle befindet sich ein externer Inhalt von X, der von unserer Redaktion empfohlen wird. Er ergänzt den Artikel und kann mit einem Klick angezeigt und wieder ausgeblendet werden.
Externer Inhalt
Ich bin damit einverstanden, dass mir dieser externe Inhalt angezeigt wird. Es können dabei personenbezogene Daten an den Anbieter des Inhalts und Drittdienste übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der Vorfall weckt Erinnerungen an den Silvesterabend. Damals war eine wichtige Hauptleitung für Trinkwasser, die vom Wasserwerk Tegel bis in die Innenstadt führt, unter der Seestraße im Stadtteil Wedding geborsten. Die Wassermassen drangen schnell an die Oberfläche und überfluteten die Straße. Hunderttausende Haushalte in mehreren Bezirken waren für rund eine Stunde wegen des abfallenden Wasserdrucks ohne Wasser.

Auch interessant

Nach Rohrbruch in Berlin: Zapfständer mit Trinkwasser für Anwohner

Nach dem aktuellen Vorfall waren am Morgen noch rund 150 Haushalte ohne Wasser, wie Hackenesch-Rump von den Wasserbetrieben sagte. Betroffen seien Anwohner in unmittelbarer Nähe des Platzes der Vereinten Nationen in Friedrichshain, wo die Hauptleitung geborsten sei. Grund sei, dass der Schaden an dem Hauptrohr ein kleineres Rohr aus Zement beschädigt habe. 

Land unter an einer Haltestelle.
Land unter an einer Haltestelle.© Berliner Wasserbetriebe | Berliner Wasserbetriebe

Für die Betroffenen sei ein Zapfständer mit Trinkwasser aufgestellt worden, sagte Hackenesch-Rump. Die 15-Zentimeter-Leitung zur Trinkwasserversorgung solle im Laufe des Tages repariert werden. Die Reparatur der großen Leitung werde mehrere Wochen dauern.

Rohrbruch in Berlin: Leitung ist 101 Jahre alt

Der Rohrbruch ist nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe wohl auf das Alter des Rohrs zurückzuführen. Die Leitung sei 101 Jahre alt, sagte die Sprecherin. „In dem Fall ist es einfach eine alte Leitung, die das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hatte.“ Man müsse davon ausgehen, dass das Alter der Grund für den Vorfall sei. 

Das Rohr sei aus sogenanntem Grauguss – ein Material, das Schwingungen im Erdreich nicht besonders gut standhalte. Bei so alten Rohren hielten sich die Wasserbetriebe nicht lange mit der Ursachenforschung auf, sagte Hackenesch-Rump.

Überschwemmte Straßen in Berlin nach Rohrbruch

Eine Einsatzkraft der Feuerwehr steht nach einem Rohrbruch neben Überschwemmungen auf einer Straße im Osten Berlins.
Eine Einsatzkraft der Feuerwehr steht nach einem Rohrbruch neben Überschwemmungen auf einer Straße im Osten Berlins.© Michael Ukas/dpa | Michael Ukas

Nach Angaben von Feuerwehr und Wasserbetrieben aus der Nacht war gegen Mitternacht eine Frischwasserleitung mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern am Platz der Vereinten Nationen in Friedrichshain geplatzt. Demnach kam es zu einem „Druckabfall in größeren Teilen der östlichen Stadthälfte“. 

Nach Hackenesch-Rumps Angaben waren unter anderem folgende Stadtteile – nicht immer vollständig – ohne Wasser:

Das Wasser aus der geplatzten Leitung am Platz der Vereinten Nationen sorgte für überschwemmte Straßen, wie auf Fotos zu sehen war. Die geplatzte Leitung wurde den Angaben zufolge abgesperrt, um freien Wasserauslauf zu verhindern. Der Wasserdruck habe sich dann wieder aufgebaut, hieß es von den Wasserbetrieben. Um 3.30 Uhr hatte sich der Druck demnach überall wieder normalisiert.

Der Wasseraustritt sei im Bereich des Platzes der Vereinten Nationen, der Mollstraße und der Büschingstraße am größten gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Die Tramlinien zwischen der Landsberger Allee/Petersburger Straße und der Mollstraße/Prenzlauer Allee fielen zudem aus, wie die Berliner Verkehrsbetriebe um 0.41 Uhr mitteilten. Wie ein Sprecher der BVG der dpa am Morgen sagte, fahren die Bahnen der M5 seit ungefähr 4.00 Uhr wieder.

dpa/pvt