Es gibt neuen Ärger um den Gendarmenmarkt: Der berühmte Platz ist bereits im März nach einem zweijährigen Umbau wiedereröffnet worden, aber Gastwirte, die auf einem Teil der Fläche Tische aufstellen wollen, warten immer noch auf die Genehmigung des Bezirksamts Mitte. Diese hängt von der Einschätzung der unteren Denkmalschutzbehörde ab. Bis zur Vorlage des Gutachtens werde es noch ein bis zwei Wochen dauern, erklärt der Baustadtrat Christopher Schriner (Grüne) dem „Tagesspiegel“.

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Hans-Josef Miebach, Betreiber des „Erdinger am Gendarmenmarkt“, ärgert sich über das Behörden-Pingpong. Gegenüber der Zeitung sagt er, dass er die ersten Pläne für die Umgestaltung bereits vor zehn Jahren gesehen habe. Der Bau selbst habe vor zweieinhalb Jahren begonnen. Und da sollte es nicht möglich gewesen sein, bis zur Eröffnung im Frühjahr 2025 auch ein Denkmalschutzgutachten hinsichtlich der Schankgärten abzuschließen? Miebach betreibt seit 21 Jahren das „Erdinger“, gegenüber vom Französischen Dom: 420 Plätze innen, 100 auf der Terrasse und 200 am Rande des Platzes.

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„Erdinger am Gendarmenmarkt“ braucht die Tische auf dem Platz

Miebach stellt klar, dass die Kalkulation darauf basiert, dass man nicht nur den Gehweg vor dem Restaurant nutzen dürfe, sondern auch einen Teil des Platzes. Anders sei die Pacht für den Betrieb nicht zu erwirtschaften, und er habe sich seit Baubeginn irgendwie durchbeißen müssen.

Alles steht und fällt also mit dem Gutachten der Denkmalschutzbehörde. Noch mehr zittert das Restaurant „Hugo&Notte“. Es befindet sich direkt im Französischen Dom und hat keinen Straßenanschluss. Die einzigen Außenplätze befinden sich unmittelbar vor dem Gebäude, also auf der strittigen Fläche. „Wenn wir die Außenfläche nicht nutzen dürfen, können wir auch gleich ganz dichtmachen“, sagt Geschäftsführer Tim Rössle dem „Tagesspiegel“.

Immerhin: Bereits in Kraft ist eine Gestaltungssatzung für die Plätze auf dem Gendarmenmarkt. Diese sieht vor, dass Schirme nur in der Farbe des Doms und ohne jegliche Werbung aufgestellt werden dürfen. Das könnte vielleicht ein gutes Zeichen für die Gastronomen sein.

Zuletzt war der Gendarmenmarkt in die Kritik geraten, weil er nach der Umgestaltung u.a. mit einem unterirdischen Regenwassersystem immer noch kahl wirkte. Auf weiten Teilen des Platzes ist keinerlei Grün. Der CDU-Politiker Armin Laschet sprach sogar von einer „Steinwüste“. Das liegt zum einen daran, weil die Fläche für Veranstaltungen benötigt wird. Und zum anderen – man ahnt es – wegen des Denkmalschutzes.

JP