Drei Tage nach der tödichen Messerattacke in Charlottenburg, die letzlich auch den 43-jährigen Angreifer durch Polizeischüsse das Leben kostete, befasst sich die Senatskanzlei mit dem Ereignis. Ein Ereignis, das immerhin seit Sonnabend für Schlagzeilen sorgt. Während der Pressekonferenz des Senats am Dienstag kündigte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) an, als Reaktion auf den Vorfall Messerverbotszonen auch im öffentlichen Nahverkehr einrichten zu wollen.

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„In Berlin kommt es nahezu täglich zu Messerangriffen, zuletzt am Wochenende mit tödlichem Ausgang“, sagte Wegner. „Die Ausweitung der Waffen- und Messerverbotszonen auf den Öffentlichen Personennahverkehr halte ich deshalb für den richtigen Weg.“ Man müsse nun alles dafür tun, um die Sicherheit auch auf den U-Bahnhöfen und in den U-Bahnen zu verbessern. „Die zuständigen Senatsverwaltungen für Inneres und Verkehr werden nun im Austausch mit Polizei, BVG und auch der Bundespolizei prüfen, wie wir die Waffen- und Messerverbotszonen auf den ÖPNV ausweiten können“, so Wegner weiter. „Auch Schwerpunktkontrollen, wie sie die Bundespolizei schon an S-Bahnhöfen durchführt, sind ein möglicher Weg.“
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Syrischer Angreifer verfügte über Schutzstatus als Flüchtling
Am Sonnabend waren ein 43-jähriger Syrer und ein 29-jähriger Deutscher in der U-Bahn in Streit miteinander geraten, in dessen Verlauf der 43-Jährige seinen Kontrahenten mit drei Messerstichen tötete. Im Anschluss wurde der Angreifer am U-Bahnhof Sophie-Charlotte-Platz von einem Polizisten erschossen, nachdem der Syrer mit dem Messer in der Hand auf diesen zugelaufen sein soll. Die beiden Toten waren polizeibekannt.
Der Syrer besaß nach Angaben der Staatsanwaltschaft einen Aufenthaltstitel mit Aufenthaltserlaubnis bis zum 12. Oktober 2025. Laut Innenverwaltung erkannte ihm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 2016 den Flüchtlingsstatus zu und gewährte ihm Aufenthalt aus humanitären Gründen. Dieser Status werde regelmäßig überprüft, hieß es.
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Messerverbotszonen: Beschluss nicht schon zu Ostern
Am Montag hatten sich bereits Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU), Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und BVG-Chef Henrik Falk positiv gegenüber Messerverbotszonen im ÖPNV geäußert. Ein Beschluss zur Ausweitung der Messerverbote ist indes nicht bereits in den gerade begonnenen zweiwöchigen Osterferien zu erwarten, wie Senatssprecherin Christine Richter am Dienstag klarstellte.
Sie sprach mit Blick auf entsprechende Äußerungen von Verkehrsministerin Ute Bonde (CDU) gestern von einem Missverständnis. In der Woche nach Ostern tage der Senat nicht, insofern könne er dann auch nichts beschließen. „Aber es ist besprochen, dass man sich zeitnah darüber verständigt, wenn die Gespräche auf Arbeitsebene abgeschlossen sind.“
Gewerkschaft fordert generelles Trageverbot und personelle Aufstockung
Experten sehen die Maßnahme allerdings kritisch, zumal die Zonen angesichts der momentanen Personalstärke der Polizei kaum zu kontrollieren wären. „Messerverbotszonen wirken auf den ersten Blick entschlossen – sind aber in der Praxis kaum mehr als ein Placebo“, sagte etwa Stephan Weh, Landesvorsitzender der Berliner Gewerkschaft der Polizei GdP, der Berliner Morgenpost. „Die Realität ist: Messer werden alltäglich mitgeführt, gerade von jungen Männern.“
Sie steckten griffbereit in Jackentaschen oder Rucksäcken, auch ohne konkreten Anlass. „Bei banalen Streitigkeiten werden sie dann rücksichtslos eingesetzt – mit schwersten Folgen“, so Weh weiter. „Diese Form der Alltagsgewalt betrifft alle Bezirke Berlins und macht auch vor dem ÖPNV nicht halt.“ Eine Karte der Stadt würde daher durchgehend rote Punkte zeigen – von Staaken bis Hellersdorf, von Bahnsteigen bis Schulhöfe.
Was es brauche, sei dementsprechend ein generelles, bundesweites Verbot des Führens von Messern im öffentlichen Raum. „Damit würden wir nicht jede Gewalttat verhindern – aber wir könnten der alltäglichen, spontanen Messergewalt spürbar entgegenwirken“, zeigt sich der Gewerkschafter überzeugt. Zudem brauche es den politischen Willen, die Polizei personell aufzustocken.







