Mit dem Ziel, die als besonders problematisch geltende U-Bahn-Linie U8 sauberer und sicherer zu machen, sind die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) mit dem Projekt der „Reinigungsstreifen“ gestartet. Seither wurde die Reinigung von Bahnhöfen und in Zügen verstärkt, außerdem sind mehr Sicherheitsmitarbeiter im Einsatz und Reinigungs- und Sicherheitskräfte in Teams unterwegs, um auch das Wohlbefinden der Beschäftigten zu verbessern. Ende 2024 wurde das Projekt auch auf Schwerpunkt-Stationen der Linien U5, U7 und U9 ausgedehnt. Nun soll das bisherige Pilotprojekt in den Regelbetrieb gehen.

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Wie das Verkehrsunternehmen am Montag mitteilte, sollen Reinigungs- und Sicherheitsleistung an Hotspots dauerhaft erhöht werden, wobei ein besonderes Augenmerk auf der kalten Jahreszeit liegt, wenn erfahrungsgemäß also auch mehr obdachlose Menschen die Bahnhöfe als Aufenthaltsort nutzen. Die Teams aus Sicherheits- und Reinigungskräften sollen künftig auch auf weiteren Linien und Schwerpunktbahnhöfen unterwegs sein, exemplarisch wird dabei der Leopoldplatz an der Linie U6 genannt. Auch die Stationen Frankfurter Tor oder Yorckstraße sollen in den Blick genommen werden. „Dort sind viele Menschen unterwegs, es gibt viele Vorkommnisse und unsere Beschäftigten fühlen sich nicht immer sicher“, sagte BVG-Chef Henrik Falk.
Reinigungsstreife bei der U-Bahn: BVG nennt Projekt einen Erfolg

Das bisherige Pilotprojekt, das betonten alle Anwesenden der BVG wie auch Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU), sei ein Erfolg. Das führt das Unternehmen auch auf die Ergebnisse einer Umfrage zurück: Über die Hälfte der Befragten, die die BVG regelmäßig nutzen, kenne das Projekt, nahezu alle bewerteten die Reinigungsstreife positiv und 92 Prozent hätten eine Fortführung der Maßnahmen befürwortet. Auch unter den Beschäftigten sei die Zustimmung groß, heißt es. U-Bahn-Chefin Meike Brännström sprach von einem Erfolg aus dreierlei Hinsicht: „Eine höhere Personalpräsenz führt zu einem höheren Wohlbefinden“, sagte sie. Das hängt auch zusammen mit mehr Sauberkeit, die wiederum das Sicherheitsgefühl verbessert – bei Fahrgästen, wie auch Mitarbeitenden.
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In den Fokus rücken will die BVG in nächster Zeit auch die Station Kottbusser Tor, die zum „Innovationsbahnhof“ werden soll, wie BVG-Sicherheitschef Ingo Tederahn erklärte. „Dort werden wir Maßnahmen ausprobieren, die weit über Sicherheit und Sauberkeit hinausgehen“, kündigte er an.
Hier ein Überblick über das, was die BVG am Kottbusser Tor plant – wobei einiges davon noch in Prüfung ist. Ein genauer Zeitplan, wann welche Idee umgesetzt sein soll, wurde daher noch nicht vorgestellt.
1. Ein modulares Sicherheitscenter
Wie BVG-Chef Falk erklärte, sei es nicht sinnvoll, an allen Bahnhöfen die alten Häuschen zu reaktivieren, in denen früher dauerhaft Personal anwesend war. „Was aber Sinn macht, ist ein modulares Sicherheitscenter, das wir schnell auf- und abbauen können“, so Falk. Damit kann an Bahnhöfen wie dem Kottbusser Tor, die als tendenziell problematisch bekannt sind, wieder für eine sichtbare Besetzung des Bahnhofs gesorgt werden, Fahrgäste bekommen einen festen Ansprechpunkt. Gleichzeitig könne das Center auch nur temporär genutzt werden, etwa im Rahmen von Großveranstaltungen wie im vergangenen Jahr der Fußball-EM.
2. Neue Eck-Spiegel
Spiegel, wie man sie aus dem Straßenverkehr kennt, soll auch für das am Kottbusser Tor geprüft werden, mit dem Ziel, dass Menschen in dem verwinkelten Bahnhof besser um Ecken schauen können.
U-Bahnhof Kottbusser Tor könnte neuen Ausgang bekommen
3. Öffnung des Ausgangs Süd
Der südliche Ausgang des U-Bahnhofs Kottbusser Tor ist laut Falk seit den 1980er-Jahren geschlossen. Nun wird in Betracht gezogen, das zu ändern. „Wir sind dazu im Gespräch mit dem Bezirk und der Senatsverwaltung“, sagte er. Durch die Öffnung würde es einen direkten Zugang zum Bahnsteig der U8 geben. Fahrgastströme könnten sich so besser verteilen, außerdem werde auch der Platz, zu dem der Ausgang eigentlich führt, so besser erschlossen werden, so Falk.
4. Fahrgastmeldungen per WhatsApp
Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte soll ein Test starten, bei dem Fahrgäste rund um die Uhr Schäden und Dreck per WhatsApp an die BVG melden können. Die Berliner S-Bahn bietet diese Möglichkeit schon seit Längerem an. Fahrgäste können auch dort, im besten Fall mit einem Foto, Verunreinigungen melden und bekommen auf Wunsch auch eine Rückmeldung dazu, wenn der Schmutz entfernt wurde.
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5. Stärkere Reinigung des Aufzugschachts
Viele Fahrgäste kennen vermutlich Situationen, in denen sie einen Aufzug nutzen müssen – und am liebsten wieder aussteigen würden, weil es dreckig ist oder unangenehm riecht. Vor allem in Sachen Geruch sei oft nicht der Aufzug selbst das Problem, sondern der Aufzugschacht, so Falk. Deshalb hat die BVG sich vorgenommen, diese stärker zu reinigen. Das ist allerdings mit großem Aufwand verbunden, heißt es: Der Aufzug selbst muss dafür für einige Stunden gesperrt werden.

6. Intelligente Kameraerkennung
Bereits umgesetzt ist die Installation von Kameras, mit denen vor allem die Gleise und Tunnel überwacht werden können. Die Kameras arbeiten mit KI, es soll ein automatischer Alarm ausgelöst werden, wenn Gefahren wie Menschen oder Gegenstände in den Gleisen erkannt werden. Perspektivisch ist laut BVG auch geplant, die intelligente Kameratechnik auf weitere Anwendungsfälle auszuweiten, etwa um Müll oder am Bahnsteig zurückgelassene Gegenstände zu erkennen.
7. Kultur und Musik am Bahnhof
An den Bahnhof Kottbusser Tor soll künftig mehr Musik und Kunst gebracht werden. So könnte am Bahnsteig Musik abgespielt werden, laut Falk am besten mit lokalem Bezug, also etwa von Künstlern und DJs aus Berlin oder dem direkten Umfeld. Ebenso könnten Werke von Berliner Künstlern in der Station ausgestellt werden.






