- Es ist wieder Saison: Aktuell sprießt auch in Berlin der Bärlauch
- Wo kann man das Superfood in der Hauptstadt besonders gut sammeln?
- Beim Pflücken besteht eine gefährliche Verwechslungsgefahr – und es gibt gesetzliche Vorgaben
In Berlin ist alles anders – sogar der Bärlauch. Das aromatische Kraut gehört zu den ersten Pflanzen, die im Frühjahr ihre grünen Blätter durchs welke Herbstlaub schieben und wird aktuell in vielen Rezepten empfohlen. Auch in Berlin gedeiht das Lauchgewächs vielerorts. Doch bevor man sich zur Ernte aufmacht, sollte man einige wichtige Dinge wissen.

Was ist das Besondere am Berliner Bärlauch?
Der Wunderlauch ist eine Berliner Pflanze. Es klingt nach der typischen Hauptstadt-Erhöhung zum stylischen Kult-Gewächs, aber es gibt ihn wirklich. Tatsächlich hat die in Berlin verbreitete Lauch-Variante schmalere und längere, „lanzettförmige“ Blätter als der herkömmliche Bärlauch, den es in Berlin natürlich auch gibt. Der Wunderlauch, sagen Experten, habe etwas weniger Aroma, sei aber genauso essbar wie das Original.
Zur Geschichte heißt es beim Naturschutzbund (Nabu) Berlin: Das Lauchgewächs mit dem wissenschaftlichen Namen Allium paradoxum sei vor gut 200 Jahren im Auftrag des russischen Zaren aus dem Kaukasus nach Berlin gebracht worden. Der „Berliner Knoblauch“ wachse heute in vielen Teilen Europas, „vor allem in Parks, Flussauen und deren Wäldern“. Gesammelt werden kann zwischen Februar und März, ab April bis in den Mai beginnt der Lauch dann zu blühen.
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Allerdings droht Laien Verwechslungsgefahr: Der Wunderlauch sieht dem giftigen Maiglöckchen ähnlich, sowohl in Blättern wie Blüten. Diese können Übelkeit, Reizungen bis hin zu Herzrhythmusstörungen hervorrufen. Unterscheiden lassen sich die Pflanzen am Duft: Bär- und Wunderlauch riechen nach Knoblauch. Auch die Blätter sehen etwa anders aus, beim Maiglöckchen stehen sie oben an einem Stiel.

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Und auch, wenn es viele Rezepte zum Haltbarmachen von Bärlauch gibt, etwa in Pestos und Pasten: Geerntet werden darf er nur zum eigenen Bedarf. Das besagt die sogenannte „Handstraußregelung“, die auch für andere essbare Vegetation gilt. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt vor, dass man von nicht geschützten Arten nur für den persönlichen Bedarf pflücken darf. In kleinen Mengen, eben so groß wie ein kleiner Strauß.

Hinterfragt werden sollte natürlich auch, wie appetitlich und hygienisch die Ernte in Berliner Parks und Rabatten ist – gerade angesichts der Hundedichte und Wildpinkler-Quote in vielen Grünflächen.
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Wer sich trotzdem entschieden hat: Das Schöne am Bärlauch ist seine Verlässlichkeit. Wo er einmal seine Zwiebeln ausgeschlagen hat, bleibt er in der Regel für Jahre. Und anders als manch seltene Pilzart breitet er sich gern großzügig aus.

Bärlauchfreunde in Berlin haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Bär- und Wunderlauch-Vorkommen im Stadtgebiet entdeckt und auf der digitalen Karte der Initiative mundraub.org verzeichnet. Eine Auswahl:
- Volkspark Jungfernheide: Saatwinkler Damm, Charlottenburg
- Volkspark Rehberge: nahe Dohnagestell, Wedding, Mitte
- Großer Tiergarten: nahe Venusbassin, Mitte
- Tegeler See: Vor dem Strandbad Tegelsee, in den Grünzügen zwischen See und Bernauer Straße bzw. Borsigdamm, Reinickendorf
- Liegewiese Plessches Gelände: Gatow, Spandau
- Helmholtzplatz: Prenzlauer Berg, Pankow
- Treptower Park: Treptow-Köpenick, mehrere Standorte
- Volkspark Prenzlauer Berg: nahe Süderbrokweg, Pankow
- Volkspark Hasenheide: nahe Columbiadamm und am Hauptweg zwischen Hasenheide und Columbiadamm, Neukölln
- Kaulsdorfer Busch: große Bestände am Wegesrand des Blumenwegs, Marzahn Hellersdorf
- Grünzug am Hamburger Teich: Romain-Rolland-Straße, Heinersdorf, Pankow
- Köpenicker Werder: Müggelheim , Treptow-Köpenick
- Düppeler Forst: an der Uferpromenade nahe Am Großen Wannsee, Steglitz-Zehlendorf
- Schlachtensee: im Grünzug zwischen Schlachtensee und dem gleichnamigen Bahnhof, Steglitz-Zehlendorf
- Grünstreifen am ehemaligen Stammbahn-Gelände: Clauertstraße neben der JVA, Steglitz-Zehlendorf
- Schweizerhofpark: nördliche Seite, nahe Teltower Damm, Steglitz-Zehlendorf
- Teltowkanal: beidseits des Teltowkanals, Höhe Hafen Mariendorf, Tempelhof-Schöneberg
- Park am Insulaner: nahe Prellerweg, Tempelhof-Schöneberg
- Gelände am Schwerbelastungskörper: General-Pape-Straße, Tempelhof-Schöneberg
- Landschaftspark Herzberge: Lichtenberg
Essbare Stadt: Die Plattform „Mundraub.org“
Die Plattform Mundraub.org gibt es schon seit 2009. Die Webseite sei für alle gedacht, „die heimisches Obst im öffentlichen Raum entdecken und die essbare Landschaft gemeinsam gestalten wollen“, heißt es auf der Seite. Mehrere zehntausend Menschen engagierten sich demnach sowohl online als auch im realen Leben, „um Fundorte miteinander zu teilen, gemeinsame Pflanz- und Ernteaktionen durchzuführen oder in regionalen Gruppen auszutauschen“.







