Die Entscheidung ist gefallen: Die Ringbahnbrücke am Autobahndreieck Funkturm kommt weg. Nach intensiver Prüfung beider Optionen – Abriss oder Stütze – hat sich die Autobahn GmbH für den vollständigen Abriss entschieden. Dieser soll spätestens bis zum 25. April 2025 abgeschlossen sein, wie die für Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung und Finanzierung der Autobahnen zuständige Gesellschaft des Bundes am Mittwoch mitteilte.

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Nach dem Abriss sollen die Gleise der Berliner Ringbahn unter der Brücke zwischen Halensee und Westend unmittelbar wieder befahrbar sein, so die Autobahn GmbH weiter. Der Abriss ist entscheidend, damit der S-Bahn-Verkehr auf dem Ring schnellstmöglich wieder funktioniert.
Verkehrsminister fordert schnellen Ersatzneubau

„Nach Sicherstellung der Finanzierung muss es jetzt Schlag auf Schlag gehen. Dem Abriss muss jetzt zügig der Ersatzneubau folgen. Wir sind in Deutschland in der Lage zu handeln und entschieden unsere Probleme anzupacken“, erklärte Volker Wissing, Noch-Bundesminister für Digitales und Verkehr am Mittwoch. Wissing hatte bereits am Dienstag 150 Millionen Euro für das Bauvorhaben zugesagt.
„Mit dem Abriss entscheiden wir uns bewusst für die schnellere Lösung“, erklärte Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH: „Wir schaffen damit klare Verhältnisse für die Wiederaufnahme des Bahn-Verkehrs.“
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Auch Westendbrücke wird vorzeitig abgerissen
Auch die im Streckenzug zwischen den Anschlussstellen Kaiserdamm und Spandauer Damm liegende Westendbrücke wird demnach vorzeitig abgerissen. Damit wurde die Deges (Deutsche Einheit und Fernstraßenplanungs- und – bau GmbH) von der Autobahn GmbH beauftragt.. Auch die Abrissarbeiten an der Westendbrücke sollen bis zum 25. April weitgehend abgeschlossen sein.
Gutachten bestätigte Rissbildung
Die Risse am Bauwerk waren zwar bereits seit Jahren bekannt - allerdings war bei einer erneuten Prüfung am 19. März festgestellt worden, dass sich die Risse vergrößert hatten. Umfassende statische Untersuchungen und Begutachtungen von Sachverständigen ergaben, dass die Brücke nicht mehr befahrbar ist. Sie war daraufhin sofort für den Verkehr gesperrt worden. Erst eine Woche später wurde ab Dreieck Funkturm wieder eine Fahrspur in Richtung Norden geöffnet. Diese führt nun über die Gegenfahrbahn.

Die am Mittwoch verkündete Entscheidung für den sofortigen Abriss basiert auf einem Gutachten vom 26. März 2025, der die Ausweitung der kritische Rissbildung bestätigte und eine Stützmaßnahme für die Ringbahnbrücke empfahl. Dass die von den Gutachtern und auch von externen Experten empfohlene Notabstützung der Brücke verworfen wurde, erklärt sich aus der Notwendigkeit, die Ringbahn schnellstmöglich wieder in Betrieb nehmen zu können. „Eine Brücke dieser Größenordnung stützt man nicht mal eben in drei Tagen ab“, sagte ein Teilnehmer des digitalen Spitzengesprächs zur A100-Sperrung der Berliner Morgenpost. Bei dem Krisengespräch am Dienstagabend waren Teilnehmer der Verkehrssenatsverwaltung und des Bundesverkehrsministeriums sowie von S-Bahn, Messe, Polizei, Feuerwehr, Autobahn GmbH sowie Bauindustrieverband vertreten.
Bau einer Behelfsbrücke entfällt
Im Zuge des seit Jahren geplanten kompletten Umbaus des Autobahndreiecks Funkturm sollten insgesamt 25 Brücken - darunter auch die Ringbahn - und die Westendbrücke - abgerissen und neu aufgebaut werden. Für das Projekt gibt es bislang allerdings immer noch kein Baurecht. Kalkuliert wurde ursprünglich mit einem Start der Bauarbeiten im Jahr 2023, doch das notwendige Planfeststellungsverfahren zog sich immer weiter in die Länge. Anders als ursprünglich geplant, entfällt nun der Bau einer Behelfsbrücke neben der Ringbahnbrücke. Diese sollte dafür sorgen, auch während der Bauphase der Verkehr weiter ohne Unterbrechung auf der A100 rollen kann.
Offen ließ die Autobahn GmbH und Deges am Mittwoch, ab wann die neue Brücke fertig sein und für den Verkehr wieder freigegeben wird. In der kommenden Woche soll immerhin ein ungefährer Zeitplan feststehen, hieß es von Teilnehmern des Spitzengesprächs.
Wegner: Zwei Jahre wären eine gute Zeit
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner setzt unterdessen auf eine schnelle Lösung beim Ersatzbau. Es sei eine gute Nachricht, wenn der Bund jetzt die Finanzierung sicherstelle und die Abrissarbeiten schnell beginnen könnten, sagte der CDU-Politiker im RBB-Inforadio. Es gebe dazu Gespräche, auch mit unterschiedlichen Baufirmen. „Das muss jetzt wirklich schnell gehen.“ Es müssten alle Instrumente genutzt werden, um das Projekt zu beschleunigen. „Meine Erwartungshaltung ist, dass die Baumaßnahmen nach Möglichkeit 24 Stunden sieben Tage die Woche laufen.“
Allerdings sei es nicht ganz so einfach, eine Brücke abzureißen und eine neue zu bauen. „Das geht leider nicht in wenigen Wochen und auch nicht in wenigen Monaten“, räumte der CDU-Politiker ein. „Zwei Jahre wären eine gute Zeit.“





