Das lang befürchtete Verkehrschaos im Berliner Westen ist da: Die Ringbahnbrücke der A100 am Autobahndreieck Funkturm ist in nördlicher Richtung aus Sicherheitsgründen vollständig und auf unbestimmte Zeit gesperrt. Das teilte die Autobahngesellschaft des Bundes am frühen Abend mit. Umfassende statische Untersuchungen und Begutachtungen von Sachverständigen hätten ergeben, dass die Brücke nicht mehr befahrbar sei, heißt es. „Die ingenieurstechnischen Untersuchungen zeigen, dass die Ringbahnbrücke sofort aus dem Verkehr genommen werden muss“, so Ronald Normann, Niederlassungsleiter Nord-Ost der Autobahn GmbH.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Der rbb berichtete am Abend, dass die Brücke wohl für zwei Jahre gesperrt bleibe, mindestens. Noch in der Nacht zu Donnerstag solle eine Baustellenverkehrsführung eingerichtet werden.

Betroffen ist die Fahrtrichtung, in welcher die A115 auf die A100 führt. Verkehrsteilnehmer müssen mit Staus und weiträumigen Umleitungen rechnen. Täglich fahren tausende Autos über die Autobahnbrücke in der Nähe des Berliner Messegeländes in Charlottenburg. Nach Norden werde kurzfristig eine Baustellenverkehrsführung auf der Gegenfahrbahn eingerichtet. Ziel sei es, die Einschränkungen so kurz und gering wie möglich zu halten. Eine sehr weitreichende Umfahrung bezeihungsweise wenn möglich der Umstieg auf S- und Regionalbahn werden ausdrücklich empfohlen.

Verkehrschaos in Berlin: Auch Westend-Brücke wird gesperrt

Zusätzlich wird auch die nahegelegene Westend-Brücke vorsorglich gesperrt, da erste Ergebnisse einer Sonderprüfung Bedenken hinsichtlich auch ihrer Stabilität aufwerfen, so die Gesellschaft. Die Sperrung betrifft die Strecke bis zur Auffahrt Knobelsdorff-Straße. Nach den bisherigen Untersuchungen kann aber immerhin die S-Bahn-Strecke, die unter der Ringbahnbrücke verläuft, vorerst weiter in Betrieb bleiben.

Schon Anfang März wurde festgestellt, dass sich ein bereits bekannter Riss in einem tragenden Bauteil deutlich ausgeweitet hat. Zuletzt war die Fahrbahn deswegen nur einspurig in Richtung Wedding befahrbar, Staus, stockender Verkehr und verstopfte Straßen in den angrenzenden Wohngebieten und Kiezen waren die Folge. Doch auch das einspurige Befahren ist nun nicht mehr möglich, alle Spuren werden dicht gemacht. Bei Untersuchungen in dieser Woche waren weitere Risse an der Autobahnbrücke entdeckt worden.

Ringbahnbrücke A100: Keine andere Wahl als die Vollsperrung

„Nach eingehender Prüfung aller technischen Optionen können weder eine temporäre Teilsperrung noch provisorische Stützmaßnahmen die erforderliche Standsicherheit gewährleisten“, so Neumann weiter. „Die Vollsperrung ist aus Gründen der Verkehrssicherheit unvermeidbar“. Man wisse, dass diese eine enorme Belastung für den Verkehr in Berlin bedeute, aber es gebe aus Sicherheitsgründen keine andere Wahl.

Die Autobahn GmbH versichert, in enger Abstimmung mit der Senatsverkehrsverwaltung, den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), der Deutschen Bahn sowie Polizei und Feuerwehr ein Verkehrskonzept zur Lösung des Problems zu entwickeln. Am Donnerstagmittag soll über den aktuellen Stand und erste Ergebnisse in einer Pressekonferenz informiert werden. Der Neubau der Ringbahnbrücke ist integraler Bestandteil der Erneuerung des Autobahndreiecks Funkturm. Diese umfasst den Neubau von 1,9 Kilometern der Autobahnen A115 und A100, der Anschlussstelle Messedamm sowie von 25 Brückenbauwerken.