• Nächste Woche steht ein neuer BVG-Streik bevor
  • U-Bahnen, Straßenbahnen und viele Buslinien fahren für 48 Stunden nicht
  • Der Streik dürfte das aktuelle Chaos im Berliner Verkehr noch verschärfen

Nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen zwischen den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und Verdi hat die Gewerkschaft den nächsten Streik bei dem Unternehmen angekündigt. Man rufe die BVG-Beschäftigten nächste Woche Mittwoch und Donnerstag zu einem 48-stündigen Ausstand auf, teilte die Gewerkschaft mit.

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Der Ausstand soll am Mittwoch (26. März) mit Betriebsbeginn gegen 3 Uhr morgens beginnen und am Freitagmorgen (28. März) mit Betriebsbeginn gegen 3 Uhr enden. Wie bei den Arbeitskämpfen zuvor gilt: In der Zeit fahren keine U-Bahnen und keine Straßenbahnen. Die Berliner S-Bahn ist von dem Streik nicht betroffen, ihre Züge fahren regulär. Auch die Regionalzüge der Deutschen Bahn sind wie gewohnt unterwegs. Außerdem: Viele Buslinien der BVG werden von externen Dienstleistern betrieben und sind aus diesem Grund ebenfalls nicht von vom Warnstreik betroffen.

Mit Rauchtöpfen demonstrieren Beschäftigte der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)vor dem Roten Rathaus in Berlin.
Mit Rauchtöpfen demonstrieren Beschäftigte der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)vor dem Roten Rathaus in Berlin. © dpa | Michel Winde

Die neue Streikankündigung trifft Berlin zur Unzeit: Die Sperrung der Ringbahnbrücke der A100 hat den Verkehr im Westen der Hauptstadt ins Chaos gestürzt. In diesem Bereich ist das Auto aufgrund massiver Staus keine Alternative zur U-Bahn. Auch die S-Bahn hat sich in der vergangenen Woche als kein guter Ersatz erwiesen. Aufgrund wiederholter Störungen kam es in der vergangenen Woche immer wieder zu großen Verspätungen und Ausfällen.

Neuer BVG-Streik in Berlin: Unternehmen zeigt sich entsetzt – „Das macht man nicht“


Die BVG verurteilte die Ankündigung weiterer Warnstreiks „aufs Schärfste“. „Während die BVG die Schlichtung vorschlägt, um den Konflikt zu lösen, reagiert die Gewerkschaft destruktiv. Das macht man nicht“, teilte das Unternehmen mit.“ Damit habe Verdi den Bogen überspannt. „Ein weiterer Streik auf dem Rücken der Berlinerinnen und Berliner wäre ein Unding!“

Verdi warf der BVG am Freitag vor, bei der Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt zu haben, „welches die Reallöhne der Beschäftigten sichert und ihre Leistungen angemessen honoriert“. Verdi leitete demnach die Vorbereitung einer Urabstimmung über unbefristete Streiks ein. Diese soll von Mittwoch kommender Woche (26. März) bis zum 4. April dauern. Für einen unbefristeten Streik müssten in einer Urabstimmung mindestens 75 Prozent der teilnehmenden Mitglieder stimmen.

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Die BVG hatte nach den Verhandlungen am Freitag vorgeschlagen, den Konflikt über eine Schlichtung zu lösen. Dabei würden externe Vermittler im Tarifkonflikt versuchen, eine Einigung zu finden. Die Gespräche könnten aus Sicht der BVG bereits in der kommenden Woche beginnen. Verdi müsste dem Verfahren allerdings zustimmen. Die Gewerkschaft ließ bislang offen, ob dies geschehen werde. 

Am Mittwoch und Donnerstag hatten die BVG-Beschäftigten ihre Forderungen bereits mit Warnstreiks unterstrichen. Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt sprach von einer „sehr guten Beteiligung“ an dem Arbeitskampf. Doch „die Arbeitgeber haben es ignoriert“.

Bereits vier Mal hat Verdi seit Januar zum Warnstreik bei der BVG aufgerufen. (Archivbild)
Bereits vier Mal hat Verdi seit Januar zum Warnstreik bei der BVG aufgerufen. (Archivbild)© dpa | Sebastian Gollnow

Die Gewerkschaft fordert für die BVG-Beschäftigten 750 Euro mehr Lohn pro Monat, eine Fahrdienst- beziehungsweise Wechselschichtzulage in Höhe von 300 Euro sowie ein 13. Monatsgehalt. In den Tarifverhandlungen hatte die BVG nach eigenen Angaben Fahrern zuletzt 13,6 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwei Jahren angeboten.

dpa/AFP/tok/bee