Eine rechtsextremistische Demonstration in Friedrichshain war am Samstag nach rund vier Stunden vorzeitig beendet worden. Angesichts zahlreicher Gegenproteste kamen die Neonazis am Ostkreuz kaum vom Fleck. Der Versammlungsleiter habe die Versammlung vorzeitig beendet, teilte die Polizei auf der Plattform X mit. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit rund 1.500 Kräften im Einsatz, um beide Lager zu trennen.

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Der Aufzug sollte am S-Bahnhof Ostkreuz starten und dort auch wieder enden. Der Weg sollte unter anderem am Frankfurter Tor vorbeiführen und über die Frankfurter Allee und die Rigaer Straße weitergehen, wo die linke Szene aktiv ist. Wir berichten über die Demo und die Gegenproteste im Blog.
Rechtsextremen-Demo in Berlin – die News: Zahl der Festnahmen
18.35 Uhr: Nach ersten Zahlen am Abend (18.30 Uhr) gab es rund 85 Festnahmen. Details dazu will die Polizei am Sonntag nennen. Mehrere Menschen hätten sich nicht an das Vermummungsverbot gehalten, hieß es. Auch wegen Landfriedensbruchs werde ermittelt.
Der Versammlungsleiter einer Versammlung am Ostkreuz in #Friedrichshain hat seine Versammlung vorzeitig beendet. Die @bpol_b und unsere Einsatzkräfte gewährleisten einen störungsfreien Abstrom der ehemaligen Teilnehmenden.#b2203 pic.twitter.com/510LkLLhFf
— Polizei Berlin Einsatz (@PolizeiBerlin_E) 22. März 2025
Gegendemonstranten wollen Absperrung durchbrechen
18.13 Uhr: Immer wieder kommt es zu Rangeleien, die Stimmung war teils aufgeheizt. Demonstranten aus dem linken Lager versuchten nach Angaben einer Polizeisprecherin, eine Absperrung zu durchbrechen. Polizisten hätten deshalb auch Pfefferspray eingesetzt. Einige Menschen seien vorübergehend festgenommen worden.
Deutlich mehr als 2.000 Demonstranten
17.47 Uhr: Mehrere Tausend Menschen protestieren lautstark gegen die Neonazi-Demo. Die Polizei sprach von deutlich mehr als 2.000 Demonstranten, jedoch unter 5.000 Menschen. Auf der geplanten Strecke des Aufzuges in Friedrichshain gab es laut Polizei 15 Gegenproteste, teils blockierten Hunderte Menschen die Straße.
Veranstalter spricht im Vorfeld von 1.200 Teilnehmern
17.34 Uhr: Rund 850 Menschen und damit deutlich mehr als zuletzt bei diesen Demos beteiligten sich laut Polizei in der Spitze an dem Aufmarsch. Unter dem Titel „Für Recht und Ordnung. Gegen Linksextremismus und politisch motivierte Gewalt“ war bundesweit mobilisiert worden. Der Veranstalter hatte im Vorfeld von 1.200 Teilnehmern gesprochen.
Polizei schätzt Teilnehmer-Zahl
16.22 Uhr: Rund 850 Menschen – und damit deutlich mehr als zuletzt – beteiligten sich laut Polizei an der rechtsextremistischen Kundgebung. Mindestens 2000 Menschen protestierten nach Polizeiangaben lautstark gegen die Neonazi-Demo.
Drei Personen werden Richter vorgeführt
15.34 Uhr: Die Polizei hat drei Demo-Teilnehmer wegen des Zeigens von Symbolen verfassungswidriger Organisationen festgenommen. Alle drei wurden einem Richter vorgeführt, der ein Unterbindungsgewahrsam bestätigte, schrieb die Polizei beim Kurznachrichtendienst X.
Unsere Kolleg. haben drei Teilnehmer einer Versammlung in #Friedrichshain wegen des Zeigens von Symbolen verfassungswidriger Organisationen festgenommen. Alle drei wurden einem Richter vorgeführt, der ein Unterbindungsgewahrsam bestätigte.#b2203 pic.twitter.com/dwk1BuZ0eA
— Polizei Berlin Einsatz (@PolizeiBerlin_E) March 22, 2025
Polizei überprüft Lied
15 Uhr: Es gab Hinweise, dass ein verbotenes Lied gespielt wurde. Die Polizei überprüfte dies, konnte aber keine strafbaren Inhalte feststellen. „Der Aufzug soll sich bald auf der geplanten Strecke in Bewegung setzen“, hieß es weiter.
„Omas gegen Rechts“ auf der Warschauer Brücke

14.55 Uhr: „Herz statt Hetze“, schallt der Ruf aus einer Demonstranten-Gruppe auf der Warschauer Brücke. Die „Omas gegen Rechts“ haben sich mit Dutzenden anderen Nazi-Gegnern versammelt, um den Aufzug zu empfangen, der laut des ursprünglichen Zeitplans eigentlich über die Brücke ziehen müsste. Doch die rechten Demonstranten sind noch nicht losgezogen – und es ist ungewiss, ob sie den „Omas gegen Rechts“ überhaupt begegnen.
Gegendemonstranten blockieren Demo-Route

14.47 Uhr: An der Ecke Markgrafendamm/Stralauer Allee haben sich Dutzende Gegendemonstranten versammelt. Sie halten Transparente der Antifa und ihre Sprechchöre richten sich gegen die Rechtsradikalen wie auch gegen die Polizei. Die Stimmung ist zunehmend unentspannt, die Einsatzkräfte der Polizei ließen die Blockade bis jetzt noch gewähren, aber eigentlich sollte dort die Route der Nazi-Demonstration verlaufen. Nach Beobachtungen eines dpa-Reporters kam es zu ersten Rangeleien.
Polizei durchsucht Demonstranten

14.36 Uhr: Die Polizei durchsucht immer wieder rechte Demonstranten, die zum Startplatz der Demo wollen.
Neonazi-Demo wartet auf Start
14.12 Uhr: Geschätzte 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer warten noch immer darauf, am Ostkreuz loslaufen zu können. Laut Augenzeugen-Berichten sind die umliegenden Straßen von Gegendemonstranten blockiert.
Polizei führt Demonstranten ab

13.48 Uhr: Ein Teilnehmer verstößt gegen das Vermummungsverbot und wird von der Polizei abgeführt.
Polizeihubschrauber verschafft Überblick

13.46 Uhr: Ein Polizeihubschrauber wird demnächst über Friedrichshain fliegen, um der Einsatzleitung einen Überblick über die Aufzugsstrecken und den Zustrom zu den Versammlungen zu verschaffen.
Heitere Stimmung bei den Gegendemonstranten

13.25 Uhr: Am Treffpunkt der linken Gegendemonstration, Ostkreuz, Ecke Sonntagstraße, zeigt sich heitere Stimmung. Folk-Tänze zu treibender Musik, Regenbogenfahnen, Parteibanner von Linken und Grünen, aber auch Antifa-Insignien: Der Protest gegen die Nazi-Demo erfolgt überwiegend gut gelaunt. Man kämpft gegen rechts und sieht sich auf der richtigen Seite. Teils düster sind aber die Parolen auf den Plakaten wie diese Aufschrift: „Nazis marschieren – das ist so 1933“.
Bislang weniger Teilnehmer als angemeldet
13.19 Uhr: Es sind 250 rechte Demonstranten am Ostkreuz. Angemeldet waren 1200.
Erste Festnahmen schon vor Demo-Start

13.10 Uhr: Die Polizei hat einen Demo-Teilnehmer festgenommen. Er habe auf dem Weg zum Startplatz vor Einsatzkräften den deutschen Gruß gezeigt. Außerdem gab es weitere Festnahmen, weil sich einige nicht an das Vermummungsverbot hielten.
Im Bahnhof Ostkreuz kam es fast zu Handgreiflichkeiten

13.05 Uhr: Am Bahnhof Ostkreuz kommt es zu ersten Konfrontationen zwischen rechten und linken Demonstranten. Durch die Halle der oberen Ebene hallen „Nazis raus“-Rufe – im Wechsel mit der Ansage: Haut ab!“ Zwei junge Männer, einer von ihnen mit einem schwarz-weißen Halstuch maskiert, geraten aneinander. Es drohen Handgreiflichkeiten. Aber kurz bevor die Polizisten eingreifen müssen, entspannt sich die Lage. Angehörige der rechten und linken Kundgebungen bewegen sich jetzt aus dem Bahnhof zu ihren Gruppen.
Polizei macht Lautsprecherdurchsagen

12.52 Uhr: Über Lautsprecherdurchsagen werden die Teilnehmer von der Polizei darauf hingewiesen, dass „nicht-medizinische Teilabdeckungen des Gesichts während der Versammlung nicht erlaubt sind.“
Polizisten überprüfen Personen

12.34 Uhr: Die Kräfte der Einsatzhundertschaften überprüfen gemeinsam mit dem Staatsschutz vor Beginn einer Versammlung, ob Personen verbotene Symbole oder Kennzeichen des Rechtsextremismus mitführen oder auf der Haut oder an der Kleidung tragen.
Polizei ist mit zahlreichen Kräften im Einsatz

12.18 Uhr: Für die Einsatzkräfte der Polizei wird eine der herausforderndsten Aufgaben bei diesem Großeinsatz sein, die Lager auseinanderzuhalten. Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, werden ungefähr 1400 Beamtinnen und Beamte im Einsatz sein. Unterstützt wird die Berliner Landespolizei von Kräften aus Bremen und Bayern. In Berlin mussten Polizistinnen und Polizistinnen aus der geplanten Freizeit geholt werden.
Rechtsextremisten demonstrierten schon im Februar und Dezember
10.08 Uhr: Am 22. Februar und im Dezember hat es bereits Demonstrationen von Rechtsextremisten gegeben. Im Februar waren es etwa 150 Neonazis, die von der Friedrichstraße zum Hauptbahnhof liefen, im Dezember demonstrierten sie in Friedrichshain. Bei beiden Terminen versuchten viele linke Gruppen die Demonstrationen zu blockieren. Es kam zu Rangeleien mit der Polizei, die Stimmung war aggressiv. Im Dezember hatte zudem eine aus Sachsen-Anhalt angereiste Gruppe junger Rechtsextremisten Wahlkampfhelfer der SPD angegriffen und einige verletzt. Die Polizei fasste mehrere Verdächtige.










