Die Autobahngesellschaft hat am Montag Details zur aktuell einspurigen A100-Brücke bekanntgegeben. Demnach bleibt die Brücke vorerst nur einspurig befahrbar. Und so wird es wohl vorerst bleiben. Es müsse geprüft werden, inwieweit der Schaden reparabel ist, aber die Brücke sei am Ende ihres Lebensalters, sagte Ronald Normann, Direktor der Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH des Bundes. Er sei wohl zu groß, um die partielle Sperrung zurückzunehmen. Es könnte aber noch dicker kommen.

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Sollten sich die Schäden am Bauwerk als noch größer darstellen, wäre auch eine Vollsperrung möglich. Dann würden die Tendenz in Richtung Abriss und Neubau der Brücke zeigen, hieß es am Montag. Das Ziel müsse es jetzt sein, die beschädigte Brücke bis zum geplanten Ersatzneubau des Dreieck-Funkturms zumindest einspurig für den Verkehr offenzuhalten. Autofahrer müssen also weiter mit Staus rund um das Autobahndreieck rechnen. Die Überprüfung werde gut zwei Wochen in Anspruch nehmen, so Normann.

Ringbahnbrücke am Autobahndreieck Funkturm: Wieso auch eine Vollsperrung möglich ist

Sollte wirklich eine Vollsperrung nötig werden, werde sich die Autobahn GmbH mit der zuständigen Senatsverwaltung und dem Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf in Verbindung setzen, um Konzepte zu erarbeiten. Man rechnet damit, dass der Umleitungsverkehr die umliegenden Gegenden enorm belasten würden. Als im vergangenen Sommer Auffahrten der Autobahn in Charlottenburg teilweise gesperrt wurden, konnten Anwohner einen Vorgeschmack auf die Folgen der A100-Sperrung erleben.

Stau A100 wegen Brückenschäden
Unter der Brücke verkehrt die Ringbahn mit den S-Bahn-Linien S41, S42 und S46.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Die seit Donnerstag bestehende Einspurigkeit auf der A100-Brücke über die Ringbahn trifft 230.000 Fahrzeuge pro Tag, die im Bereich des Dreiecks Funkturm unterwegs sind. Autofahrer müssen dort also weiter viel mehr Zeit einplanen. Infolge der Sperrung kam es auch Montag zu erheblichen Staus. Die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) Berlin bat daher erneut alle Verkehrsteilnehmer, sich auf die weiterhin bestehenden Einschränkungen einzustellen und nach Möglichkeit Ausweichrouten zu nutzen.

A100-Brücke in Berlin-Westend gesperrt: Wieso auch die mittlere Spur zu bleibt

Die Experten würden der Autobahngesellschaft arbeiteten derzeit mit unvergleichlich großer Geschwindigkeit. Der Verkehr werde derzeit einspurig über jenen Teil der Brücke geleitet, an der die Schäden nicht so groß seien. Die Sicherheit der Autofahrer und auch der darunter fahrenden S-Bahn sei gewährleistet. Der Riss wurde im Hohlkasten des Brückenüberbaus gefunden. Um die Belastung von dem betroffenen Brückenabschnitt zu nehmen, sei auch die Sperrung der mittleren Spur weiter erforderlich.

Die Maßnahmen sind notwendig, weil sich der Riss in der Brücke, der bereits seit Längerem beobachtet wurde, zuletzt noch einmal vergrößert hatte. In den vergangenen Tagen hat die Autobahngesellschaft diesen durch Experten untersuchen lassen. Über das Wochenende hinweg sei die Situation zwar unverändert geblieben. „Der Riss hat uns Sorgen bereitet, was die Standfestigkeit des Gebäudes betrifft“, sagte Normann der Autobahngesellschaft. Dank der Überwachung der Brücke konnte sofort reagiert werden.

Gesperrte A100-Brücke: Diese Arbeiten sind nun geplant

Ohnehin sei es wichtig, festzuhalten, dass den Verantwortlichen die Bedeutung der A100 in diesem viel befahrenen Abschnitt bewusst sei. Die Sperrung sei vor dem Hintergrund der Verantwortung für die Sicherheit alternativlos gewesen. Die Ringbahnbrücke wurde 1963 gebaut. Zunächst wurde 2015 die zulässige Last beschränkt und jährliche Sonderprüfungen angeordnet. „Das Lebensende der Brücke naht“, sagte Matthias Seidel, Brückenbauchef der Autobahn GmbH Nordost.

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Der Zeitplan der nächsten zwei Wochen sieht vor, die Schäden an der Brücke fortan täglich zu überwachen und auszuwerten. Langfristig könnte eine Anpassung Zeiträume der Sonderprüfungen die Brücke noch retten. Kleinteilige Risskartierungen und die Überprüfung aller konstruktiven und statischen Unterlagen im Hinblick auf das Schadensbild sollen die Lage erhellen. Zudem müsse ein Konzept zur Spannstahlbeprobung erstellt werden. Ein in der Brücke verwendeter Baustoff könnte besonders anfällig sein.

Dreieck Funkturm: Wie es am Verkehrsknotenpunkt nun weitergeht

Der schlechte Zustand mehrerer Brücken im Verlauf der A100 ist bekannt, bereits heute gelten deshalb teilweise dauerhafte Einschränkungen: etwa ein Tempolimit von 60 Kilometern pro Stunde statt der ansonsten weitgehend geltenden Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. Lkw müssen zum Teil einen bestimmten Abstand halten, um die Bauwerke zu entlasten, ein Überholverbot für Lkw ist eine weitere solche Maßnahme. Auf einer Brücke im Dreieck Funkturm gilt außerdem eine Gewichtsbegrenzung. Lkw, die mehr als 7,5 Tonnen wiegen, dürfen dort nicht mehr fahren.

Das Dreieck Funkturm ist bekanntlich insgesamt in einem schlechten Zustand und soll deshalb vollkommen neu gebaut werden. 25 Brücken werden abgerissen und neu aufgebaut, auch die Anschlussstelle Messedamm entsteht neu. Der Zeitplan hat sich allerdings zuletzt verzögert, weil noch kein Baurecht vorlag. Im Sommer des vergangenen Jahres ging die Projektgesellschaft Deges, die den Umbau verantwortet, davon aus, dass in diesem Jahr Bauvorbereitungen starten könnten. Die Hauptbauleistungen sollen 2026 beginnen. Die Einschätzung galt allerdings vorbehaltlich des weiteren Ablaufs des Planfeststellungsverfahrens.