Autofahrer müssen sich weiterhin auf lange Staus einstellen: Die A100-Brücke über die Ringbahn im Bereich des Dreiecks Funkturm bleibt vorerst einspurig. Das hat die Autobahngesellschaft des Bundes am Freitagnachmittag mitgeteilt. Zur Begründung heißt es, dass die Untersuchung des festgestellten Risses noch nicht abgeschlossen sei und die Auswertung andauere. „Sobald belastbare Ergebnisse vorliegen, werden die Öffentlichkeit und alle zuständigen Stellen umgehend informiert“, so die Autobahn GmbH. Solange bleibt es bei der Einspurigkeit. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, sich auf die weiterhin bestehenden Einschränkungen einzustellen und nach Möglichkeit Ausweichrouten zu nutzen.
A100 in Berlin: Am Montag sollen Erkenntnisse der Untersuchung vorgestellt werden
Bereits am Donnerstag hatte die Autobahngesellschaft des Bundes mitgeteilt, dass die Brücke nur noch einspurig befahren werden kann, weil sich ein schon länger beobachteter Riss erweitert hatte. Verkehrsteilnehmer sollten mit „erheblichen Einschränkungen“ rechnen, hatte das Unternehmen gewarnt. Für den Montag ist nun eine Pressekonferenz angekündigt, auf der sich das Unternehmen ausführlich zur Lage äußern will. Dann sollen auch mögliche weitere Maßnahmen vorgestellt werden.
Klar ist: Bleibt die Einspurigkeit länger bestehen, hat das extreme Folgen für den Verkehr, vor allem in der Berufsverkehrszeit. Schon seit Donnerstag gab es erhebliche Staus infolge der Einschränkung, die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) sprach zeitweise von einem Plus von 60 Minuten. Auch im Umfeld der Stadtautobahn stockte der Verkehr. Autofahrer werden zusätzlich durch die Bauarbeiten auf der A113 in Richtung Berlin getroffen. In einem Abschnitt steht dort ebenfalls nur eine Spur zur Verfügung, was für weitere Staus sorgt.
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Dreieck Funkturm muss neu gebaut werden – planmäßig ab 2026
Das Dreieck Funkturm ist bekanntlich insgesamt in einem schlechten Zustand und soll deshalb vollkommen neu gebaut werden. Von der heutigen Autobahn soll nichts übrig bleiben. 25 Brücken werden abgerissen und neu aufgebaut, auch die Anschlussstelle Messedamm entsteht neu. Der Zeitplan hat sich allerdings zuletzt verzögert, weil noch kein Baurecht vorlag. Im Sommer des vergangenen Jahres ging die Projektgesellschaft Deges, die den Umbau verantwortet, davon aus, dass in diesem Jahr Bauvorbereitungen starten könnten. Die Hauptbauleistungen sollen 2026 beginnen. Die Einschätzung galt allerdings vorbehaltlich des weiteren Ablaufs des Planfeststellungsverfahrens.
Auch weitere Brücken der Stadtautobahn sind marode, müssen abgerissen und neu gebaut werden. Das gilt für die Westendbrücke und die Rudolf-Wissell-Brücke. Dass die Lage auf der A100 kritisch ist, hatte Andreas Irngartinger, Bereichsleiter bei der Deges für die Projekte in Berlin, bereits Anfang 2024 im Interview mit der Berliner Morgenpost verdeutlicht. „Der bauliche Zustand der Brücken ist so schlecht, dass wir dort, wo wir Baurecht haben, sofort mit dem Bauen anfangen müssen. Wenn wir das nicht in den nächsten zwei, drei Jahren schaffen, wäre ein Verkehrskollaps in Berlin nicht auszuschließen“, sagte er damals.



