Ordnungswidrig handelt, „wer eine grob ungehörige Handlung vornimmt, die geeignet ist, die Allgemeinheit zu belästigen oder zu gefährden und die öffentliche Ordnung zu beeinträchtigen“, so heißt es in § 118 des deutschen Ordnungswidrigkeitengesetzes. Darunter fällt auch das „Wildpinkeln“, also das Urinieren in der Öffentlichkeit. Es kann demnach dafür eine Geldbuße verhängt werden, wenn die Tat nicht sogar nach anderen Vorschriften geahndet wird.

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Allerdings variiert die Höhe der Geldbuße je nach Kommune zu Kommune. Zudem hängt sie davon ab, wo das „Geschäft“ verrichtet wird, schreibt die ARAG-Versicherung auf ihrer Homepage in einem Bußgeld-Vergleich. Grundsätzlich können für das Delikt bis zu 5000 Euro fällig werden. Eine Frage ist auch, ob es als „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ gewertet wird, was laut Strafgesetzbuch erhebliche Strafen nach sich ziehen kann. Vor allem, wenn es vor den Augen von Kindern passiert.

Dass Berlin ein Pipi-Problem hat, lässt sich vielerorts schlicht erschnuppern

Dass Berlin ein Pipi-Problem hat, lässt sich vielerorts schlicht erschnuppern. Ein Grund könnte die „Höhe“ der Geldbuße sein, die in Berlin dafür verhängt wird, sofern das denn überhaupt jemals passiert. Laut ARAG und einem im Internet recherchierbaren „Verwarnungsgeldkatalog der bezirklichen Ordnungsämter“ auf dem Portal Berlin.de von 2013 liegt die Buße bei lediglich 20 Euro. Laur ARAG gibt es kaum eine Kommune, die noch geringere Strafen erhebt. Am teuersten kommt die öffentliche Pinkelei demnach in Kaiserslautern, wo bis zu 5000 Euro erhoben werden.

2011 gab es auf der Düsseldorfer Königsallee öffentliche Pissoirs. Ein baugleiches stand 2015 am Bahnhof Zoo in Berlin.
2011 gab es auf der Düsseldorfer Königsallee öffentliche Pissoirs. Ein baugleiches stand 2015 am Bahnhof Zoo in Berlin. © Uwe Schaffmeister | Uwe Schaffmeister / WAZ Fotopool

Die Berliner Bezirke haben verschiedene Methoden getestet, um der Wildpinkelei beizukommen – meist erfolglos. An der Jebensstraße hinter dem Bahnhof Zoo in Charlottenburg etwa gab es 2016 ein öffentlich einsehbares Pissoir. Eine Plastik-Fass, das sich vor allem an die Obdachlosen richtete, die rund um den Bahnhof campierten. Der Bezirk Pankow plante 2019 Pissoirs „wie an der Reeperbahn“ in der Nähe von Bahnhöfen. Friedrichshain-Kreuzberg stellte 2022 am Kottbusser Tor eine wasserloses Öko-Klo auf, das auch ein „Missoir“ für Frauen enthielt. Es wurde jedoch schnell von Drogensüchtigen zum „Druckraum“ umfunktioniert.

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