Er kam, schlich umher und schlief dann ein: Ein mutmaßlich obdachloser Mann hat in der vergangenen Woche wohl nicht ganz beabsichtigt eine massive Sicherheitslücke am Hauptstadt-Airport BER in Schönefeld aufgedeckt. Sie könne bestätigen, „dass es am Mittwoch, dem 22. Januar 2025, am Flughafen Berlin-Brandenburg zu einem unberechtigten Betreten des Flughafensicherheitsbereichs kam“, sagte eine Sprecherin der zuständigen Bundespolizeidirektion Berlin der Berliner Morgenpost. Zuerst hatte die „Märkische Allgemeine Zeitung“ (MAZ) darüber berichtet.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

„Ein 45-Jähriger gelangte über den S-Bahn-Tunnel in den Sicherheitsbereich des Flughafens“, so die Sprecherin weiter. „Nach eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen wurde die Person im weiteren Verlauf in einem Hangar aufgefunden.“ Gegen den Mann sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Weitere Aussagen zum Vorfall – auch dazu, wie lang der Mann sich im Sicherheitsbereich aufhielt – könne die Bundespolizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht treffen, heißt es.

Laut des Berichts blieb der 45-Jährige über 20 Stunden unentdeckt. Demnach drang er in der Nacht gegen 2.30 Uhr über den Flughafen-Bahnhof ein und wurde erst am darauffolgenden Abend gegen 23 Uhr in einem Hangar der Lufthansa von einem Mitarbeiter der Fluggesellschaft entdeckt.

Auch interessant

Flugbetrieb am BER lief während der Suche nach Eindringling weiter

Laut der „MAZ“ war der Mann um 3.10 Uhr von einer Sicherheitskamera nahe der Baustelle des „Ryanair“-Hangars gesichtet worden. In diesen Bereich soll er über einen beschädigten Zaun eingedrungen sein. Nun werde geprüft, wie er sich genau Zugang verschaffte.

Obwohl Alarm ausgelöst und die entsprechenden Bereiche abgesperrt wurden, verlief die darauffolgende Suche nach dem Eindringling durch Kräfte der Bundespolizei und des Flughafen-Sicherheitsdienstes jedoch laut des Berichts erfolglos. Der mutmaßlich obdachlose Mann sei letztlich zum Teil entkleidet und schlafend in einem Technikerfahrzeug gefunden worden.

Die Fluggäste am BER bekamen von all dem nichts mit, da der Flugbetrieb während der Suche nach dem Eindringling weiterlief und alle Maschinen wie geplant starteten und landeten. „Die Sicherheit am Flughafen sowie für den Luftverkehr war zu keiner Zeit gefährdet“, sagt die Sprecherin der Bundespolizei dazu.

Laut Zeitungsbericht noch mehr Sicherheitslücken am BER

Unter Berufung auf mehrere Flughafenmitarbeiter, die anonym bleiben wollen, sowie auf interne Unterlagen berichtet die „MAZ“ von weiteren Vorfällen dieser Art. Bereits am 5. Dezember 2024 drang demnach ein Mann auf ähnliche Weise in den Sicherheitsbereich ein, wo er Koffer geöffnet haben soll. Die Bundespolizei-Sprecherin bestätigte diesen Vorfall nicht.

Auch von weiteren relevanten Sicherheitslücken am BER ist die Rede. Personalmangel und Einsparungen werden als Gründe angegeben. Außerdem habe der Umstand, dass der Flugverkehr während der Suche weiterlief, für Unverständnis gesorgt.

Dass Unbefugte in den Sicherheitsbereich eindringen, ist nicht neu. Zuletzt waren es Aktivistinnen und Aktivisten der „Letzten Generation“, die im vergangenen August einen Zaun durchschnitten und sich auf dem Vorfeld festklebten. Bereits im November 2022 legten Mitglieder der Klimaschutzgruppe den Flugbetrieb mit einer ähnlichen Aktion über Stunden lahm. Die Flughafengesellschaft verklagte sie daraufhin vor dem Landgericht Cottbus auf 33.000 Euro Schadensersatz.

Auch interessant