- Bei der BVG kommt es heute zum Streik
- U-Bahnen, Straßenbahnen und viele Busse fahren nicht
- Ausgenommen vom Streik sind die S-Bahn und einige Buslinien
Unangenehmer Start in die neue Woche: Seit heute Morgen um 3 Uhr läuft der Streik bei der BVG. Für Hunderttausende Fahrgäste wird der Weg zur Arbeit damit zur Geduldsprobe. Denn U-Bahnen und Straßenbahnen fahren für 24 Stunden nicht. Bestreikt wird auch der Betrieb vieler Busse. Ausnahmen gelten für diese Linien. Viele Berliner dürften heute auf die S-Bahn und den Regionalverkehr der Deutschen Bahn ausweichen. Wie läuft der Verkehr am Montag? Die Morgenpost berichtet im Blog.
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BVG-Streik heute – die News: Nord-Süd-Tunnel wieder offen
19.24 Uhr: Laut S-Bahn ist der Polizeieinsatz rund um den Bahnhof Gesundbrunnen beendet. Wegen Personen auf dem Gleis war der Nord-Süd-Tunnel zeitweise gesperrt gewesen, wie ein Morgenpost-Reporter berichtet. Das betrifft die S-Bahn-Linien S1, S2, S25 und S26.
Stimmung an Warschauer Straße entspannt – Klavier fährt mit
19 Uhr: Trotz BVG-Streik ist die S-Bahn offenbar leer genug, um ein Klavier zu transportieren. Die Fahrgäste an der Warschauer Straße können sich über ein kleines Konzert freuen – ob das für Entspannung sorgt?

Verspätungen bei der Ringbahn
15.48 Uhr: Wegen eines hohen Fahrgastaufkommens aufgrund des Warnstreiks bei der BVG kommt es auf den Linien S41, S42 und S46 zu Verspätungen. Das teilte die S-Bahn mit.
Gregor Gysi zu BVG-Lohn – „einer Hauptstadt nicht würdig“

13.56 Uhr: Der Linken-Politiker Gregor Gysi unterstützt die Forderung der BVG-Beschäftigten nach höheren Löhnen. Er ordnete die Forderung der Streikenden in einer kurzen Rede in die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre ein. „Von 2020 bis 2024 sind die Reallöhne und die Realrenten gesunken, weil die Preissteigerungen immer höher waren als die Steigerung von Löhnen und Renten.“ Die Streikenden würden also eigentlich gar nicht für echte Lohnerhöhungen streiken, sondern lediglich für einen Tarifausgleich, der in den vergangenen Jahren ausgeblieben sei.
Gysi warb deshalb dafür, sich am belgischen Recht zu orientieren. Im Nachbarland sei nämlich geregelt, dass alle Löhne, Gehälter, Renten, Pensionen und Sozialleistungen jedes Jahr automatisch um die Inflationsrate des Vorjahres erhöht würden. „Es gibt nie ein Sinken der Kaufkraft, das nutzt übrigens auch der Wirtschaft, aber vor allem den Betroffenen“, sagte Gysi.

Montag bis Samstag
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Der Berliner Spitzenkandidat der Linken für die Bundestagswahl, dessen Direktwahlkreis in Treptow-Köpenick liegt, kündigte an, einen Brief an den Regierenden Bürgermeister, Kai Wegner (CDU), zu schreiben. Was darin stehen wird, sagte er zwar nicht. Die Richtung gab er am Montag aber vor: „Wir sind die Bundeshauptstadt. Dass wir am schlechtesten bezahlen, ist einer Bundeshauptstadt nicht würdig.“
Grüne: Senat muss BVG-Krise endlich ernst nehmen

9.40 Uhr: Die Berliner Grünen haben den Senat angesichts des Streiks zum handeln aufgefordert. „Die Beschäftigten der BVG sichern täglich die Mobilität Berlins und halten die Stadt am Laufen. Doch trotz ihres Einsatzes erhalten sie die bundesweit niedrigste Bezahlung und arbeiten oft unter schlechten Bedingungen. Der Senat muss handeln: Statt die BVG-Krise zu verschlimmern, erwarten wir eine zuverlässige Finanzierung und ein klares Bekenntnis zu einem starken Nahverkehr, sagte die verkehrspolitische Sprecherin Antje Kapek.
Streikende wollen am Betriebshof Cicerostraße Petition übergeben

9.30 Uhr: Die Streikenden haben Politiker der Landes- und Bundesebene zu den Streikposten eingeladen, um von ihnen zu erfahren, ob sie die Forderungen der Streikenden unterstützen und was sie für deren Umsetzung tun. Am Betriebshof Cicerostraße soll später eine Petition übergeben werden.
Zugausfälle am Hauptbahnhof
9.03 Uhr: Am Hauptbahnhof kommt es momentan nach einem medizinischen Notfall zu unregelmäßigen Zugverbindungen, zwei Züge fallen aus. Die Menschen auf dem Bahnsteig sind genervt. „Ich komme nun noch später zur Arbeit“, meldet eine Frau übers Handy.

Senatorin: Verdi-Forderungen bei BVG nicht finanzierbar
8.32 Uhr: Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) hat die Forderung der Gewerkschaft Verdi im Tarifstreit mit den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) als unfinanzierbar zurückgewiesen. „Insgesamt fordert Verdi 250 Millionen pro Jahr“, sagte die Politikerin im RBB-Inforadio. „Das ist weder für die BVG noch für den Senat finanzierbar.“

Im Verkehrsvertrag zwischen dem Senat und der BVG gebe es bereits finanzielle Vorkehrungen für höhere Personalkosten im Rahmen von Tarifverhandlungen, betonte Bonde. Sollten diese Vorkehrungen nicht ausreichen, könnten das auch die Fahrgäste zu spüren bekommen. „Wenn das nicht finanzierbar ist über die Mittel, die der BVG zur Verfügung gestellt werden, dann können natürlich Leistungseinschränkungen nicht ausgeschlossen werden.“
So sieht es aktuell auf den Straßen aus
08.25 Uhr: Weiterhin viel los, vor allem stadteinwärts.
#UPDATE zum #Berufsverkehr (stadteinwärts):
— Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ Berlin) (@VIZ_Berlin) 27. Januar 2025
- #A113 +10 Min
- Landsberger Allee Baustelle Marzahner Knoten +30 Min
- Am Juliusturm +15 Min
- Frankfurter Allee vor Atzpodienstr. +15 Min
- Hauptstr. (Rummelsbg.) +10 Min
- Seestraße +10 Min
- Spandauer Damm vor A100 +15 Min
- B158…
Verdutzte Fahrgäste am S-Bahnhof Neukölln

8.17 Uhr: Der Abgang zum U-Bahn-Gleis am Bahnhof Neukölln ist durch ein Gitter versperrt. Ein Schild, das auf den heutigen BVG-Streik hinweist, ist dort jedoch nicht angebracht, was dazu führt, dass immer wieder Menschen verdutzt vor dem verschlossenen Treppenabgang stehen bleiben. „Es gibt immer Leute, die nicht mitbekommen haben, dass gestreikt wird“, sagt Chris, der am Bahnhof in einem Zeitungsshop arbeitet.
An vergangenen Streiktagen seien auch immer Menschen zu ihm in den Laden gekommen und hätten ihn gefragt, warum die U-Bahn nicht fährt. „Das ist heute bisher noch nicht passiert. Aber das kommt sicher noch.“
Kurze Verzögerung auf der Stadtbahn

8.12 Uhr: Die S5 nach Westkreuz steht seit Minuten im Bahnhof. Sanitäter versorgen einen Fahrgast. Nach einigen Minuten Entwarnung, es geht weiter. Trotzdem ist der Streik im morgendlichen Berufsverkehr kaum zu bemerken. Ab dem S-Bahnhof Ostkreuz fahren etwa im Zwei- bis Dreiminutentakt Züge in Richtung Innenstadt. An jeder Station werden sogar Sitzplätze frei. Durch den streikbedingt verdichteten Takt der S-Bahn sind die Gleise jedoch voller, weshalb die Züge deutlich langsamer fahren und an den Bahnhöfen länger stehen als sonst. In Durchsagen wird darauf hingewiesen.
Geschäfte in den Bahnhöfen geschlossen
08.10 Uhr: Einige U-Bahnhöfe beherbergen Döner-, Blumen- und andere Läden. Wenn der Bahnhof geschlossen ist, bleibt auch der Laden zu. Warum aber der Reisemarkt am S- und U-Bahnhof Brandenburger Tor trotz S-Bahn-Betrieb bisher geschlossen hat, ist rätselhaft.
Keine Hinweisschilder am Hauptbahnhof
8.04 Uhr: Keine verirrten Touristen an der U5, aber auch keine Hinweisschilder. Stattdessen liegen noch zwei Obdachlose im Vorraum oberhalb des Bahnsteigs der U5.
Reges Treiben am S-Bahnhof Neukölln
8.01 Uhr: Am S-Bahnhof Neukölln herrscht am Montagmorgen reges Treiben, die ankommenden Bahnen sind aber nicht überfüllt, vereinzelt sind sogar freie Sitzplätze zu erkennen. „Heute ist kaum was los, viel weniger als an normalen Tagen. Ich habe damit gerechnet, dass die S-Bahnen heute total überfüllt sind, da U-Bahnen und Busse nicht fahren. Aber das ist nicht der Fall“, sagt Claudia Gorecki. Die Lehrerin aus Pankow kommt regelmäßig mit der S-Bahn nach Neukölln, die letzten Meter bis zur Schule legt sie mit ihrem klappbaren Fahrrad zurück.

Auch Studentin Nina ist regelmäßig am S-Bahnhof Neukölln. An normalen Tagen nimmt sie von Rudow die U-Bahn, doch heute musste sie auf ein Taxi ausweichen. „Das ist für mich als Studentin sehr ärgerlich, ich habe 28 Euro für die Strecke gezahlt. Aber ich habe heute eine Prüfung, ich muss in die Uni.“ Für den Streik der BVG-Beschäftigten habe sie grundsätzlich Verständnis. „Aber es sollte Alternativen geben, damit die Leute nicht ganz aufgeschmissen sind.“

Stau auch in Köpenick
7.50 Uhr: Viele Berlinerinnen und Berliner fahren mit dem Auto zur Arbeit: Die Folge: Stau. Auch in der Bahnhofstraße in Köpenick geht es nur sehr langsam voran.
So sieht es am Betriebshof Britz aus

6.55 Uhr: Mitarbeiter haben den Betriebshof Britz in der Neuköllner Gradestraße geschlossen und schmücken Busse und Tore mit Fahnen und Plakaten.

Schon einiges los auf Berlins Straßen
6.45 Uhr: Das Verkehrsstudio Berlin meldet einige Staus, etwa auf der Landsberger Allee stadteinwärts im Bereich Marzahner Brücken, in Spandau am Juliusturm einwärts ab Zitadelle bis U-Bahnhof Haselhorst, in Wedding auf der Seestraße Richtung A100 und auf der A113 im Bereich Stubenrauchstraße. Autofahrer sollten Verzögerungen von zehn bis 30 Minuten einplanen.
BVG-Streik aktuell: Bahnhöfe aktuell noch recht leer
6.33 Uhr: Am Bahnhof Warschauer Straße läuft der morgendliche Berufsverkehr ruhig an. Unser Reporter vor Ort schreibt: „Alles noch sehr leer, auch die S-Bahn Richtung Ostkreuz.“ Die S-Bahn verkündet stolz auf den Displays: „Warnstreik bei der BVG - die S-Bahn fährt!“
Warnstreik im Berliner Nahverkehr angelaufen
4.10 Uhr: Bei den Berliner Verkehrsbetrieben hat ein ganztägiger Warnstreik der Gewerkschaft Verdi begonnen, der den öffentlichen Nahverkehr in der Bundeshauptstadt heute sehr stark einschränken wird. Nach Angaben der Verkehrsbetriebe werden alle U-Bahnen und Straßenbahnen sowie die meisten Busse ausfallen. Nicht betroffen von dem Warnstreik sind Regionalzüge der Bahn und die S-Bahnen.
Die Beschäftigten hätten um 3 Uhr die Arbeit niedergelegt, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt der Deutschen Presse-Agentur. Die letzten Nachtbusse seien zu dieser Zeit auf dem Weg zum Hof gewesen und würden vorerst dort bleiben. Am frühen Dienstagmorgen um 3 Uhr soll der Ausstand enden. Um die Streikfolgen für die Fahrgäste etwas abzumildern, soll die S5 zwischen Mahlsdorf und Lichtenberg heute zwischen 9.00 und 14.00 häufiger fahren, wie die Deutsche Bahn mitteilte.
Hintergrund des Streiks sind die Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Berliner Verkehrsbetrieben, kurz BVG. Die Gewerkschaft fordert für die rund 16.000 Beschäftigten unter anderem monatlich 750 Euro mehr. Weil das Unternehmen in der ersten Verhandlungsrunde kein Angebot vorgelegt hat, wirft Verdi der BVG Verzögerungstaktik vor. Die BVG sieht zwar Nachholbedarf beim Entgelt, hat die Forderungen aber als „nicht finanzierbar“ zurückgewiesen.
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