Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) können erst einmal durchatmen: In den nächsten Tagen müssen sie mit keinem Stillstand bei U-Bahn, Bus und Straßenbahn rechnen. Nachdem am Mittwoch die Tarifverhandlungen zwischen BVG und Verdi gestartet sind, will die Gewerkschaft bis zum 22. Januar zunächst Rückmeldungen zur ersten Verhandlungsrunde durch die Beschäftigten einholen. Auf der Grundlage dieses Feedbacks werde die Verdi-Tarifkommission am 22. Januar die nächsten Schritte in der Tarifauseinandersetzung beschließen, heißt es in einer Mitteilung. So lange werde es „keine Arbeitskampfmaßnahmen geben, die zu einer nennenswerten Einschränkung im Fahrbetrieb führen werden“.

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Einzelne Ausfälle wollte die BVG dagegen nicht ausschließen. Man sei am Mittwochnachmittag informiert worden, dass es „schon am Donnerstag zu von Verdi initiierten, punktuellen Arbeitsniederlegungen bei der BVG kommen kann“. Die BVG versuche, Ausfälle zu vermeiden, empfiehlt Kunden aber, vor Fahrtantritt die Verbindung zu überprüfen. Inwiefern vereinzelte Streiks am Ende doch Auswirkungen auf Fahrgäste haben, wird sich wohl erst am Donnerstag zeigen.

Tarifverhandlungen: BVG will zum 31. Januar ein Angebot vorlegen

Verdi ist mit hohen Forderungen in die Tarifverhandlungen gegangen. 750 Euro mehr pro Monat für alle Beschäftigten, 300 Euro als Fahrdienst-/Wechselschichtzulage, 200 Euro Schichtzulage und ein 13. Monatsgehalt stehen auf der Liste. Die BVG hält dies für nicht finanzierbar. Auch die BVG sieht, wie beide Seiten erklärten, einen Nachholbedarf bei der Bezahlung. „Die Ergebnisse müssen jedoch realistisch und verhältnismäßig sein“, teilte das Unternehmen mit.

Ein konkretes Angebot des Verkehrsunternehmens gab es in der ersten Verhandlungsrunde, wie vorher angekündigt, nicht. Dies will sie aber zur nächsten Verhandlungsrunde am 31. Januar nachholen. Auf Basis der am Mittwoch ausgetauschten Positionen werde man dann ein solches Angebot als Diskussionsgrundlage vorstellen, hieß es. „Das Ziel der BVG ist es, gemeinsam mit Verdi umsetzbare und stabile Lösungen zu finden – für die Mitarbeitenden und das Unternehmen.“

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Eine Einigung beider Seiten zu finden, dürfte in den kommenden Wochen durchaus herausfordernd werden. „In den heutigen Gesprächen ist deutlich geworden, dass wir in der Einschätzung, wie groß der Nachholbedarf ist, weit auseinanderliegen“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt nach dem Auftaktgespräch.

Aus der Politik kommt Unterstützung für die Forderungen von Verdi

BVG-Chef Henrik Falk war derweil am Mittwochnachmittag im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses geladen und verwies dort auf die Bewerbungs- und Einstellungszahlen des vergangenen Jahres: 2600 Stellen wurden Unternehmensangaben zufolge 2024 besetzt, 36.000 Bewerbungen gingen ein. „Die BVG hat nicht im Ansatz jemals so viele Leute eingestellt wie im letzten Jahr“, sagte Falk. Das müsse man, bei allen bekannten Herausforderungen, auch zur Kenntnis nehmen. „Die Leute kommen alle zu Ist-Konditionen“, betonte er.

Aus den Parteien gab es durchaus Unterstützung für die Forderungen nach deutlichen Lohnerhöhungen, etwa von der Linken. Diese Lohnerhöhungen seien „nicht nur berechtigt, sie sind auch dringend notwendig, wenn die BVG genügend Personal gewinnen will“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Anne Helm. Die SPD-Fraktion ging nicht konkret auf die Forderungen ein. Der Sprecher für Arbeit, erklärte lediglich, gute Arbeitsbedingungen und Bezahlung für die Beschäftigten seien wichtig, damit die BVG ein attraktiver Arbeitgeber bleibt. „Gerade Landesunternehmen müssen ein Vorbild für gute und faire Arbeit sein“, so Mayer.