Die Friedenspflicht ist bereits am 31. Dezember 2024 geendet, jetzt beginnen zwischen Gewerkschaft Verdi und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) auch die Tarifverhandlungen. An diesem Mittwoch findet das erste Treffen der Parteien statt. Der Beginn ist für 10 Uhr angesetzt, ein Ende wird spätestens gegen 15 Uhr erwartet. Bei vielen Fahrgästen steigt mit dem Verhandlungsauftakt die Sorge vor einem baldigen Stillstand bei Bus, Tram und U-Bahn.

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Denn vor dem Start der Verhandlungen hat sich bereits angedeutet, dass eine Einigung beider Seiten zur Herausforderung werden könnte. Die Forderungen von Verdi, die bereits seit Ende Oktober bekannt sind, sind hoch – und sind nach Aussage der BVG nicht finanzierbar. 750 Euro mehr pro Monat für alle Beschäftigten, 300 Euro als Fahrdienst-/Wechselschichtzulage, 200 Euro Schichtzulage und ein 13. Monatsgehalt stehen auf der Liste. Laut Verdi würde das die BVG im Jahr 250 Millionen Euro zusätzlich kosten.

BVG: Streiks noch diese Woche? Verdi lässt das offen

Kurz vor Beginn der Tarifverhandlungen lässt die Gewerkschaft offen, ob es noch in dieser Woche zu Warnstreiks kommt. „Das wird sich zeigen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt im RBB-Inforadio. Die Schritte nach der ersten Verhandlungsrunde heute Vormittag hingen maßgeblich vom Verhalten der Arbeitgeberseite ab. 

Arndt bekräftigte, dass mögliche Warnstreiks mindestens 24 Stunden vorher angekündigt würden. In den vergangenen Jahren sei man gut mit einer deutlich längeren Frist gefahren. „Von daher braucht sich kein Fahrgast Sorgen machen, dass er am frühen Morgen überrascht wird.“ Nach dem Verhandlungsauftakt werde man die Ergebnisse mit der Tarifkommission und den Beschäftigten auswerten und dann über weitere Schritte entscheiden.

Bald BVG-Streik? So lief es bei den letzten Tarifverhandlungen ab

Dass man inhaltlich am Mittwoch große Fortschritte macht, ist eher nicht zu erwarten. Die BVG hat bereits angekündigt: Mit einem Angebot der Arbeitgeberseite kann Verdi zum Auftakt der Gespräche nicht rechnen. Stattdessen sollen Positionen ausgetauscht, offene Fragen geklärt und die Rahmenbedingungen für die weiteren Verhandlungstermine besprochen werden. Erwartungsgemäß trifft dieses Vorgehen bei Verdi auf wenig Begeisterung. „Die erste kleine Delle in der Stimmung ist damit programmiert“, sagte ein Sprecher am Dienstag.

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Dass es zeitnah zu Streiks kommt, ist durchaus möglich: Anfang 2024 haben BVG und Verdi über einen neuen Manteltarifvertrag, also vorrangig bessere Arbeitsbedingungen, verhandelt. Damals kündigte Verdi bereits nach der ersten Verhandlungsrunde den ersten Arbeitskampf an – und begründete diesen unter anderem damit, dass die BVG bei dem Treffen kein eigenes Angebot vorgelegt hatte, obwohl die Forderungen der Gewerkschaft Wochen im Voraus bekannt waren. Es war also eine ähnliche Situation, wie sie dieses Mal zu erwarten ist. Zumindest die Dauer des ersten Warnstreiks war 2024 aber gemäßigt. Betroffen war an einem Tag lediglich die Frühschicht.

(mit dpa)