Die schwache Erholung des Luftverkehrs in der Hauptstadtregion wird in der Berliner Landespolitik weiter scharf diskutiert. „Die Hauptstadt wird stiefmütterlich behandelt“, betonte Jörg Stroedter (SPD) am Montag im Wirtschaftsausschuss des Abgeordnetenhauses. „Ich erwarte von der Lufthansa 35 Jahre nach der Einheit ein Angebot“, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses. „Dieser Hauptstadt fehlt das Langstreckengeschäft“, so der SPD-Politiker während der Debatte, zu der dieses Mal auch ein Vertreter der Lufthansa gekommen war.

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Doch wer auf positive Signale der Fluggesellschaft für den BER gehofft hatte, wurde enttäuscht. Stattdessen verwies Thrasivoulos Malliaras, Landespolitik-Koordinator der Lufthansa, auf problematische Rahmenbedingungen. „Es wird uns schwer gemacht“, sagte Malliaras. „Der Wachstumskiller Nummer eins ist die hohe Kostenbelastung“, betonte er und untermauerte das mit Zahlen. So seien die staatlichen Abgaben für einen Abflug in Berlin mehr als doppelt so hoch wie etwa in Brüssel. „Wir brauchen ganz dringend eine politische Kurskorrektur“, forderte er. Stroedter zeigte sich anschließend offen für die Forderung, die Luftverkehrssteuer in Deutschland zu reduzieren oder abzuschaffen.
Die Lufthansa ist mit ihren Tochterunternehmen (Eurowings, Swiss, Austrian und Brussels) die größte Airline-Gruppe am Flughafen BER. In diesem Jahr wolle der Konzern in Berlin weiter wachsen, betonte Malliaras. An den Drehkreuzen München und Frankfurt wolle die Lufthansa allerdings festhalten, sagte er. Einzelne Langstreckenflüge in Berlin anzubieten, sei deshalb kaum wirtschaftlich.




