Nach dem Angriff auf SPD-Politiker und Polizisten in Berlin haben am Freitag Durchsuchungen stattgefunden. Und zwar bei vier Männern im Alter 16, 18, zwei Mal 19 Jahren. Drei Beschuldigte davon befinden sich nach wie vor in Untersuchungshaft. Der vierte Verdächtige, ein 19-Jähriger, ist weiterhin unter Auflagen von der Untersuchungshaft verschont.

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Außerdem gab es Razzien bei vier weiteren Beschuldigten, die ermittelt wurden – bei drei Männern im Alter von 15, 19, 21 Jahren und bei einer jungen Frau im Alter von 16 Jahren. „Diese mutmaßlichen Mittäter sollen in Ausführung des gemeinsamen Tatplans mit den ursprünglich ermittelten vier Beschuldigten ebenfalls auf die SPD-Mitglieder – teilweise auch mit Springerstiefeln – eingetreten haben“, teilten die Polizei und Generalstaatsanwaltschaft Berlin mit.
Rund 110 Einsatzkräfte der Polizei Berlin sowie der Polizeien der Länder Niedersachsen, Sachsen und Sachsen-Anhalt vollstreckten an zehn Wohnanschriften in Wolfsburg, Aschersleben, Rötha, Halle an der Saale, Schkopau und Leuna insgesamt neun Durchsuchungsbeschlüsse. Es wurden Handys, digitale Speichermedien, mutmaßliche Tatbekleidung, Vermummungsutensilien, gefährliche Gegenstände (Schlagwerkzeuge, Messer) sowie rechtes Propagandamaterial gefunden und beschlagnahmt.
Beschuldigte sind Mitglieder einer rechten Jugendorganisation
Den Angaben der Polizei und Generalstaatsanwaltschaft zufolge stehen die Beschuldigten im Verdacht, Mitglieder der politisch rechtsmotivierten Jugendorganisation „Deutsche Jugend zuerst“ zu sein. Die Gruppierung soll es sich unter anderem zum Ziel gesetzt haben, bundesweit an politisch rechts ausgerichteten Versammlungen teilzunehmen und dabei auch gewaltsam gegen politische Gegner vorzugehen.
Ob und inwieweit eine Verbindung zu politisch rechten Organisationen oder Gruppierungen aus Berlin besteht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
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Angriff auf SPD-Politiker: Das war auf dem Kranoldplatz passiert
Mitte Dezember waren vier Beschuldigte an einer Bushaltestelle auf dem Kranoldplatz (Steglitz-Zehlendorf) an einem Informationsstand auf SPD-Mitglieder getroffen. Die Angreifer hätten die Mützen von zwei Partei-Mitgliedern auf den Boden geworfen, sie als „linke Zecken“ beleidigt und schließlich attackiert. Die Sozialdemokraten seien daraufhin zu Boden gegangen. Auf einen der Wahlkämpfer hätten die Angreifer weiter eingeschlagen und auch mehrfach mit Springerstiefeln massiv gegen dessen Kopf und Rumpf getreten.
Die Angriffe konnten erst durch das Eingreifen von zwei Polizisten, die sich vor Ort befanden und weitere Einsatzkräfte alarmierten, beendet werden. Einer der Beamten wurde von einem Verdächtigen zunächst rassistisch beleidigt und dann mit einer Scherbe im Gesicht verletzt. Ein anderer Polizist brach sich die Mittelhand. Beide Beamte sowie das verletzte SPD-Mitglied wurden ins Krankenhaus gebracht.
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JP






