Der Berliner Neubaubedarf liegt nach den Berechnungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in den kommenden Jahren bei jährlich 20.000 Wohnungen. Zusätzlich müssen in den neuen Wohnquartieren auch Schulen, Kitas und Sporthallen errichtet werden. Um die Stadtentwicklung Berlins nachhaltig und ökologisch zu gestalten, soll dabei nach dem Willen des Senats zunehmend Holz klimaschädlichen Beton ersetzen. Während das Vorhaben in den Vorjahren nur sehr wenige Ergebnisse hervorbrachte, zeigte die Holz-Strategie zuletzt deutliche Erfolge.

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In den Jahren von 2021 bis 2024 wurden in Berlin durch die öffentliche Hand insgesamt 46 Schulneubauten und Schulerweiterungen sowie Sporthallen zumeist in Holzhybridbauweise errichtet. Dazu kamen neun Kitas, zwei Forschungs- und zwei Verwaltungsgebäude, außerdem drei Neubauten für die Freiwillige Feuerwehr.

Holzhybride erobern den Wohnungsmarkt

Auch die landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften (LWU) bauen zunehmend mit Holz: Insgesamt 14 Projekte wurden in Holzhybridbauweise fertiggestellt. Bei den meisten Projekten entstanden dabei nicht nur einzelne Miethäuser, sondern gleich ganze Ensembles mit jeweils mehr als hundert Wohnungen.

Insgesamt sind somit allein in den vergangenen drei Jahren 76 Gebäudekomplexe mit dem nachwachsenden Baustoff errichtet worden, wie aus der Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten der Berliner Grünen, Andreas Otto, durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung weiter hervorgeht. Zum Vergleich: Der Holzbauatlas des „Natural Building Lab“ der Technischen Universität (TU) Berlin listete bis zum Jahr 2021 exakt 51 Projekte in Berlin auf, die, je nach Bauart, in die Kategorien Holzmodul, Holzskelett, Holzmassiv, Holzfassade oder auch Holzrahmenbau errichtet wurden.

Vom belächelten Öko-Projekt zum echten Wirtschaftsfaktor

„Als 2016 der Holzbau im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag auftauchte, haben viele Leute noch gelacht“, erinnert sich Andreas Otto. Inzwischen habe aber das Bauen mit Holz die Probezeit überstanden. „Der nachwachsende Baustoff ist in Berlin angekommen und ein echter Wirtschaftsfaktor geworden“, sagt Otto. Und betont, dass seit den Anfängen 2016 neben der öffentlichen Hand auch zahlreiche Genossenschaften und private Investoren etliche Modellprojekte realisiert hätten. „Jetzt muss das Holzhaus noch vom Modellprojekt zum Massenprodukt werden“, hofft der baupolitische Sprecher der Grünen .

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Holzbau werde zudem zunehmend konkurrenzfähig gegenüber konventionellem Bauen durch industrielle Vorfertigung von Elementen und Modulen. Inzwischen haben bereits drei große Unternehmen in der Region – B&O, Nokera, Timpla – industrielle Kapazitäten aufgebaut und könnten den Wohnungsbau in Berlin wesentlich unterstützen. „Holz wächst reichlich, gerade auch in Brandenburg. Damit das so bleibt, muss der Wald ökologisch umgebaut werden“, fordert der Grünen-Politiker.

Das Bauen mit Holz sei ein zwar kleiner, aber nicht unwichtiger Schritt, um die Klimaziele des Landes Berlin zu erreichen, betont Otto. In jedem Kubikmeter Holz stecke eine knappe Tonne CO₂. Jedes Holzhaus sei ein CO₂-Lager, vielleicht für Jahrhunderte. Im Gegensatz dazu pusteten Stahl und Zement in der Herstellung reichlich Klimagas in die Luft.