Kurz vor Weihnachten hat das traditionsreiche Düsseldorfer Familienunternehmen Lindner Hotel AG Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet, wie zuerst die „Rheinische Post“ mitteilte. Die Hotelkette betreibt 13 Standorte in Deutschland, darunter auch das Lindner Hotel am Kudamm in Berlin. Am Berliner Standort arbeiten laut dem Unternehmen 25 Mitarbeiter.

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Das 1973 vom Architekten Otto Lindner gegründete Unternehmen sieht sich massiven finanziellen Herausforderungen gegenüber. Hohe Miet-, Energie- und Materialkosten sowie langjährige, kostspielige Pachtverträge belasten die Bilanz erheblich. Ein Brancheninsider vergleicht die schwierige Lage des Unternehmens mit der Krise der Kaufhauskette Galeria Karstadt Kaufhof, bei der ebenfalls alte Verträge zu erheblichen Problemen führten. Um den Standort Berlin und andere Häuser zu sichern, sollen nun Verhandlungen mit den Verpächtern aufgenommen werden.
Insolvenz des Lindner-Hotels am Kudamm: Das bedeutet die Entwicklung für Gäste
Dabei sei die Arbeit zuletzt konzeptionell durchaus erfolgreich gewesen, heißt es. Man habe aber nicht die Erträge erwirtschaften können, um nachlaufende Verpflichtungen in Folge der Pandemie und des Ukraine-Krieges dauerhaft bewältigen zu können. Die meisten Lindner Hotels & Resorts sind seit 2022 Teil des international aufgestellten Kooperationsprojekts „Joie de Vivre“-Hotels (JdV by Hyatt) geworden. Das gilt auch für das Haus am Kurfürstendamm.
Das Lindner Hotel am Kurfürstendamm soll vorerst weitergeführt werden. Auch die weiteren Häuser in vielen deutschen Städten bleiben geöffnet. Die rund 650 Festangestellten, fast 100 Auszubildenden und bis zu 100 Aushilfskräfte wurden aufgefordert, weiterhin den gewohnten Service zu bieten. Ziel ist es, den Gästen trotz der schwierigen Umstände einen angenehmen Aufenthalt mit den bekannten Lindner-Standards zu ermöglichen. Auch für Gäste mit bestehenden oder künftigen Buchungen soll sich nichts ändern. Die Buchungen hätten Bestand, keiner müsse um sein Geld oder seinen Aufenthalt fürchten.
Lindner Hotelkette ist insolvent: So soll die Rettung gelingen
Andere Marken der Unternehmensgruppe, wie die „Me and All“-Hotels, sind von der Insolvenz aktuell nicht betroffen. „Die Linder Hotels AG will sich mit den Instrumenten der Insolvenzordnung nachhaltig restrukturieren und damit alle Chancen wahren, die Zukunft ihrer erfolgreichen Konzepte mittel- und längerfristig abzusichern“, erklärt Frank Kebekus von der Kanzlei „KebekusPartner Rechtsanwälte“. Er unterstützt die Vorstände im Eigenverwaltungsverfahren der Lindner Hotels AG als Generalbevollmächtigter.
Zuvor war das Amtsgericht Düsseldorf dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gefolgt und hat Dirk Andres von der Kanzlei „AndresPartner“ als vorläufigen Sachwalter für die Lindner Hotels AG bestellt.
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