Der Bundestagsabgeordnete Stefan Gelbhaar aus Pankow hat am Samstag überraschend seine Kandidatur für den zweiten Listenplatz der Grünen bei der kommenden Bundestagswahl zurückgezogen. In einer kurzen Erklärung informierte er am Vormittag darüber und sprach darin von Vorwürfen, die in den vergangenen Tagen gegen ihn erhoben worden seien. „Das muss parteiintern geklärt werden und das will ich jetzt erst klären“, schrieb Gelbhaar. 

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Dabei werde er aktiv mitarbeiten. „Dafür gibt es geordnete Strukturen bei der Ombudsstelle in der Bundesgeschäftsstelle. Zentral für das weitere Vorgehen ist die Vertraulichkeit“, so Gelbhaar weiter. Diese werde er von seiner Seite aus wahren. Welche Vorwürfe gegen ihn erhoben wurden, erklärte der Grünen-Politiker nicht genauer. Zu hören war, dass es sich um sexuelle Belästigung handeln soll, für solche Fälle ist die Ombudsstelle zuständig. Es soll Beschwerden mehrerer Frauen geben. 

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Stefan Gelbhaar: Beschwerden sind in den vergangenen Tagen bei der Ombudsstelle eingegangen

Beschwerden seien in dieser Woche bei der Ombudsstelle eingegangen, bestätigte die Pressestelle der Grünen auf Bundesebene, und auch, dass Gelbhaar sich bereit erklärt habe, sich in einem geordneten Verfahren mit den Vorwürfen auseinander. „Das Verfahren muss unter Wahrung der Interessen aller Beteiligten so gut und schnell wie möglich abgeschlossen werden“, hieß es auf Morgenpost-Anfrage weiter. Zu Einzelheiten wollte man sich, mit Verweis auf die Vertraulichkeit, nicht äußern.

Auch die beiden Grünen-Landesvorsitzenden Nina Stahr und Philmon Ghirmai sagten zu Einzelheiten der Vorwürfe nichts Genaueres, sie sprachen mit Blick auf Gelbhaar lediglich von „Beschwerden gegen seine Person“. Man unterstütze das Verfahren bei der Ombudsstelle und dass „Personen, die sich gemeldet haben, Beratung in einem geschützten Raum erfahren“, erklärten die beiden schriftlich. Gelbhaar holte bei der Bundestagswahl 2021 das Direktmandat in Pankow, in der Grünen-Fraktion ist er Sprecher für Verkehrspolitik. Bereits im November wurde der 48-Jährige erneut als Direktkandidat in dem Wahlkreis für die kommende Bundestagswahl nominiert.