Razzia am frühen Mittwochmorgen in Westend: Mehrere Beamte durchsuchen die Wohnung einer Klimaaktivistin, stellen ein Mobiltelefon sicher, das als mögliches Beweismittel ausgewertet werden soll.

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Darum geht es: Die 24-Jährige war am 25. Juli dieses Jahres zusammen mit anderen Mitgliedern der Gruppe „Letzte Generation“ wegen einer Farbattacke auf die Weltzeituhr am Alexanderplatz zu Geldstrafen zwischen 600 und 2.100 Euro für gemeinschädliche Sachbeschädigung verurteilt worden. In 180 Tagessätzen sollte die Frau jeweils zehn Euro zahlen.
Die Richterin war dem vom Staatsanwalt geforderten, deutlich härteren Strafmaß nicht gefolgt und hatte ihre Entscheidung damit begründet, dass die Weltzeituhr inhaltlich nicht beschädigt wurde und die Farbe nach zwei Tagen entfernt werden konnte. Gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil hatte die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt. Sie forderte Bewährungsstrafen von sechs Monaten sowie in einem Fall eine Haftstrafe.
Um dem zuvorzukommen, soll die 24-Jährige die Richterin am Amtsgericht Tiergarten in einem Brief vom 6. August aufgefordert haben sicherzustellen, dass das Urteil rechtskräftig wird. Wie genau die Richterin das hätte erreichen sollen, ließ die Beschuldigte dabei offen.
In dem Schreiben hatte die Klimaaktivistin laut Polizei fälschlicherweise behauptet, dem Ehemann der Richterin wie vereinbart 25.000 Euro übergeben zu haben, damit die Geldstrafe einen bestimmten Rahmen nicht überschreite und das Urteil rechtskräftig werde. Sollte dies nicht geschehen, werde sie die Presse von diesem Sachverhalt in Kenntnis setzen, hatte es in dem Brief geheißen.
Die Mitglieder der Klimagruppe hatten vor Gericht zugegeben, am 17. Oktober 2023 mit Sprühdosen und präparierten Feuerlöschern orange Farbe auf das Wahrzeichen gesprüht zu haben. Der Schaden betrug laut Urteil rund 9.680 Euro. BM




