Es gibt gute Nachrichten, die nicht wirklich welche sind. Wie nun aus einer AfD-Anfrage hervorgeht, rechnet die Berliner Polizei zwar damit, dass die Zahl der Messerstraftaten im laufenden Jahr leicht zurückgehen wird, auch wenn man dadurch trotzdem noch den zweithöchsten Stand der vergangenen Jahre erreicht. Anlass zur Freude ist das aber auch aus anderem Grund nicht. Denn den zahlenmäßigen Rückgängen bei Raub und Bedrohung mit Messern stehen deutliche Anstiege bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen gegenüber, heißt es von der Senatsinnenverwaltung. Auch versuchte oder vollendete „Straftaten gegen das Leben“ wie Mord und Totschlag wurden häufiger verübt. Zuerst hatte die „Berliner Zeitung“ über diese aktuellen Zahlen berichtet.

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Demnach wurden von Januar bis Ende Oktober dieses Jahres 2650 Messerangriffe registriert. Darunter waren 1026 Bedrohungen, die ebenfalls unter der Kategorie „Messerangriff“ geführt werden. Zum Vergleich: im gesamten vergangenen Jahr 2023 wurde für Berlin der Rekordwert von 3482 Messerangriffen ermittelt, fünf Prozent mehr als 2022. Im Zehn-Jahres-Vergleich zu 2014 kam es gar zu einer Steigerung von 40 Prozent. Davon waren 1493 Bedrohungen, die stets den größten Teil der Messertaten ausmachen.

Berlin will mit härteren Maßnahmen gegen Messergewalt vorgehen

Mit einem Messer wurden bis Ende Oktober 2024 außerdem 826 Raubtaten verübt. Nach Angaben der Innenverwaltung wurden Messer des Weiteren 781-mal bei gefährlichen und schweren Körperverletzungen eingesetzt, 31-mal bei versuchtem oder vollendetem Mord und Totschlag. Auch hier erschreckt der Blick ins Vorjahr: 2023 wurden 24 Menschen in Berlin mit einem Messer getötet. In diesem Jahr konnte die Polizei bis Ende Oktober 1857 Tatverdächtige im Zusammenhang mit Messerstechereien ermitteln. Im vergangenen Jahr waren es 2575 Verdächtige. Der überwältigende Großteil der Täter ist männlich und über 21 Jahre alt, ungefähr die Hälfte der Vorfälle spielt sich im häuslichen Kontext ab.

Zahlen wie diese waren es, die die Senatsinnenverwaltung dazu veranlasst hatte, vor knapp drei Wochen eine neue Strategie gegen Messergewalt anzukündigen. Unter anderem sollen Messerverbotszonen am Kottbusser Tor und am Görlitzer Park eingerichtet werden, außerdem werde versucht, mehrfach straffälig gewordenen Messerstraftätern in Zukunft nach einer rechtskräftigen Verurteilung den Führerschein zu entziehen. Außerdem soll eine zu schaffende Koordinierungsstelle bei anstehenden Verurteilungen individuelle Waffentrageverbote beantragen, die dann als richterliche Weisung gegen auffällige Gefährder erlassen werden könnten.