Die vom Berliner Senat angekündigten Verbotszonen für Messer sollen in einigen Gegenden mit viel Kriminalität schon sehr schnell kommen. „Zeitnah“ wolle man die Verbotszonen in Kreuzberg im Bereich Görlitzer Park und Kottbusser Tor einrichten, sagte Innen-Staatssekretär Christian Hochgrebe (SPD) im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Zu den Zonen zählten auch die beiden U-Bahnhöfe Kottbusser Tor und Görlitzer Bahnhof. Geprüft werden solle eine solche Verbotszone für den Leopoldplatz in Wedding. Die Einführung der Zonen ist Teil der Strategie gegen Messergewalt, die die Innenverwaltung vergangene Woche vorgestellt hatte. Hochgrebe nannte die ausgewählten Areale „Kriminalitäts-Hotspots“. Das würden die Zahlen der Sicherheitsbehörden belegen.

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Der Polizei kommt dabei durchaus zupass, dass es sich beim Görlitzer Park und dem Kottbusser Tor bereits um sogenannte „kriminalitätsbelastete Orte“ handelt. Die Einstufung als kriminalitätsbelasteter Ort bedeutet, dass Einsatzkräfte ohnehin schon die Möglichkeit haben, Personen auch verdachtsunabhängig zu kontrollieren und zu durchsuchen. „Die schon durchgeführten polizeilichen Maßnahmen können nun noch durch Messer- und Waffenkontrollen ergänzt werden“, sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik-Meisel. Das gelte sowohl für Verkehrskontrollen als auch für Polizeistreifen, Funkwagen und Schwerpunkteinsätze.
Berlin: Messerverbote für Görlitzer Park & Kottbusser Tor sollen schnell kommen
Durch die Einrichtung einer Messerverbotszone sei es dabei prinzipiell möglich, Personen auch erlaubte Messer abzunehmen und diese zu beschlagnahmen. Das sei zuvor nur möglich gewesen, wenn eine akute Gefahr nachgewiesen werden konnte. Zudem kann die Polizei beim Tragen eines Messers in den Zonen ein Bußgeld verhängen. „Gemeinsam mit dem Einzug des Messers ist das dann doppelt spürbar“, so Slowik-Meisel. Sie hoffe, dass diese Maßnahmen bei einigen Personen zu einem Umdenken führen würden, ob man nun überhaupt mit einem Messer vor die Tür gehen wolle.
Slowik-Meisel sagte zudem, dass sich in den vergangenen Jahren die Zahl der Angriffe und Bedrohungen mit Messern immer weiter erhöht hätte. Dieser Anstieg habe sich 2024 nicht so stark fortgesetzt. Vor allem „in bestimmten Milieus“ seien Messer verbreitet, sagte Slowik-Meisel. In der kriminellen Szene, bei Drogenabhängigen, Alkoholikern und bei Obdachlosen gebe es viele Menschen, die Messer dabeihätten. Sie ordnete allerdings auch ein: Bei etwa 50 Prozent der Fälle handelt es sich lediglich um Drohungen mit Messern, ein Großteil finde zudem nicht in der Öffentlichkeit, sondern im privaten Umfeld hinter verschlossenen Türen statt.
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Polizeipräsidentin hofft auf ein Umdenken durch die Maßnahmen
Auch bei bestimmten Gruppen von Jugendlichen und bei sogenannten Beziehungstaten sei der Einsatz von Messern ein Problem, sagte Slowik. Oft habe es bei solchen Taten schon eine vorherige Verbindung zwischen Täter und Opfer gegeben, das heißt, sie kannten sich bereits. Doch gebe es durchaus auch Zufallsopfer und einen Anstieg von psychisch kranken Tätern.
Im Jahr 2023 gab es 3482 registrierte Straftaten mit dem Einsatz eines Messers, viele davon waren Drohungen. Im laufenden Jahr zählte die Polizei bis Ende Oktober rund 2600 Taten, wie Hochgrebe sagte. Bestimmte Messer wie Springmesser und sogenannte Butterflymesser, bei denen die Klinge anfangs verborgen ist, sind bereits verboten. (mit dpa)
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