Im Licht der Taschenlampe ist das Gitter gut zu erkennen. Die Linien, die sich über die Fensterscheibe der Regionalbahn ziehen, sind dünn, aber sie sollen einen großen Effekt haben: Denn das Muster soll dafür sorgen, dass die Scheiben durchlässiger für Mobilfunkstrahlen werden und Fahrgäste der Deutschen Bahn in der Hauptstadtregion einen erheblich besseren Handyempfang haben. Dass das funktioniert, haben laut Daniel Bing, Leiter des Fahrzeugmanagements bei der DB Regio Nordost, erste Erfahrungen auf der Linie RE7 gezeigt. „Man kann auf der Strecke ununterbrochen telefonieren“, schildert er. Sitze man dagegen in einem alten Zug ohne die bearbeiteten Scheiben, reiße die Verbindung immer mal wieder ab.

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Im Werk der Deutschen Bahn in Lichtenberg wird an diesem Freitag ein Zug für den besseren Handyempfang umgerüstet. Das beschriebene Gitter wird durch moderne Lasertechnologie eingebrannt, etwa 25 Minuten dauere das pro Scheibe. Ein gesamtes Fahrzeug wird laut Bing damit innerhalb eines Tages fertig. Dass der Empfang in den älteren Zügen teilweise schlecht ist, liegt daran, dass die Fenster mit einer dünnen Metallschicht beschichtet sind. Sie hat den Zweck, Fahrgäste vor starker Sonneneinstrahlung zu schützen, zugleich sind die Fenster damit aber auch weniger durchlässig für Mobilfunkstrahlen. In die Metallschicht werden deshalb nun kleine „Unterbrechungen“ gelasert, erklärt Bing.
Bahnverkehr in Berlin – Mehr zum Thema
Besserer Handyempfang: Fahrgäste auf drei Linien profitieren
Insgesamt 21 Züge auf den Linien RE7 zwischen Dessau und Senftenberg, RB20 zwischen Oranienburg und Potsdam sowie RB23 zwischen Golm und dem Flughafen BER werden bis Weihnachten entsprechend umgerüstet. Sechs sind bereits fertig, pro Woche sollen zwei bis drei Fahrzeuge folgen. Die Linien würden von vielen Pendlern und Studierenden genutzt, für die ein guter Empfang besonders wichtig sei, sagte der Bahn-Leiter für den Nahverkehr in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, Carsten Moll. „Viele Fahrgäste wünschen es sich, mobil besser erreichbar zu sein.“
Allerdings sind nicht die gesamten Züge mit der Technik ausgerüstet: Auf den Linien RE7 und RB23 sind es jeweils die dreiteiligen Zugteile, die über einen guten Mobilfunkempfang verfügen, sie sind an ein fünfteiliges Fahrzeug gekoppelt, dessen Scheiben zunächst nicht gelasert werden. Fahrgäste müssen also darauf achten, in welchen Zugteil sie einsteigen. Auf der Linie RE7 werden die umgerüsteten Fahrzeuge zur Hauptverkehrszeit eingesetzt, auf der Linie RB23 ganztägig. Entscheidend dafür, dass der Empfang tatsächlich während der Fahrt stabil ist, ist aber auch die Netzinfrastruktur entlang der Bahnstrecken.

Per Laser: Bahn rüstet Regionalzüge in Berlin auf
Im Fernverkehr kommen die auf diese Art präparierten Scheiben schon länger zum Einsatz. Im neuesten ICE 3 Neo, aber auch in neuen Regionalzügen in Berlin und Brandenburg sind sie bereits standardmäßig verbaut. Besonders an dem aktuellen Projekt ist, dass Bestandszüge mit der Technik nachgerüstet werden. Wie die Bahn erklärte, seien die Länder Berlin und Brandenburg die ersten Aufgabenträger, die die Deutsche Bahn mit dem nachträglichen Lasern der Zugfenster beauftragt haben. Pro Zug werden den Angaben zufolge 10.000 Euro dafür ausgegeben, die Finanzierung läuft über den gültigen Verkehrsvertrag, in dem die Bahn ein „Innovationsbudget“ eingeplant hat.
Inwieweit über die 21 einstöckigen Fahrzeuge hinaus bei weiteren älteren Zügen die Scheiben gelasert werden können, ist noch offen. Auch bei den Doppelstockwagen der Deutschen Bahn ist der Mobilfunkempfang durch die Metallbeschichtung der Fenster teilweise eingeschränkt. Ob das Projekt fortgesetzt wird, hängt vor allem an der Finanzierung. „Die finanzielle Situation ist schwieriger geworden“, sagte Thomas Dill in Anspielung auf aktuelle Haushaltslage in den Ländern. Das betreffe auch den Schienenverkehr.

Auf diesen Strecken gibt es für Fahrgäste künftig Wlan
Verbesserungen werden für Fahrgäste dennoch in den nächsten Monaten und Jahren kommen. Im Dezember tritt ein neuer Verkehrsvertrag bei der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) in Kraft, der zugleich den Einsatz neuer Züge bedeutet. Bis spätestens Sommer 2025 sollen sämtliche neue Fahrzeuge, die teilweise mit Batterien, teilweise mit Wasserstoff angetrieben werden, unterwegs sein, so Dill. Diese Züge werden dann auch mit Wlan ausgerüstet sein. Im Netz Elbe-Spree und im Netz Lausitz sind bereits seit Ende 2022 Bahnen mit Wlan-Ausstattung unterwegs.
Im Dezember 2026 tritt dann der neue Verkehrsvertrag für das Netz Nord-Süd in Kraft, zu dem die Linien RE3, RE4 und RE5 gehören. Dort sollen ebenfalls zum Teil neue Züge eingesetzt werden, außerdem baue man zurzeit 110 Doppelstockwagen, berichtete Carsten Moll. Auch diese Fahrzeuge werden dann über Wlan verfügen.






