Das ist eine besorgniserregende Entwicklung: Die Fallzahlen für die Darmkrankheit EHEC steigen in Berlin. In diesem Jahr zählte das Robert Koch-Institut (RKI) bis Mitte Oktober schon 127 Fälle. Ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den vergangenen Jahren. 2023 gab es im gesamten Jahr 98 Fälle. Eine erkrankte Person verstarb. Im Jahr 2022 wurden 64 Fälle gezählt. Im Vor-Corona-Jahr 2019 wurden 94 Erkrankungen gemeldet. Zuerst hatte die „BZ“ berichtet.

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Demnach kam es in der zweiten Juli-Woche zu einem größeren Ausbruch mit insgesamt 15 Fällen. Mit 11 gemeldeten Infizierten waren die meisten Personen in Neukölln erkrankt. „Das Ausbruchsgeschehen wird als Teil eines bundesweiten Ausbruchsgeschehens gesehen, das im Zusammenhang mit dem Besuch eines Seminars steht, das Ende Juni in Mecklenburg-Vorpommern stattfand“, erklärte ein Sprecher der Senatsverwaltung für Gesundheit der „BZ“. An der Veranstaltung hätten etwa 130 Personen teilgenommen. Weitere Erkrankungsfälle aus anderen Bundesländern seien bekannt.
2011 waren bei dem weltweit größten EHEC-Ausbruch der Geschichte rund 4000 Menschen in Deutschland erkrankt, 53 Personen verstarben.
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Was ist EHEC?
Der Begriff EHEC steht für „enterohämorrhagische Escherichia coli“. Dabei handelt es sich um eine gefährliche Gruppe von coli-Bakterien, die Shiga- und Verotoxine produzieren. Das sind starke Zellgifte, die beim Menschen schwere Erkrankungen hervorrufen können. Es kann zu teilweise blutigem Durchfall mit kolikartigen Bauchschmerzen, Übelkeit und leichtem Fieber kommen. Das kann zu lebensbedrohlichen Komplikationen führen: das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS). Es kann zu bleibenden Schädigungen der Nieren und des Gehirns kommen, bei schweren Verlaufsformen auch zum Tod.
Wie kann ich mich mit EHEC infizieren?
Menschen infizieren sich am häufigsten über den Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln, meist sind das Fleischprodukte. Bei Nutztieren (Rinder, Schafe, Ziegen, seltener Schweine) kommen EHEC-Bakterien häufig vor, ohne dass die Tiere daran erkranken. Die Erreger leben im Darm der Tiere und gelangen so über das Fleisch auf dem Tisch.
Das Durchgaren der Lebensmittel tötet die EHEC-Erreger und die von ihnen gebildeten Toxine ab. Dabei muss eine Mindestkerntemperatur von 70 Grad über mindestens 10 Minuten erreicht werden. Milch ist unbedenklich, wenn sie pasteurisiert und ultrahocherhitzt ist. BM
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