• Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kommt heute nach Berlin
  • In der Hauptstadt gilt Sicherheitsstufe 0 – es kommt zu Beeinträchtigungen beim Verkehr
  • Lesen Sie hier, wo Sperrungen für Staus sorgen könnten und was sich bei der S-Bahn ändert

Am Donnerstag waren sie schon überall im Regierungsviertel, vor dem Kanzleramt und dem Schloss Bellevue zu sehen: Absperrgitter. Der Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Freitag bringt für die Berlinerinnen und Berliner zahlreiche Einschränkungen im Stadtverkehr sowie Parkverbote mit sich. Wie der US-Präsident fällt auch Selenskyj als Feindbild Russlands unter die Sicherheitsstufe 0, ist also besonders durch Attentate und Anschläge bedroht. Das bedeutet: verplombte Gullydeckel, Sprengstoffspürhunde, Luftraumüberwachung, Scharfschützen auf Dächern, Wasserschutzpolizei auf Spree und Havel sowie eine enge sicherheitsstrategische Begleitung des Staatsgastes.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Immerhin: Informationen der Berliner Morgenpost zufolge wird Selenskyj nur für einen Kurztrip nach Berlin kommen. Gegen 14 Uhr soll er auf dem Flughafen BER landen, bereits um 14:30 Uhr wird er im Kanzleramt erwartet. Der Staatschef der von Russland überfallenen Ukraine will Kanzler Olaf Scholz (SPD) hier seinen sogenannten Siegesplan vorstellen. Im Anschluss ist ein Treffen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Schloss Bellevue geplant. Direkt danach geht es für Selenskyj zurück zum BER, wo ihn eine Maschine zu seiner nächsten Destination bringen wird.

Auch interessant

„Die Berliner Polizei hat bereits mit umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen begonnen“, heißt es auf der Seite der Verkehrsinformationszentrale (VIZ). „Insbesondere bei der An- und Abreise kann es zu massiven Verkehrseinschränkungen im Bereich Flughafen Berlin-Brandenburg (BER), auf den Stadtautobahnen A113 und A100 sowie der Berliner Innenstadt kommen“. Außerdem sei während des Aufenthalts des Staatsgastes mit erheblichen Verkehrseinschränkungen und Sperrungen im Bereich Brandenburger Tor, Schloss Bellevue und dem Regierungsviertel zu rechnen. „Genauere Informationen liegen aufgrund der Gefährdungsstufe noch nicht vor“, so die VIZ weiter. Verkehrsteilnehmer sollten die genannten Bereiche aber möglichst meiden und weiträumig umfahren.

Einschränkungen im Nahverkehr – S-Bahn Berlin ändert Fahrplan

Wegen des Staatsbesuches wird es auch zu größeren Einschränkungen im gesamten S-Bahn-Netz kommen. Auch der Bus- und Bahnverkehr der DB Regio, der ODEG, der NEB und des Fernverkehrs sind davon betroffen.

Blick auf das Schloss Bellevue: Am Donnerstag wurden wegen des Besuchs von Selenskyj bereits Absperrgitter aufgestellt.
Blick auf das Schloss Bellevue: Am Donnerstag wurden wegen des Besuchs von Selenskyj bereits Absperrgitter aufgestellt.© BM | Dennis Meischen

„Bei früheren Staatsbesuchen wurden sehr kurzfristig teils mehrstündige Sperrungen zentraler Streckenabschnitte in der Berliner Innenstadt sowie Fahren mit deutlich verringerter Geschwindigkeit angeordnet“, so ein Sprecher der Berliner S-Bahn auf Nachfrage. Unter solchen Voraussetzungen sei kein S-Bahnverkehr nach Fahrplan möglich. Um besser auf kurzfristige behördliche Anordnungen reagieren zu können, ändert die S-Bahn Berlin den Fahrplan daher am Freitag auf einigen Linien. Besonders auf der Stadtbahn zwischen Bahnhof Zoo und Ostbahnhof wird der Verkehr ab dem Vormittag stark ausgedünnt. Die S-Bahnstrecke verläuft genau entlang des Schlosses Bellevue, dem Sitz des Bundespräsidenten. Auch die Ringbahn fährt seltener. Die U-Bahnen werden aber weiter weitgehend normal fahren. 

„Durch den angepassten Takt sind im Innenstadtbereich weniger Züge im Netz“, so der Sprecher. „So kann beispielsweise vermieden werden, dass Züge für längere Zeit auf freier Strecke stehen.“ Für die Dauer des Staatsbesuchs könne es kurzfristig aber zu weiteren Einschränkungen durch behördliche Anordnung kommen.

Am Freitag, 11. Oktober 2024, weichen somit folgende Linien vom regulären Fahrplan ab:

  • S2: der 10-Minuten-Takt kann nur zwischen Nordbahnhof und Buch angeboten werden
  • S26: entfällt
  • S3: fährt im 20-Minuten-Takt zwischen Erkner – Spandau
  • S41/42: fährt im 10-Minuten-Takt
  • S45: entfällt
  • S5: fährt nur zwischen Strausberg Nord/ Hoppegarten – Warschauer Straße (im 10-Minuten-Takt)
  • S7: der 10-Minuten-Takt kann nur zwischen Ahrensfelde – Ostbahnhof sowie Charlottenburg – Potsdam Hbf angeboten werden
  • S75: fährt Wartenberg – Lichtenberg