C/2023 A3 – Eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen, unter denen sich die meisten Menschen vermutlich erst einmal wenig vorstellen können. Doch die Bezeichnung steht für ein einzigartiges Himmelsereignis, das am Wochenende um den 12. und 13. Oktober 2024 auch über Berlin und Brandenburg zu sehen sein wird. Der Komet C/2023 A3, auch unter dem Namen „Tsuchinshan-Atlas“ bekannt, nähert sich bereits seit ein paar Wochen der Erde und gibt jetzt gewissermaßen sein Deutschland-Debüt. Doch wie kann der Komet am besten beobachtet werden? Der Direktor der Stiftung Planetarium Berlin, Tim Florian Horn, hat die passenden Antworten.
Komet C/2023 A3 heute über Berlin: Woher kommt der besondere Name?
Die Kometenerscheinung mit dem Namen C/2023 A3 wurde bereits im Februar 2023 entdeckt. Momentan ist der Komet auf einer Flugbahn zwischen Sonne und Erde, sodass man den Kometen seit dem 9. Oktober auch über Berlin beobachten kann, so Horn. Den Namen bekommen neu entdeckte Kometen dabei nach einem bestimmten Schema – C für Komet (Comet), dann die Jahreszahl und Entdeckungszeit. Aber woher kommt der Name „Tsuchinshan-Atlas“?

„Normalerweise dürfen Entdecker die jeweiligen Dinge benennen“, erklärt Horn und verweist an den Kometen Hale-Bopp aus 1995. Doch der etwa vier Milliarden Jahre alte Himmelskörper C/2023 A3 sei von einem Teleskop in China entdeckt und nach dem dortigen Observatorium benannt worden.
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Alle, die den Kometen mit bloßem Auge miterleben möchten, sollten ihn in den nächsten Wochen nicht verpassen, denn ein Wiederkehrer ist er höchstwahrscheinlich nicht. „So wie seine Bahn verläuft, wird er nicht wiederkommen“, sagt Horn. Was C/2023 A3 von anderen Kometen abhebe, seien vor allem seine ungewöhnliche Bahn und seinen langen Schweif.
Wann und wo wird der Komet Tsuchinshan-Atlas zu sehen sein?
Die beste Chance, ihn ohne jegliches Equipment am Himmel zu sehen, ist laut Horn in der Nacht vom 12. auf den 13. Oktober. Da sei C/2023 A3 der Erde am nächsten, bevor er gegen Ende Oktober weiterzieht. Auch das Wetter in Berlin soll dieses Wochenende eine Sichtung von C/2023 A3 möglich machen.

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Doch wo in Berlin wird der Komet am besten zu sehen sein? Tim Florian Horn erklärt, dass die größte Herausforderung der tiefe Stand von Tsuchinshan-Atlas ist: „Man sollte einen Ort suchen, wo man sehr gute Horizontsicht hat.“ Hier wären Orte wie beispielsweise der Teufelsberg im Grunewald oder auch das Westhavelland seine persönlichen Empfehlungen.
Planetarien in Berlin: „Wir wollen die Astronomie feiern“
Astronomie verbindet – und das nicht nur bei Himmelsereignissen wie C/2023 A3. Interessierte, die neben dem Kometen auch etwas über andere Phänomene des Universums lernen möchten, können die bundesweit erste „Lange Nacht der Astronomie“ am 19. Oktober ab 17 Uhr im Zeiss-Großplanetarium in Berlin und auch in weiteren ähnlichen Einrichtungen in ganz Deutschland besuchen.

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Neben einem Livestream mit Experten aus ganz Deutschland, Sondervorstellungen im Planetarium und Bastelaktionen für jüngere Besucher gibt es dieses Jahr, passend zum Erscheinen von C/2023 A3, auch ein „Kometen-Special“. Danach können Astronomie-Fans vor dem Gebäude mit Teleskopen den Himmel beobachten und auch nach „Tsuchinshan-Atlas“ Ausschau halten. „Wir wollen die Astronomie feiern“, ergänzt Horn das Programm.

Lange Nacht der Astronomie hat ihren Ursprung in Berlin
Dass die Veranstaltung jemals in ganz Deutschland stattfinden würde, hätte Horn nicht gedacht. „Die Idee stammt von zwei unserer Mitarbeiter“, sagt er und erinnert sich an die Anfänge zurück. Denn vor der bundesweiten Langen Nacht der Astronomie gab es bereits zehn Jahre lang eine lokale Veranstaltung unter gleichem Namen in Berlin. „Das ist wirklich aus einer fixen Idee entstanden, nach dem Motto ‚Komm, wir stellen die Teleskope raus und schauen, ob jemand kommt‘, so in der Art“, erklärt Horn.
Und tatsächlich seien jedes Jahr mehr Leute zu der Veranstaltung gekommen. Doch mit wie vielen Besuchenden das Zeiss-Großplanetarium dieses Jahr rechnet, könne Horn nicht einschätzen. Da der Eintritt kostenlos ist, sei jeder willkommen, sich die Vorträge und das Programm im und vor dem Planetarium anzuschauen. Der Direktor des Planetariums betont jedoch schnell: „Wir sind gewappnet für jeden, der kommt.“
Zeiss-Großplanetarium: Prenzlauer Allee 80, 10405 Berlin, der Eintritt zur Langen Nacht der Astronomie ist frei. Mehr Infos unter www.planetarium.berlin




