Das Hoffest des Regierenden Bürgermeisters im Roten Rathaus war wie in jedem Jahr eine rauschende Party. Doch dieses Jahr sorgte ein umstrittener Song für ein abruptes Ende. Wie der „Tagesspiegel“ berichtet, legte der DJ im Rathauskeller um kurz nach 2.00 Uhr morgens die Originalfassung des von Rechtsextremisten mit einem rassistischen Refrain vereinnahmten Liedes „L‘amour toujours“ von Gigi D’Agostino auf.

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Kreuzbergs Ex-Bezirksbürgermeisterin Monika Hermann (Grüne) und andere Party-Gäste verließen daraufhin unter Protest die Tanzfläche. Der DJ rechtfertigte die Songauswahl mit diesen Worten: „Das ist ein guter Song, den lasse ich mir von Nazis nicht kaputtmachen.“ Doch die Tanzfläche blieb leer und so endete kurz darauf die Senatsparty.

„Das geht gar nicht. Kai kann nichts dafür, der ist schon weg. Aber was soll das?!“, sagte Hermann kurz nach dem Vorfall dem „Tagesspiegel“. Die „Morgenpost“ konnte die Ex-Bezirksbürgermeisterin bisher noch nicht erreichen.

Diese Konsequenzen zieht der Senat aus dem Vorfall

Senatssprecherin Christine Richter aber fand am Mittag danach deutliche Worte: „Wir haben am Dienstag ein wunderbares Hoffest im Zeichen der Internationalität, der Vielfalt, des Zusammenhalts, der Solidarität und der Freiheit gefeiert. Die Aktion des DJ steht im Gegensatz dazu und ist absolut geschmacklos. Das Lied ‚L’Amour toujours‘ ist zu einem bekannten Erkennungssymbol der rechtsextremen Szene geworden​. Deshalb verbietet es sich auch, dieses Lied beim Hoffest des Regierenden Bürgermeisters aufzulegen.

Die Senatssprecherin kündigte auch an, dass der Vorfall Folgen haben wird: „Wir werden daraus Konsequenzen ziehen und im nächsten Jahr nicht mehr mit dem DJ zusammenarbeiten und in der Vorbereitung auch detaillierter über die Playlist sprechen.“

Auch Kai Wegner selbst hat sich zu dem umstrittenen Lied geäußert:  „Dieses Lied zu spielen, ist absolut geschmacklos. Solche Lieder gehören weder ins Rote Rathaus, noch sonst wohin“, sagte der Bürgermeister bei der Einweihung eines neuen Bürgeramts in Spandau. „Wir werden jetzt die Konsequenzen prüfen. Ich kann aber jetzt schon sagen: Es ist nicht zwingend, dass jedes Jahr der gleiche DJ die Musik macht.“

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Wegner: „Berlin ist die Stadt der Vielfalt“

Am Abend waren am Roten Rathaus 4000 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Medien, sowie viele Ehrenamtliche zum Hoffest des Regierenden Bürgermeisters zusammengekommen. Darunter sämtliche Senatorinnen und Senatoren, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD), Bundestags-Vizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) und die Holocaust-Überlebende und Ehrenbürgerin Margot Friedländer.

Wegner betonte in einer Rede, dass Berlin aus seiner Sicht eine internationale Stadt ist und kein Ort für Hass, Hetze und Ausgrenzung. „Berlin ist die Stadt der Freiheit, Berlin ist die Stadt der Vielfalt, Berlin ist die Stadt der Demokratie, des Respekts“, sagte der Regierende Bürgermeister. „Wir brauchen keine Spaltung. Wir brauchen Zusammenhalt – und das sage ich auch gerade nach dem letzten Sonntag.“

mit dpa