In den Vorjahren dienten die vielen aufgebauten Festzelte und Schirme den Gästen vor allem als Regenschutz. Diesmal waren bei den rund 4000 geladenen Gästen des traditionellen Hoffestes rund um das Rathaus und in den Innenhöfen vor allem Schattenplätze begehrt, denn die Sonne sorgte für erbarmungslosen Hitze.

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Als kurz vor Sonnenuntergang der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) das Fest offiziell eröffnete, waren die meisten Gesichter bereits deutlich erhitzt. Das aufgeheizte Klima ergriff auch den Gastgeber: „Berlin ist die geilste Stadt der Welt“, rief Wegner seinen Gästen zu. Und bedankte sich bei jenen, „die 365 Tage im Jahr Stadt am Funktionieren halten.“

Hoffest des Berliner Senats
Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer © DPA Images | Jörg Carstensen

Fast die gesamte Senatsriege vertreten

Denn zu den Gästen zählten auch bei dem mittlerweile 22. Hoffest nicht nur Politiker, darunter etwa die ehemaligen Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU), Klaus Wowereit (SPD), und Michael Müller (SPD) sowie die gesamte Senatsriege.

Hoffest des Berliner Senats
Die Senatorinnen Katharina Günther-Wünsch (l.), Felor Badenberg und Cansel Kiziltepe (r.)© DPA Images | Jörg Carstensen

Eingeladen waren vor allem auch viele Ehrenamtliche, darunter etwa Frank Zander und sein Sohn Marcus. Der Berliner Sänger und Entertainer hat im Hotel Estrel bereits 29-mal die große Weihnachtsfeier für Obdachlose und Bedürftige organisiert. Und trotz angeschlagener Gesundheit versprach Zander: „ Das 30. Weihnachtsfest schaffen wir auch!“

Hoffest des Berliner Senats
Christian Arbeit (l., Union Berlin), Fabian Drescher (Interimspräsident von Hertha BSC), Kai Wegner und Hertha-Manager Thomas E. Herrich© DPA Images | Jörg Carstensen

Holocaust-Überlebende Margot Friedländer älteste Besucherin

Wegner betonte in seiner Eröffnungsrede, dass „Berlin eine Stadt der Vielfalt, der Demokratie und des Respekts, nicht von Hass und Hetze“ sei. Dies gelte auch nach dem Wahlsonntag. Besonders herzlich begrüßte Wegner auch die wohl älteste Besucherin des Festes, die 102-Jahre alte Margot Friedländer. Und versicherte der Holocaust-Überlebenden: „Berlin ist die Stadt der Internationalität und Vielfalt- aber auf unseren Straßen keinen Platz, um internationale Konflikte auszutragen.“

Hoffest des Berliner Senats
Franziska Giffey (l., SPD), Finanzsenatorin, und Ulrike Demmer, RBB-Intendantin© DPA Images | Jörg Carstensen

Auch in diesem Jahr lieferten die Berliner Meisterköche wieder umfangreiche Kostproben ihres Könnens, unter anderem Vitello tonnato, Kalbstafelspitz, geeiste Paprika und Rote-Bete-Tatar. Am Herd standen dafür zahlreiche Spitzenköche, wie etwa Arne Anker, Björn Swanson und Fernsehkoch Kolja Kleeberg. Kaum zu glauben, aber laut Auskunft von Senatssprecherin Christine Richter erstmals im gastronomischen Angebot dabei: der Döner, neben der Currywurst, die selbstverständlich auch zu haben war, der kulinarische Garant für echtes Berlin-Feeling. Neu ist aus gegebenem Anlass auch der Hinweis: „Das Hoffest ist cannabisfreie Zone“

Kai Wegner (l.), PR-Beraterin Sandra Pabst und Jörg Quoos, Chef der Funke Zentralredaktion und Herausgeber der Berliner Morgenpost
Kai Wegner (l.), PR-Beraterin Sandra Pabst und Jörg Quoos, Chef der Funke Zentralredaktion und Herausgeber der Berliner Morgenpost© Funke Medien | Funke Medien

Kritik vom Bund der Steuerzahler

Für das künstlerische Programm sorgten unter anderem die Parade aus dem Friedrichstadt-Palast, Zauberer aus dem Wintergarten-Varieté, der Kinderzirkus Cabuwazi und die Komische Oper mit Highlights aus dem Musical „Chicago“.

Kritik am Hoffest übte unterdessen der Bund der Steuerzahler – wegen des Sponsorings der Veranstaltung durch landeseigene Unternehmen (darunter etwa BSR, BVG und die Wohnungsbaugesellschaft Degewo). „Eine völlig inakzeptable Zweckentfremdung von Geldern der Steuerzahler“, befand Vereins-Chef Alexander Kraus.