Für Autofahrer, die sich auf der Avus durch den Grunewald Berlin nähern, markiert bisher nur der Solitär des Funkturms den Beginn der Stadt. Mit einem groß angelegten städtebaulichen Konzept soll nun ein Stadteingang West entstehen. Möglich macht die Entwicklung der Neubau des in die Jahre gekommenen Autobahndreiecks Funkturm. Dadurch werden in den kommenden Jahren Flächen für die Stadt gewonnen, die bisher zwischen Autobahnabfahrten und Bahntrassen kaum zugänglich waren.

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Wie der „Tagesspiegel“ am Sonnabend berichtete, haben die Planungen gravierende Folgen für die Avus. Demnach soll die Straße eine neue Streckenführung bekommen. Sie werde nicht mehr an der Tribüne vorbeiführen. Stattdessen seien dort Lkw-Parkplätze geplant. Auch von einem Hochhaus auf der Trasse ist die Rede.

„Wenn die Messe diese Fläche nicht vollständig für die Lkw-Logistik benötigt, können hier Veranstaltungen vom Foodtruck-Festival bis zur Oldtimer-Show stattfinden“, zitiert der Tagesspielgel aus den Wettbewerbsunterlagen der Planer von Burckhardt Architektur. Das Berliner Planungsbüro hatte in einem Team mit Hosoya Schaefer Architects (Zürich), Agence Ter (Karlsruhe) und BV Hüsler (Zürich) den Zuschlag für die Ausarbeitung des Masterplans für eine Fläche von 45 Hektar erhalten.

Avus-Rückbau: Verbände äußern Kritik

Martin Pallgen, Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, argumentiert im Tagesspiegel, dass der Rückbau der derzeitigen Fahrbahn von der Autobahngesellschaft des Bundes vorgesehen sei. Kritik an den Avus-Plänen kommt von Berlins „Rat für Stadtentwicklung“ und vom Landesdenkmalamt. „Im derzeitigen Entwurf ist vorgesehen, die Autobahn noch vor den Tribünen nach Süden zu verschwenken, lediglich das Tribünendach und der Mercedesstern auf dem Zielrichterturm wären noch aus der Ferne, versteckt hinter Schallschutzwänden, zu erahnen“, zitiert der Tagesspiegel aus einer Stellungnahme des „Rates für Stadtentwicklung“. Auch die Denkmalpfleger kämpfen dafür, dass möglichst viel von der alten Trasse erhalten bleibt.

Kleinwagenrennen auf der Avus Berlin 1930
Kleinwagenrennen auf der Avus in Berlin, um 1930. Das Automobil, damals noch neu und sehr aufregend, zog damals bis zu 300.000 Zuschauer an. Die Avus wurde 1921 bis 1998 für Rennen genutzt, heute ist sie Teil der Autobahn A115.© BM | Bundesarchiv / Bundesarchiv, Bild 102-13505 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 DE , via Wikimedia Commons

Die Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße (Avus) durch den Grunewald im Südwesten der Hauptstadt war 1921 als erste Berliner Straße nur für Autos eröffnet worden. Die ursprüngliche Renn- und Teststrecke gilt damit als Vorläufer der Autobahnen. Heute verbindet sie als Teil der A115 das Berliner Zentrum und das südwestliche Umland. BM

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