Sie wurden schon mit großer Aufregung erwartet, am Ende hat sich Pandamutter Meng Meng nicht lange bitten lassen. Erst am 11. August wurde festgestellt, dass die Bärin mit doppeltem Nachwuchs trächtig ist, elf Tage später ist er schon auf der Welt. Am 22. August wurden die Pandababys um 13.03 Uhr und 14.19 Uhr genau 149 Tage nach der künstlichen Besamung geboren. Es ist das zweite Mal, dass es in Deutschland Pandanachwuchs gibt. Die ersten Jungtiere waren 2019 Pit und Paule im Zoo, die jetzt im chinesischen Chengdu in einer Aufzucht- und Forschungssation leben.

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Wie andere Großbären auch, sind die Babys zunächst nahezu nackt, taub, blind und rosa. Sie wiegen 169 Gramm und 136 Gramm und sind etwa 14 Zentimeter groß. Die typische schwarz-weiße Fellfärbung entwickelt sich erst später. Noch konnten die Geschlechter nicht mit Sicherheit bestimmt werden. Es sind aber zweieiige Zwillinge, daher ist es auch möglich, dass es ein weibliches und ein männliches Tier ist.

Panda-Babys sind da – die Bilder

Freude im Zoo über Panda-Babys.
Am 22. August 2024 wurde Panda-Dame Meng Meng zum zweiten Mal Mutter.© Zoo Berlin | Zoo Berlin
Freude im Zoo über Panda-Babys.
Erneut brachte sie Zwillinge zur Welt.© Zoo Berlin | Zoo Berlin
Freude im Zoo über Panda-Babys.
Die Babys wiegen 169 Gramm und 136 Gramm.© Zoo Berlin | Zoo Berlin
Freude im Zoo über Panda-Babys.
Das Zoo-Team und Expertinnen aus China unterstützen Panda-Dame Meng Meng bei der Aufzucht.© Zoo Berlin | Zoo Berlin
Freude im Zoo über Panda-Babys.
Die Geschlechter der Panda-Babys konnten noch nicht mit Sicherheit bestimmt werden.© Zoo Berlin | Zoo Berlin
Freude im Zoo über Panda-Babys.
Der Zoo Berlin freut sich, dass die Panda-Babys wohlauf sind.© Zoo Berlin | Zoo Berlin
Freude im Zoo über Panda-Babys.
In einem Inkubator werden die Panda-Babys gemessen und gewogen.© Zoo Berlin | Zoo Berlin
Freude im Zoo über Panda-Babys.
Ein Panda-Baby ist in einer Decke gewickelt.© Zoo Berlin | Zoo Berlin

„Hocherfreut“ trat Zoodirektor Andreas Knieriem am Tag nach der Geburt vor die versammelten Kameras aus aller Welt. Auch der zweite Nachwuchs kann immer noch als Sensation gefeiert werden. „Beiden Jungtieren geht es gut, sie quieken und bewegen sich schnell, alles ist in Ordnung“, sagte Knieriem. Er war am Donnerstag gerade im Tierpark, als sich der Nachwuchs ankündigte, und ist in den Zoo geeilt. „Dann ging alles recht schnell“, erzählt Knieriem, der auch Tierarzt ist. Nachdem die Fruchtblase geplatzt war, kamen ein paar kurze knackige Wehen, und das erste Jungtier war da, 75 Minuten später das zweite.

Panda-Nachwuchs im Berliner Zoo
Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem erklärt Journalisten, wie die Geburt der Panda-Zwillinge verlaufen ist.© DPA Images | Paul Zinken

In den nächsten Wochen bleiben die Babys im geschützten Innenbereich. Daher ist die junge Pandafamilie bis auf Weiteres nicht für die Zoo-Gäste zu sehen. Pandamännchen sind auch in der Natur nicht in die Aufzucht der Jungtiere involviert. Daher ist Pandavater Jiao Qing weiterhin Bambus fressend und entspannt im Panda Garden zu beobachten. „Wenn sie stabil sind, ihre Fellfärbung haben, gehen und hören können, werden wir die Jungtiere zeigen“, so Knieriem. Das könne noch in diesem Jahr passieren, allerdings dann noch in einem übergroßen Babybett. Geht alles gut, sollten sie, wie Pit und Paule, im nächsten Frühjahr auf der Anlage sein.

„Meng Meng ist wieder die perfekte Pandamutter“, berichtet der Zoodirektor. Sie habe die Babys sofort ganz zart ins Maul und wie einen großen Schatz in den Arm genommen. Es sei ein kleines Wunder der Natur, wie die Mutterliebe instinktiv funktioniert. Jetzt gehe die tägliche Arbeit los. Da Große Pandas bei Zwillingsgeburten in der Regel nur ein Jungtier aufziehen, hat sich der Zoo in Abstimmung mit den Expertinnen der „Chengdu Research Base of Giant Panda Breeding“ dazu entschlossen, Meng Meng aktiv bei der Aufzucht zu unterstützen. „Bei weniger als 2000 ausgewachsenen Großen Pandas im natürlichen Lebensraum, ist jedes einzelne Jungtier ein wichtiger Beitrag zum Erhalt dieser gefährdeten Tierart“, erklärt Knieriem.

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Die Jungtiere sind abwechselnd alle zwei bis drei Stunden bei der Mutter, um zu trinken und werden sonst in einem neuen Inkubator, den die DRK Klinken Westend zur Verfügung gestellt haben, vom Panda-Team rund um die Uhr versorgt. Die ersten Tage sind immer noch kritisch. „Wir müssen die Gewichtsentwicklung abwarten“, sagt Tierärztin Franziska Sutter. Die Jungtiere müssten zulegen. Zunächst hätten sie noch Reserven von der Mutter über die Nabelschnur mitbekommen. Das sei ein kleiner Puffer. „Jetzt müssen wir sehen, ob das Milchtrinken klappt und die Gewichtszunahme stimmt“, sagt die Tierärztin. Aber alles sei auf einem guten Weg.

Pandababys müssen rund um die Uhr versorgt werden

Nach 42 Tagen, in denen sich die Eizelle in der Gebärmutter eingenistet und entwickelt hat, kämen die Pandas maximal unterentwickelt auf die Welt, ergänzt Säugetierkurator Florian Sicks. Da sie noch kein Immunsystem hätten, müssten sie rund um die Uhr versorgt werden. Nach einer Woche sollte die kritische Zeit überstanden sein. Daher heißt es jetzt: Daumen drücken. Und wie geht es der Mutter? „Es war anstrengend für Meng Meng“, sagt Sicks. Sie sei geschafft und ruhe sich jetzt aus. Sie habe zwar immer ein Jungtier bei sich, man lasse ihr aber auch noch Ruhephasen.

Bademeister-Job für Mini-Hippo Toni scheinbar gefragt
Das Pandaweibchen Meng Meng wurde zum zweiten Mal Mutter.© DPA Images | Sebastian Gollnow

Glückwünsche zur Geburt kamen auch vom Regierenden Bürgermeister von Berlin. „Ich gratuliere dem Berliner Zoo zu diesem großartigen Erfolg und freue mich sehr über zwei neue waschechte Berliner“, sagte Kai Wegner (CDU). Diese Geburt zeige, dass sich Pandas in Berlin richtig wohlfühlen – „und dazu hat das erfahrene Team unseres Zoos einen großen Beitrag geleistet“. Er hoffe, dass die beiden neuen Berliner gesund bleiben und „dass wir sie schon bald das erste Mal sehen können.“

Noch immer steht der Große Panda auf der Roten Liste als gefährdete Art

Die Aufzucht übernehmen in erster Linie die beiden Kolleginnen aus der Pandastation in Chengdu. Die Betreuung sieht ähnlich aus, wie auf einer Babystation im Krankenhaus. Die Jungtiere werden gemessen, gewogen und im Inkubator überwacht. „Das Gerät ist rund um die Uhr bei uns im Panda Garden im Einsatz“, sagt Kurator Florian Sicks. Es sei besonders praktisch, dass es auf Deutsch, Englisch und Chinesisch zu bedienen ist.

Ohne Schutzmaßnahmen wäre der Große Panda mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits ausgestorben. Dank intensiver Maßnahmen gegen Wilderei und zur Förderung von Schutzgebieten und Verbindungskorridoren haben sich die Bestände zwar etwas erholt. Jedoch wird der Große Panda auf der Roten Liste als gefährdet eingestuft.

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