Wegen der erneut hohen Anzahl von Verkehrsunfällen in Berlin im letzten Jahr müssen rund 900.000 Kaskoversicherte im kommenden Jahr mit steigenden Beiträgen rechnen. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat die Hauptstadt in den Regionalklassen für Kaskoversicherungen um eine Stufe höher eingestuft.

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In der Vollkaskoklasse ist die Hauptstadt damit nun in der höchsten Stufe 9 angekommen. Bei Teilkasko-Schadensfällen wird Berlin ebenfalls eine Stufe hochgesetzt und steht dort fortan in Regionalklasse 11 von 16. Bei den Haftpflichtversicherungen ändert sich hingegen nichts. Hier gilt für Berlin schon länger die höchste Regionalklasse 12.
Berlin weist bundesweit die zweitschlechteste Schadensbilanz hinter Offenbach aus. Bei den Großstädten mit mehr als 300.000 Einwohnern ist die Hauptstadt hingegen Spitzenreiter. Die Schäden lagen rund 37 Prozent über dem Bundesdurchschnitt.
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Berliner Autofahrern drohen höhere Kfz-Beiträge
Deutlich besser schneidet Berlins Nachbar Brandenburg ab. Der Zulassungsbezirk Elbe-Elster weist dort sogar bundesweit die beste Schadensbilanz aus. Hier sind die Schäden dem GDV zufolge um 30 Prozent niedriger als im Durchschnitt.
In zwölf von 18 Zulassungsbezirken des Bundeslandes gelten bei der Haftpflichtversicherung weiterhin die niedrigsten Regionalklassen 1 bis 3. Damit bleibt es dort im kommenden Jahr bei überwiegend günstigen Einstufungen in der Kfz-Versicherung.
Für die Versicherer dienen die Regionalklassen des GDV als eines von zahlreichen Tarifmerkmalen, die sie zur Berechnung der Beiträge heranziehen. Je höher die Stufe, umso schlechter die Schadensbilanz und umso mehr können prinzipiell die Prämien steigen. Neben den Regionalklassen spielen auch das Alter des Halters sowie das Alter und das Modell des Fahrzeugs bei der Beitragsberechnung eine Rolle. Wie eine Sprecherin des GDV auf Nachfrage der Berliner Morgenpost betont, gewichten Versicherer die Merkmale unterschiedlich stark. Deswegen sei eine pauschale Aussage, wie teuer die neuen Einstufungen für Berliner Autofahrer sind, nicht möglich.
Berlin ist die Hauptstadt für Autodiebstähle
Bei der Haftpflichtversicherung sind laut GDV die Versicherungsleistungen für geschädigte Dritte nach Verkehrsunfällen maßgeblich. In die Kaskoversicherung fließen demnach die Versicherungsleistungen nach selbstverschuldeten Unfällen und für alle anderen Kasko-Schadensfälle in die Berechnung ein, unter anderem für Autodiebstähle, Glasschäden, Fahrzeugbrände, Wildunfälle oder Schäden durch Naturereignisse.
Weil es in Großstädten grundsätzlich mehr Verkehr gibt als auf dem Land, gibt es auch mehr Schäden. Im Falle Berlins kommt allerdings noch etwas anderes hinzu. Berlin ist die Hauptstadt für Autodiebstähle in Deutschland. Nach Daten des GDV wird jedes vierte gestohlene Auto in Deutschland in Berlin entwendet. Für die Versicherten ist das ein Kostentreiber.
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Dass die Schadensummen insgesamt gestiegen sind, hat aber noch einen weiteren Grund: Die gestiegenen Werkstattpreise. Eine Auswertung des GDV aus dem vergangenen Herbst beziffert den Preisanstieg für Ersatzteile auf etwa zehn Prozent. Ein Pkw-Sachschaden kostete den Kfz-Haftpflichtversicherer demnach zuletzt im Schnitt rund 3.700 Euro. Im Jahr 2013 waren es nach GDV-Angaben noch 2400 Euro gewesen. (mit dpa)






