Berlin erlebt die bisher heißesten Tage dieses Jahres: Die Temperaturen klettern auf deutlich über 30 Grad, die gefühlte Temperatur liegt noch einmal darüber. Viele freuen sich, dass der Sommer jetzt so richtig in der Stadt angekommen ist, aber es gibt auch immer wieder Situationen, in denen die Hitze einen in Berlin so richtig nerven kann. Sieben Situationen, in denen wir uns kühleres Wetter herbeiwünschen.
U-Bahnen, in denen die Luft steht
Wenn es draußen heiß ist, dann ist es in der U-Bahn noch heißer. Von Vorteil ist es, wenn man in einem Zug der Baureihe H landet. Dieser ist durchgehend begehbar und damit entsteht, wenn es schon keine Klimaanlage gibt, zumindest ein angenehmer Durchzug. Anders ist die Situation in den älteren Zügen mit einzelnen Wagen. Die Kippfenster sorgen kaum für eine Erfrischung, stattdessen steht die Luft im Zug. Wenn dann noch Berufsverkehr herrscht und die U-Bahn voll ist, ist das Sauna-Erlebnis komplett. Eine Klimaanlage wird es übrigens auch in den neuen Zügen nicht geben.

Als Radfahrer die rote Welle erleben
Der stickigen U-Bahn-Luft kann man entgehen, wenn man aufs Fahrrad umsteigt. Allerdings kann auch das Radfahren unangenehm werden, wenn sich der Asphalt aufheizt und vor allem: Wenn alle paar Hundert Meter eine rote Ampel leuchtet und man in der prallen Sonne darauf warten muss, dass das Signal endlich auf Grün springt. Besonders frustrierend kann das auch zur Ferienzeit sein, wenn weit und breit kein anderes Fahrzeug zu sehen ist und die Ampel einen trotzdem zum Anhalten zwingt.
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Ausverkaufte Tickets fürs Freibad
Nach der Arbeit oder am Wochenende spontan noch ins Freibad? Klappt in Berlin nicht immer. Gerade, wenn sich der Sommer von seiner besten und wärmsten Seite zeigt, sind die Tickets in manchen Bädern, etwa in Neukölln, immer wieder ausverkauft – an diesem Mittwoch gab es dort nachmittags einen Einlassstopp. In die Sommerbäder in Staaken-West und Kreuzberg kamen nur noch Personen mit bereits gekauften Tickets. Nicht umsonst wird in Berlin immer wieder über einen Bädermangel diskutiert: In manchen Bezirken gibt es nur ein Freibad, das in dieser Saison geöffnet hat.
Als Autofahrer im Stau auf der A100 schmoren
Ferienzeit ist Baustellenzeit – das gilt dieses Mal auch für die Stadtautobahn A100. In Richtung Wedding und auch in Richtung Neukölln wird gebaut, weshalb Spuren gesperrt sind und der Verkehr nur über einen Fahrstreifen abgewickelt wird. Das bedeutet zu nahezu jeder Uhrzeit: Stau. Wenn dann noch die Sonne durchs Fenster oder Dach scheint und im schlimmsten Fall die Klimaanlage defekt ist, wird es auch im Auto heißt. Und es ist noch etwas Geduld gefragt: In Richtung Neukölln dauern die Bauarbeiten noch bis zum 28. August, in die Gegenrichtung sogar noch bis zum 1. September. Mit Staus ist also weiterhin zu rechnen.

Bahnhöfe, an denen Rolltreppe und Aufzug defekt sind – oder gar nicht existieren
In Berlin sind noch immer nicht alle U-Bahnhöfe barrierefrei, in 26 Stationen gibt es noch keinen Aufzug, bei manchen Bahnhöfen wird der Bau auch noch bis in die 2030er-Jahre dauern. Dazu kommen immer wieder defekte Fahrstühle, aber auch defekte Rolltreppen. Unter den S-Bahnhöfen gibt es ebenfalls noch Stationen, die nicht barrierefrei erreichbar sind. Bleiben also nur die Treppen.
Was ohnehin schon für Menschen mit Rollatoren, Kinderwagen oder Gepäck anstrengend ist, wird bei der Hitze noch einmal herausfordernder. Alternativ gibt es an vielen Stationen die Option, sich vom „Muva Aufzugersatz“ der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zum nächsten barrierefreien U- oder S-Bahnhof bringen zu lassen. Die Kleinbusse dürften, im Gegensatz zu manchen Zügen, zumindest auch klimatisiert sein.
Im vierten Stock des ungedämmten Altbaus leben
Altbauten mit ihren hohen Decken, großen Fenstern oder Stuckverzierungen sind schön, aber besonders angenehm sind die Temperaturen dort nicht, vor allem in den vielen noch unsanierten Wohnungen. Wenn man dann noch im Dachgeschoss wohnt und, wie in Altbauten üblich, keine Rollläden hat, wird die Wohnung im Hochsommer zum Schwitzkasten. Das Einzige, was etwas Abhilfe schafft, ist früh zu lüften und dann konsequent die Vorhänge zuziehen – und auf ein Wärmegewitter am Abend hoffen. Oder daran denken, dass es im Winter wieder zugig wird und man die Gasheizung ordentlich aufdrehen muss, um nicht zu frieren. Vielleicht fällt einem dann das Schwitzen leichter?
Die Gerüche der Stadt
Bei Hitze werden die Gerüche in dieser Stadt noch einmal intensiver – und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Das hat auch damit zu tun, dass bei höheren Temperaturen mehr Duftmoleküle in der Umwelt freigesetzt werden und umherwirbeln. In der Praxis heißt das: Der Duft nach Dönerfleisch hängt schwer in der Luft, die Abgase an den viel befahrenen Straßen riechen stärker, ebenso der Müll, in dem bei Hitze auch noch die Bakterien aktiver sind und dafür sorgen, dass Essensreste schneller gären oder faulen. Die Körpergerüche, die durch Busse und Bahnen wehen, sind ebenfalls nur selten ein Vergnügen. Da hilft nur: Nase zu und durch.



