Der russische Oppositionelle Ilja Jaschin tritt am Mittwochabend bei einer Kundgebung in Berlin auf. „Ich möchte viele Gleichgesinnte sehen und meine Pläne für die Zukunft teilen“, schrieb er am Vormittag auf seinem Telegram-Kanal. Demzufolge will er um 19 Uhr im Mauerpark in der Nähe der Bernauer Straße über seine politische Zukunft sowie über die aktuelle Situation in Russland reden.

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Die Berliner Polizei bestätigte die angemeldete Kundgebung. Einer Polizeisprecherin zufolge findet die Versammlung unter dem Namen „Versammlung von pro-demokratischen Exilierten für Freiheit von politischen Gefangenen“ von 14 Uhr bis 23.45 Uhr statt, 1500 Teilnehmer seien angemeldet. Die Veranstalter sprachen von 2000 Anmeldungen, die bereits eingegangen seien. Zunächst berichtete der Tagesspiegel über das Thema.

Russland-Kritiker Jaschin kritisierte den Angriffskrieg

Die Kundgebung mit Ilja Jaschin gilt als brisant. Der 41-Jährige gehörte zu den 26 Gefangenen, die kürzlich beim größten Gefangenenaustausch zwischen Russland und dem Westen seit Ende des Kalten Krieges freigelassen wurden. Dabei hatte auch der „Tiergartenmörder“ Wadim Krassikow die Seiten gewechselt. Er war in Deutschland inhaftiert und wurde zu einer lebenslangen Haft verurteilt.

Jaschin hält sich nach dem Gefangenenaustausch in Deutschland auf. Nach seiner Freilassung sagte er, dass er gegen seinen Willen ausgetauscht worden sei. Er habe gefordert, ihn in seiner Heimat zu lassen. Dies sei aber vom Strafvollzug ignoriert worden sein. Jaschin ist ein russischer Oppositionspolitiker und gilt als Kremlgegner.

Er war einer der letzten Politiker innerhalb Russlands, die den Angriffskrieg des Landes auf die Ukraine kritisierten. Im Dezember 2022 wurde er wegen angeblicher Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt. Jaschin galt als ein früherer Mitstreiter verstorbenen Alexej Nawalny.