Der 8. August 1924 gilt heute als Geburtsstunde der Berliner S-Bahn: An diesem Tag fuhr der erste elektrifizierte Zug zwischen dem Stettiner Vorortbahnhof, der heute den Namen Nordbahnhof trägt, und Bernau. Genau 100 Jahre ist das nun her, was in dieser Woche ausgiebig gefeiert wird. Vom 8. bis 11. August findet ein großes Festival anlässlich des S-Bahn-Jubiläums statt, das Programm dabei sei „so vielfältig wie die Berliner Stadtgesellschaft“, verspricht die Ankündigung.

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Gefeiert werden soll an verschiedenen Orten in der Stadt, mit einer thematischen Mischung aus Geschichte, Kultur und Technik. Die vier Festival-Tage stehen dabei unter je einem Motto: Jubiläum, Kultur und Gesellschaft, Technik und Industriekultur sowie zuletzt Freizeit und Familie. Die Sonderfahrten im historischen Zug waren zwar schnell ausgebucht, aber es gibt noch viele andere Events. Die Berliner Morgenpost gibt einen Überblick über Veranstaltungen, die Besucher während der Tage erwarten.

Bahnhofsfest am Jubiläumstag

Am Tag des 100-jährigen Jubiläums der ersten elektrifizierten Fahrt der Berliner S-Bahn findet am damaligen Zielbahnhof in Bernau ein großes Fest statt. Los geht es um 13 Uhr mit einem Auftritt des Brandenburgischen Konzertorchesters Eberswalde, an den sich der offizielle Festakt anschließt. Später tritt Rapper Romano auf, der auch einen Song zum Jubiläum beigesteuert hat, und bei „Swing Patrol“ können die Gäste bei Tänzen aus den 20er- und 30er-Jahren mitmachen. Judith Antkowiak tritt mit einem Chanson-Programm auf, am früheren Abend steht dann die Band Birddogs mit Sängerin Francisca Urio auf der Bühne. Außerdem gibt es Touren durch Bernau und das Jubiläums-Bier der Bernauer Braugenossen zum Probieren. 

Multimediale Zeitreise am Tränenpalast

An allen Abenden des Festivals wird die Glasfassade des Tränenpalastes jeweils ab 21 Uhr mit einer Projektion bespielt, die ein Jahrhundert Mobilitäts- und Stadtgeschichte miteinander verbindet. Die Inszenierung soll die S-Bahn Berlin in einem neuen Licht zeigen und Zuschauer „zu einer visuellen Zeitreise an Sommerabenden am S-Bahnhof Friedrichstraße“ einladen, heißt es. Die Veranstaltung ist kostenfrei, eine Anmeldung nicht notwendig.

Filmvorführung: „Berlin auf Schienen: 100 Jahre S-Bahn“

Die Dokumentation „Berlin auf Schienen“ erzählt von den Höhe- und Tiefpunkten aus der 100-jährigen S-Bahngeschichte. Thomas Zimolong blickt mit seinem Film hinter die Kulissen des Fahrbetriebs zwischen Werkstatt und Leitzentrale und erzählt von den Menschen, die für die S-Bahn arbeiten und den Betrieb am Laufen halten. Die Dokumentation wird an allen vier Festival-Tagen um 16 Uhr im Tränenpalast gezeigt. Der Eintritt ist frei, die Platzanzahl aber begrenzt.

Sonderausstellung im S-Bahn-Museum

Was bei der Berliner S-Bahn in den vergangenen 100 Jahren passiert ist, zeigt auch die Ausstellung „1924–2024. Die bewegte Geschichte der Berliner S-Bahn“, die im „Projektraum S-Bahn-Museum“ im Berliner Ostbahnhof der Öffentlichkeit präsentiert wird. Auf 35 Tafeln wird die Geschichte mit großen Bildern, Netzplänen und weiteren Grafiken erklärt, dazu sind auch ausgewählte Stücke aus der Sammlung des Museums zu sehen. Donnerstag und Freitag ist die Ausstellung von 15 bis 20 Uhr, am Sonnabend von 12 bis 18 Uhr und am Sonntag von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Auch über das Festival hinaus können Interessierte die Ausstellung noch besichtigen. Erwachsene zahlen zwei Euro, Kinder einen Euro Eintritt. Mehr Infos zum Museum: s-bahn-museum.de

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Szenische Lesung: Die S-Bahn im geteilten Berlin

In einer szenischen Lesung wird die Geschichte der Berliner S-Bahn zu Zeiten der Teilung Deutschlands lebendig. „Die Schauspielerin Sabine Weißhaar erzählt bewegende und abenteuerliche Zeitzeugenberichte von Lokführern, Flüchtlingen, Zollbeamten und Reisenden am Grenzübergang Friedrichstraße (Tränenpalast)“, heißt es in der Ankündigung. Der Eintritt ist kostenlos, die Lesung dauert etwa 15 bis 20 Minuten. Termine gibt es am Freitag (14 und 15 Uhr), Sonnabend (11, 12, 14 und 15 Uhr sowie Sonntag (ebenfalls 11, 12, 14 und 15 Uhr).

Sonderführung Stromlinienfieber

Bei dieser Tour geht es zurück in die Zeit um das Jahr 1920. Berlin war damals Zentrum der europäischen Elektroindustrie. Mit der großen Elektrifizierung wurde nicht nur das öffentliche Nahverkehrsnetz ausgebaut, auch neue Gebäude und Beleuchtungskonzepte eroberten die Stadt. Der Dampf der Lokomotiven verschwand schrittweise aus dem Stadtbild und wurde abgelöst von elektrischen S-Bahnen und schillernden Leuchtschriften an Geschäften und Gewerben. Auf den Spuren dieser Zeit bewegt sich diese Sonderführung zwischen Nordbahnhof und Westkreuz.

Die Teilnahme ist auf maximal 20 Personen pro Gruppe begrenzt. Die Touren finden am Sonnabend um 10, 11 und 14.30 Uhr statt, am Sonntag dann um 10, 11, 13.30 und 14.30 Uhr und dauern circa. 2,5 Stunden. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung unter Angabe von Name, Vorname, gewünschtem Tag und Uhrzeit aber zwingend notwendig, per E-Mail an: sbahnfestival@buero-doering.de.

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Konzerte im Quasimodo Club & Bar

Im Quasimodo finden vom 8. bis 11. August vier Konzerte statt, bei denen das S-Bahn-Festival Gastgeber ist. Dabei stehen sowohl etablierte Künstler als auch Newcomer auf der Bühne: die Singer-Songwriterinnen Su Min und Lan Syreen, Musiker Will Jacobs und zum Abschluss am Sonntag DJ Marc Hype. Beginn der Konzerte ist jeweils gegen 17 Uhr, der Eintritt ist frei.

Ausstellung im Technikmuseum

Zum 100-jährigen Jubiläum der Berliner S-Bahn zeigt das Deutsche Technikmuseum die Ausstellung „Besser, schneller, elektrisch“, die Besucher in die Frühzeit des Verkehrsmittels zwischen 1924 und 1930 zurückführt. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Fragment des einzigen erhaltenen Original-Triebwagens der Bauart Bernau von 1924. Am Donnerstag und Freitag ist die Ausstellung von 9 bis 17.30 geöffnet, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr. Am Samstag, 10. August, kann ein S-Bahn-Wagen aus dem Jahr 1928 auch von innen besichtigt werden. Die Sonderschau wird noch bis zum 31. März 2025 gezeigt. Der reguläre Eintritt kostet 12 Euro, Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kommen kostenlos ins Museum.

Alle Informationen zum Programm des S-Bahn-Festivals gibt es unter s-bahn-festival.berlin.