Berlin ist bunt, das zeigt sich beim CSD 2024 einmal mehr. Hunderttausende ziehen trotz durchwachsenem Wetter durch Mitte, feiern die Vielfalt und sich selbst. Doch YouTube, die Video-Plattform des Google-Konzerns Alphabet, hält das offenbar nicht für jugendfrei: Der Livestream des TV-Senders „Alex Berlin“ wurde von dem US-Unternehmen mit einer Altersbeschränkung belegt.
„Melde dich an, um dein Alter zu bestätigen. Dieses Video ist eventuell für einige Nutzer unangemessen“, heißt es, wenn man auf YouTube versucht, den CSD-Livestream aufzurufen und nicht angemeldet ist. Was genau dabei unangemessen sein soll, bleibt unklar: YouTube verweist lediglich auf seine Community-Richtlinien. Darin heißt es: „Auf YouTube sind keine Inhalte zulässig, die das emotionale und körperliche Wohlbefinden von Minderjährigen gefährden.“

Google will „LGBTQ-freundlich“ sein – und verhängt Altersbeschränkung für CSD-Stream
Herausgefiltert werden solche Inhalte durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch künstliche Intelligenz. Gut möglich also, dass der Stream ohne menschliches Zutun gesperrt wurde. Seltsam scheint die Entscheidung dennoch – gerade weil sich Google laut seinem Unternehmensprofil selbst als „LGBTQ-freundlich“ bezeichnet.
Hinzu kommt: Eine weitere Übertragung des Berliner CSD, durch den öffentlich-rechtlichen RBB, war am Samstagmittag auch ohne Altersbeschränkung aufrufbar. Wo genau der Unterschied liegt: unklar. Für Rückfragen war die Pressestelle von Google und YouTube kurzfristig leider nicht zu erreichen.




