Der mögliche Umzug der Zentral- und Landesbibliothek (ZLB) in das Quartier 207 an der Friedrichstraße könnte unter erheblichem Einfluss von Lobbyisten unter anderem aus der Immobilienwelt gestanden haben. Wie die Durchsicht von mehreren hundert Seiten an Dokumenten und Mailprotokollen zeigt, wurde die Verkündung über einen neuen Alternativstandort der ZLB über Monate im Voraus geplant.

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Dabei erhielt das US-Immobilienunternehmen Tishman Speyer meist über den Umweg der ZLB sensible Daten zu Kostenaufstellungen für das Konkurrenzangebot, den Neubau der ZLB am Blücherplatz. Dieser wurde bis vor der Verkündung über den Standort an der Friedrichstraße am 28. August 2023 als möglicher Standort der Bibliothek gehandelt.
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„Morgenpost“-Recherche: Idee vom Umzug an die Friedrichstraße entstand im „Hinterzimmer“
Die eigentliche Idee für den Umzug an die Friedrichstraße entstand bereits bei einer illustren Runde aus Immobilien- und Kulturleuten im Dezember 2022. Wenige Monate später ging der ehemalige Berliner Kulturstaatssekretär auf Kultursenator Joe Chialo (CDU) zu. Es folgten Hinterzimmer-Treffen, an dem die ZLB und das US-Immobilienunternehmen teilnahmen, Entscheidungen, die auf Basis von Einschätzungen von Tishman Speyer getroffen wurden und eine erhebliche Einflussnahme auf die Außendarstellung des Projekts durch den Kultursenator.
In Kürze will die Senatskulturverwaltung über ein neues Angebot eines Kaufpreises mit dem Eigentümer des Quartiers 207 verhandeln. Das noch nicht-verhandelte Angebot vonseiten Tishman Speyers liege „deutlich“ unter der bisher bekannten Summe von 589 Millionen Euro, so Chialo am vergangenen Montag ohne eine konkrete Summe nennen zu wollen.






