Der Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze ist in Berlin deutlich gestiegen. Das zeigt eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer Berlin. Demnach konnten die befragten Betriebe fast die Hälfte der angebotenen Ausbildungsplätze nicht besetzen. Die Quote der unbesetzten Plätze liegt nun bei 48 Prozent. Im vergangenen Jahr lag sie mit 43 Prozent noch deutlich niedriger.

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Bei jedem dritten Ausbildungsbetrieb ging nicht einmal eine einzige Bewerbung ein (32 Prozent). Im vergangenen Jahr waren davon noch etwas weniger Unternehmen betroffen, die Quote lag 2023 noch bei 28 Prozent. Außerdem gaben 35 Prozent der Unternehmen an, dass der Ausbildungsplatz nicht angetreten oder der Vertrag vorher wieder aufgelöst worden sei.

Stefan Spieker, Vizepräsident der IHK Berlin, ist angesichts der Zahlen besorgt. „Diese Herausforderung wird von Jahr zu Jahr größer“, teilt Spieker zu den neuen Zahlen der Ausbildungsumfrage mit. Diese zeigten einmal mehr, dass die politische Debatte um unversorgte Jugendliche „völlig irreführend“ sei. Die IHK fordert den Stopp der geplanten Ausbildungsumlage. Mit der Umlage will die Politik Unternehmen zahlen lassen, die nicht ausbilden.

IHK-Umfrage: Unternehmen wollen flachere Hierarchien

Um die Attraktivität von Ausbildungsplätzen zu erhöhen, wollen 63 Prozent der Unternehmen flachere Hierarchien im Betrieb etablieren. In der Umfrage wird diese Maßnahme zur Attraktivitätssteigerung am häufigsten angegeben. Danach folgen eine bessere Ausstattung mit moderner IT (45 Prozent), Veränderungen beim Rekrutierungsprozess (44 Prozent) und die Erhöhung von finanziellen oder materiellen Anreizen (44 Prozent). 38 Prozent der Unternehmen wollen mehr Projekte für ihre Azubis, etwa für mehr Nachhaltigkeit oder soziales Engagement. 16 Prozent wollen künftig auf eine Teilzeitberufsausbildung setzen.

Als besonders problematisch bei der Azubi-Suche sieht die IHK den Mangel an bezahlbaren Wohnraum in Berlin. Die Kammer fordert, auch hier ein Azubiwerk nach Hamburger Vorbild unter der Beteiligung der Berliner Wirtschaft zu prüfen. Die Stiftung Azubiwerk hat in Hamburg in den vergangenen Jahren mehrere Wohnheime mit Hunderten Plätzen geschaffen. Auszubildende können dort kostengünstig wohnen, außerdem werden sie pädagogisch unterstützt.

Laut IHK-Umfrage unterstützen in Berlin 43 Prozent der Unternehmen ihre Azubis nicht beim Thema Wohnraum. Nur 26 Prozent gaben an, bei der Wohnungssuche zu helfen. 22 Prozent unterstützen ihre Auszubildenden durch Zuschüsse zu Fahrtkosten. 14 Prozent unterstützen durch eine Home-Office-Ausstattung. Nur sieben Prozent der befragten Unternehmen stellen ihren Auszubildenden Wohnraum zur Verfügung. Nur zwei Prozent unterstützen finanziell mit Mietzuschüssen.

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