Das Hitzegewitter kam kurz und heftig über Berlin und Brandenburg. Massiver Starkregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter, Hagel und Sturmböen bis zu 90 Kilometer pro Stunde haben am Mittwochvormittag für zahlreiche Einsätze der Feuerwehr gesorgt. Diese hatte im Vorfeld nach entsprechenden Warnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bereits präventiv Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr in Bereitschaft versetzt und sich somit auf eine potenzielle Großlage vorbereitet. Im Großen und Ganzen ist die Hauptstadtregion allerdings glimpflich durch das Unwetter gekommen. Die entstandenen Schäden blieben überschaubar, Personen wurden nicht verletzt. Eine Warnung an die Bevölkerung war zuvor auch über die App Nina verschickt worden.
Unwetter über Berlin: Keller der Stadbibliothek läuft voll
Dennoch hielt das Unwetter die Einsatzkräfte knapp eine Stunde lang im ganzen Stadtgebiet auf Trab. „Gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren haben wir insgesamt 70 wetterbedingte Einsätze durchgeführt“, bilanzierte ein Feuerwehrsprecher am Nachmittag auf Nachfrage. Darunter seien zahlreiche vollgelaufene Keller, aber auch umgestürzte Bäume gewesen. In Steglitz fiel ein Ast auf ein geparktes Auto. Äste von Bäumen wurden in ganz Berlin vom Wind abgeknickt, Straßen und Kreuzungen standen zum Teil unter Wasser. Auch aus Brandenburg wurden Blitzeinschläge und umgestürzte Bäume gemeldet.

Besonders betroffen war auch der Keller der Berliner Stadtbibliothek in der Breiten Straße in Mitte. Er ist laut Feuerwehr mit Regenwasser vollgelaufen, nachdem ein Wasserrohr geplatzt war. „Wir haben mit viel, viel Wasser zu kämpfen“, sagte Betriebsdirektor Jonas Fansa dem „rbb“. Es stehe zehn Zentimeter hoch – und damit knapp unter den ersten Büchern in den Regalen. Im Keller seien Hunderttausende Bücher gelagert, darunter kulturelles Erbe Berlins. Rund 40 bis 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter seien mithilfe der Feuerwehr dabei, das Wasser aus dem Keller zu schöpfen, so Fansa. Die Feuerwehr bestätigte der „Morgenpost“ aber, dass es bisher zu keinerlei Schäden an Dokumenten gekommen ist.
Tunnel am Alexanderplatz in Berlin-Mitte geflutet
Wegen des starken Regens kam es außerdem zu einigen Verkehrsbehinderungen. Bei der S-Bahn gab es eine Störung am Mexikoplatz in Zehlendorf. Am Alexanderplatz musste laut Angaben der Verkehrsinformationszentrale der Tunnel Grunerstraße in beiden Richtungen gesperrt werden, weil zu viel Wasser auf der Fahrbahn stand. Auch die Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg (Pankow) wurde kurzzeitig zu einem Fluss. Autos schoben die Wassermassen vor sich her.

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Mit dem heftigen Regen zu kämpfen hatte auch die BVG. Wie Bilder zeigen, strömten die Wassermassen unter anderem in die U-Bahn-Station Friedrichstraße. Zeitweise unterbrochen waren die Tram-Verbindungen M1 und M27. Allerdings habe es nur wenige Einschränkungen gegeben. „Aufgrund einer Wasseransammlung auf dem Alexanderplatz mussten wir unsere Tramlinien M4, M5 und M6 gegen Mittag vorübergehend umleiten“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Im Bereich des S-Bahnhofs Marzahn wiederum kam es aufgrund umgestürzter Bäume zu Umleitungen bei den Linien M6 und 16.

Hauptbahnhof Berlin: Regenmassen dringen ins Untergeschoss
Auf einem Video beim Kurznachrichtendienst X ist zu sehen, wie der Regen peitscht und Wassermassen über die Straße laufen. Im Hauptbahnhof in Berlin-Mitte regnete es sogar hinein. Der Regen drang bis ins Untergeschoss vor, wie ein Video zeigt. „Woran erkennt man, ob über Berlin gerade ein Gewitter zieht? Man blicke hinauf zur Decke des Hbf im Untergeschoss“, kommentierte der User seinen Clip.
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Woran erkennt man, ob über Berlin gerade ein Gewitter zieht? Man blicke hinauf zur Decke des Hbf im Untergeschoss. 😅 pic.twitter.com/HPhz2kQLlk
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Etwa 38 Minuten lang führte das Gewitter auch zu minimalen Einschränkungen auf dem Flughafen Berlin-Brandenburg BER, wie eine Sprecherin mitteilte. Zwar war der Flugbetrieb an sich nicht eingeschränkt. Flugzeuge dürfen bei Gewitter grundsätzlich starten und landen. „Jedoch müssen alle Mitarbeiter und Fluggäste aus Sicherheitsgründen das Vorfeld verlassen“, hieß es. Dadurch hätten die Passagiere von fünf bereits gelandeten Maschinen länger als üblich in diesen warten müssen, ehe sie aussteigen und das Flughafengebäude betreten durften.
Grund für die Wetterlage ist Tief „Elke“, das sich mit seinem Kern über der Nordsee befindet und mit südwestlicher Richtung schwülwarme Luft nach Deutschland schaufelt. Am Donnerstag sind laut DWD daher erneut Gewitter und Starkregen möglich, in der Nacht zu Donnerstag weitere Schauer und Gewitter sowie Nebel mit Sichtweiten unter 150 Metern. Bei schwachem Wind soll es maximal 29 Grad warm werden. Zum Wochenende wird wechselhaftes Wetter bei sommerlichen Temperaturen knapp unter 30 Grad prognostiziert. Gut möglich also, dass es auch dann für Berlins Rettungskräfte wieder viel zu tun geben wird.
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