Im diesjährigen „Dienstwagen-Check“ der Deutschen Umwelthilfe (DUH) belegt der Berliner Senat den vierten Platz unter den 16 deutschen Landesregierungen. Dabei zeigen sich jedoch erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Senatsmitgliedern. Zwei Berliner Dienstlimousinen gehören zu den größten Spritfressern aller Landesregierungen.

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Der Audi A8 von Innensenatorin Iris Spranger (SPD) stößt 380 Gramm CO₂ pro Kilometer aus und zählt demnach zu den vier klimaschädlichsten der 252 auf Bundes- und Landesebene gemeldeten Dienstwagen. Nur der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl, NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst sowie Innenminister Herbert Reul (alle CDU) fahren ähnlich ineffiziente Fahrzeuge.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD)© DPA Images | Monika Skolimowska

Mit einem CO₂-Ausstoß von 375 Gramm pro Kilometer ist der Audi A8 des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) nur geringfügig besser. Beide Dienstwagen verbrauchen etwa 16 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Zum Vergleich: Der EU-Flottengrenzwert liegt bei 95 Gramm CO₂ pro Kilometer, was rund vier Liter Benzin pro 100 Kilometer entspricht.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner
Kai Wegner (CDU), Regierender Bürgermeister von Berlin© DPA Images | Britta Pedersen

Die Dienstwagen von Wegner und Spranger sind die einzigen Verbrenner im Berliner Senatsfuhrpark. Aufgrund besonderer Schutzvorgaben fehlen in der DUH-Liste Angaben für einige Bundesminister und Länderregierungschefs. Dennoch sind andere Landeschefs klimafreundlicher unterwegs, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne), der mit seinem vollelektrischen Mercedes nur 83 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstößt.

„Dienstwagen-Check“: Positive Beispiele und „überdimensionierte“ SUVs in Berlin

Zu den positiven Beispielen aus Berlin zählen die elektrisch angetriebenen BMW-Limousinen von Finanzsenator Stefan Evers, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (beide CDU) und Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD), die mit 74 Gramm CO₂ pro Kilometer die EU-Vorgabe klar einhalten. Auch die elektrischen Audi-SUVs von Ina Czyborra, Cansel Kiziltepe (beide SPD) und Joe Chialo (CDU) sowie der von Amtsvorgängerin Manja Schreiner (CDU) übernommene Dienstwagen von Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) liegen mit 95 bis 106 Gramm CO₂ pro Kilometer im grünen Bereich.

Bausenator Christian Gaebler (SPD) hingegen fährt einen Audi SQ8 e-tron mit 503 PS und 121 Gramm CO₂ pro Kilometer. Die Umwelthilfe kritisiert dies als „überdimensioniert“ für einen Stadtstaat.

DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz betont die Vorbildfunktion der Politiker: „Das sind Politikerinnen und Politiker. Die haben eine Vorbildfunktion, der müssen sie gerecht werden.“ Der Durchschnittswert über alle deutschen Politiker-Fuhrparks beträgt laut DUH 158 Gramm CO₂ pro Kilometer – sieben Gramm weniger als im Vorjahr, aber immer noch 66 Prozent über dem EU-Grenzwert für Neuwagen.