Bilder von zum niederländischen Partykracher „Links Rechts“ hüpfender Fans haben die sozialen Netzwerke in den vergangenen Tagen im Sturm erobert. Szenen aus Hamburg und Leipzig gingen viral, wo tausende Fans anlässlich der Fußball-EM 2024 ganze Straßenzüge in Orange tauchten. Am Montag kündigte Rob Kemps, Gesicht der Gruppe „Snollebollekes“, auf Instagram an, eine deutsche Version an den Start zu bringen. Ob sie bereits am Dienstag in Berlin gespielt werden wird, ist allerdings noch unklar. Die Oranje-Fans treffen sich vor dem Spiel am Hammarskjöldplatz an der Messe und brechen von dort zu ihrem Fan Walk in Richtung Olympiastadion auf.
„Wir erwarten 40.000 Fans in der Stadt“, sagt Daan Schippers vom niederländischen Fußballverband KNVB. Unterstützerinnen und Unterstützer des Teams mit Tickets für das Spiel gegen Österreich sammeln sich dort spätestens ab 12.30 Uhr. Geplant sind dort unter anderem die Auftritte von zwei niederländischen DJs. Rund zwei Stunden später soll der Marsch aufs Stadion beginnen. Bei der Polizei ist dabei eine Route über Masurenallee, Theodor-Heuss-Platz und die Heerstraße bis zur Preußenallee angekündigt. Von dort geht es bis zur Olympischen Straße zur Olympischen Brücke und dann direkt zum Haupteingang des Stadions.
Fußball-EM 2024: Fanmarsch der Niederländer beginnt am Hammarskjöldplatz
Fans ohne Ticket rät der niederländische Verband zum Besuch der Fan Zone vor dem Brandenburger Tor. Dort sollen auch Künstler aus den Niederlanden für Stimmung unter den Besucherinnen und Besuchern sorgen.

Zuschauende können sich nach den eindrucksvollen Auftritten der Oranje-Fans auch in Berlin auf einiges gefasst machen. „Die Holländer sind besonders“, sagt Kit Holden. Der freie Journalist hat gerade das englischsprachige Buch „Played in Germany“ veröffentlicht, das sich mit der Fankultur im Fußball befasst. Die Niederlande gehörten dabei zu den Nationen, die mit als Erstes eine ganz eigene Kultur entwickelt hätten.
Fankultur hat lange Tradition in Holland
„Das reicht zurück bis zur Europameisterschaft 1988 in Westdeutschland“, sagt er. Galt die Fanszene damals als zumindest in Teilen gewaltbereit, seien die „Bilder friedvoller niederländischer Fans Balsam für die Seele“ gewesen, so Holden. Dabei sei die Fankultur in dem Land lange gewachsen. „Zu jedem internationalen Turnier gibt es einen Wettbewerb, welche Straße des Landes die orangeste ist“, sagt er. Das begeisterte auch die Menschen für die Fankultur, die nicht am Vereinsfußball und seinen Rivalitäten interessiert seien.

„Fußball spielt aber natürlich trotzdem eine wichtige Rolle“, sagt der Experte. Das Nationalteam des fußballbegeisterten Landes habe zwar so oder so den Anspruch, weit bei den Europameisterschaften zu kommen, die Fans könnten mit ihrer Unterstützung zusätzlich eine beflügelnde Wirkung haben. „Die macht es der Mannschaft einfacher, durch schwere Momente zu kommen“, ist Holden überzeugt.
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Während Fanmärsche im Vereinsfußball schon länger Tradition hätten, seien sie mit Bezug zu den Nationalmannschaften noch ein relativ neues Phänomen. Dass sie bei der Fußball-EM 2024 jetzt in Deutschland so stark in Erscheinung treten, habe jedoch auch praktische Gründe. Nach der Weltmeisterschaft 2022 im fernen Katar und der Europameisterschaft im Jahr 2021, die noch unter dem Eindruck von Corona stand, sei es im Vergleich verhältnismäßig leicht, nach Deutschland zu reisen.
Österreicher starten in Berlin vom Breitscheidplatz
Ob die Unterstützer der österreichischen Nationalmannschaft mithalten können, wird sich Dienstag zeigen. Sie sammeln sich am Fantreffpunkt auf dem Breitscheidplatz. Von dort marschieren sie über die Kantstraße und die Kaiser-Friedrich-Straße, um dann vom S-Bahnhof Charlottenburg mit der Bahn zum Stadion zu fahren. Die Österreicher betreten das Olympiastadion nach Auskunft der Polizei dann über den Südeingang am Coubertinplatz. Gute Voraussetzungen also für ein stimmungsvolles Spiel. Anpfiff ist um 18 Uhr.
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