Es sind Zahlen, bei denen viele Arbeitnehmer neidisch werden dürften: Im Tarifstreit bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) fordert die Gewerkschaft Verdi für die BVG-Beschäftigten 750 Euro mehr Lohn pro Monat. Außerdem wollen sie eine Fahrdienst- beziehungsweise Wechselschichtzulage in Höhe von 300 Euro sowie ein 13. Monatsgehalt. Die Arbeitgeberseite wiederum hatte in den Tarifverhandlungen nach eigenen Angaben Fahrern zuletzt 13,6 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwei Jahren angeboten.

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Doch die Fronten sind verhärtet, in dieser Woche geht der Arbeitskampf voraussichtlich in die nächste Runde: Am Mittwoch und am Donnerstag soll es einen erneuten Warnstreik geben, der große Teile des öffentlichen Nahverkehrs größtenteils lahmlegen dürfte. Ein guter Anlass, um einen Blick auf den aktuellen Lohn bei dem landeseigenen Betrieb zu werfen. Wie viel Geld verdient ein Busfahrer nach jetzigem Stand, vor Besserungen durch einen neuen Tarifvertrag? Welche Zulagen gibt es? Wie hoch ist das Weihnachtsgeld? Wie viel Urlaubstage gibt es im Jahr?

Am stärksten gesucht sind Fahrerinnen und Fahrer. Ausgeschrieben hat die BVG etliche Stellen für Busse, U- und Straßenbahnen. Der Verdienst ist überall gleich. Zum Einstieg gibt es in Vollzeit nach Tarifvertrag 2807 Euro brutto im Monat. Wer als Quereinsteiger anfangen möchte, muss allerdings zuvor eine mehrmonatige Qualifikation absolvieren. Während dieser Zeit gibt es 2573 Euro monatlich. Bei angehenden Busfahrern dauert es etwa drei Monate bis zur höheren Gehaltsstufe. Bei angehenden Straßenbahnfahrerinnen zwischen drei bis fünf Monaten, berichtet der BVG-Sprecher. Mit dem aktuellen Angebot der BVG in den Tarifverhandlungen würde das Einstiegsgehalt für Fahrer auf 3182 Euro steigen.

Jobs bei der BVG: Wochenarbeitszeit gesunken

Zusätzlich bekommen BVG-Beschäftigte ein Weihnachtsgeld in Höhe von 1900 Euro. Für Überstunden gibt es einen Schichtzuschlag von 30 Prozent. Bei Nacht- und Sonntagsarbeit gibt es 25 Prozent mehr. An Feiertagen sind es 135 Prozent. Im Rahmen des aktuell vorliegenden Angebots der BVG würde es dabei ebenfalls Verbesserungen geben, das Weihnachtsgeld etwa in 2025 und 2026 um jeweils 100 Euro steigen.

BVG-Beschäftigte erhalten direkt zum Berufseinstieg 30 Urlaubstag im Jahr, die Wochenarbeitszeit umfasst seit dem 1. Juli 2024 37,5 Stunden.

Auch Ingenieure sind gesucht bei der BVG. Der Bereich Ingenieurwesen auf der BVG-Webseite zählt mehrere Einträge mit unterschiedlichen Jobprofilen. Wer als Projektleiter Straßenbahnen instandsetzt oder Neubaustrecken plant, bekommt zum Einstieg laut Tarifvertrag mindestens 4923 Euro monatlich. Ingenieure für Zugsicherungsanlagen und Verkehrsingenieure im Bereich Automatisierung fangen mit 4523 Euro monatlich an. Ein derzeit gesuchter Ingenieur für komplexe Elektroprojekte soll mindestens 4162 Euro bekommen. Auch Bauingenieure im Instandhaltungsmanagement steigen mit diesem Gehalt ein, ebenso Prüfingenieure für die Busse.

Ähnliche Gehälter zahlt die BVG im IT-Bereich. Ein IT-Systemadministrator soll zum Einstieg 4162 Euro bekommen. Eine Anwendungsentwicklerin verdient mindestens 4523 Euro. Gesuchte SAP-Berater für Rechnungseingangsprozesse erhalten minimum 4923 Euro.

Jobs bei der BVG: Das bekommen Sicherheitsmitarbeiter und Handwerker

Etwas niedriger liegen die Löhne in den Handwerksberufen. Aktuell sucht die BVG etwa Schweißerinnen und Schweißer für den Gleisbau. Sie verdienen nach Tarif mindestens 3111 Euro im Monat. Gleiches gilt für Kfz-Mechatroniker in den Buswerkstätten und Elektronikerinnen für Betriebstechnik. Elektromonteure für die Spannungsnetze bekommen mit mindestens 3334 Euro monatlich etwas mehr. Fahrtreppenmonteure sind mit 3074 Euro zum Einstieg etwas schlechter bezahlt.

Wer Sicherheitsmitarbeiter bei der BVG werden möchte, kann sich im Unternehmen dazu qualifizieren lassen. Die Qualifizierung dauert etwa drei Monate. Für diese Zeit bekommen die angehenden Sicherheitskräfte 2509 Euro im Monat. Danach erhalten die Beschäftigten zum Einstieg 2573 Euro. Sicherheitsmitarbeiter der BVG laufen Streife an U-Bahnhöfen sowie an Bus- und Straßenbahnhaltestellen.

In kaufmännischen Berufen sucht die BVG aktuell Fertigungsplaner in der Instandhaltung von U-Bahnzügen. Einsteiger bekommen mindestens 4162 Euro monatlich. Auch eine gesuchte Analystin für die Kostenrechnung des Fuhrparks soll dieses Mindestgehalt bekommen. Die ausgeschriebene Stelle eines Projektassistenten Elektromobilität soll mit mindestens 3834 Euro vergütet werden.